Carla und Britta – die soziale Lage (socially concerned…)

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Carla and Britta talk about living in the USA as Germans reflecting the social situation of Americans. (Carla und Britta reden über das Leben in Amerika als Deutsche und diskutieren die soziale Lage in den USA).

Carla: Meine Putzfrau mit der ich sehr gut befreundet bin auch, die hat drei oder vier Jobs, die arbeitet sehr hart, ihr Mann arbeitet sehr hart, es ist trotzdem kein Geld da.

Sie geht einmal die Woche zu Target oder so irgendwo hin und dann auch nur, wenn die Sachen auf Sale sind oder Walmart.

Anders geht´s nicht.

Die hat eine Mutter in Bolivien zu unterstützen, die kriegt keine Rente, die hat ein Kind, das ist zwar hier im Instate College, University.

Die sind in Maryland, das ist zwar günstiger.

Sie muss aber natürlich trotzdem bezahlen.

Der nächste kommt jetzt ins College, und sie weiss nicht wie sie sich das leisten kann.

Das sind Probleme.

Die denkt nicht drüber nach…

Britta: Zum Beispiel in anderen Ländern würde sehr viel Neid aufkommen.

Ist sie dann neidisch?

Carla: Überhaupt nicht.

Sie ist das überhaupt nicht.

Ich hatte mal eine Putzhilfe, die war sehr unangenehm.

Sie hat offensichtlich ihren Arbeitgebern nicht gegönnt, dass es ihnen besser geht.

Aber, nein, die Silva ist völlig anders.

Die ist sehr zufrieden eigentlich, klagt nicht.

Nein, hab ich noch nie gespürt, dass sie neidisch ist.

Oder so, ne gar nicht.

Britta: Na, ich denk auch, dass das ein Punkt ist, der in Amerika vielleicht auch sehr, sehr positiv ist, dass dann die Leute, viele Leute die Meinung haben, sie können es schaffen, sie können sich den amerikanischen Traum verwirklichen, man muss hart arbeiten.

Aber vielleicht dann hat man die Möglichkeit, sich diesen Traum zu verwirklichen.

In Deutschland würde man eher drüber reden und dann trotzdem nichts ändern.

Also so Karrierewechsel, mal 5 Jahre hier arbeiten, mal 5 Jahre dort arbeiten.

Das ist eigentlich eher nicht die Regel, eigentlich überhaupt nicht die Regel den Arbeitsplatz zu wechseln.

Ähnlich wie ein Haus, das hast du die ganze Zeit, für dein Leben lang und den Job hast du eigentlich auch dein Leben lang.

Carla: Das macht eher einen schlechten Eindruck, wenn du öfters mal wechselst.

Hier ist es umgekehrt.

Britta: Das finde ich eigentlich ganz angenehm.

Auch wenn es hart ist, du hast zumindest die Möglichkeit oder du findest eher neugierige Leute, die dann der Meinung sind: „Oh, das ist aber eine gute Idee, die…“

Carla: …probieren wir mal.

Britta: Probieren wir mal oder wenn man scheitert, dass man richtig scheitern kann aber dann trotzdem noch wieder Ermutigung findet, nicht sofort vielleicht, aber Möglichkeiten findet, wieder von neuem anzufangen.

Das finde ich schon – eigentlich die positive Einstellung gegenüber dem was Leben oder Arbeit ist, das finde ich schon sehr gut.

Carla: Die Gesellschaft ist wesentlich mobiler, durchlässiger, nach oben und unten wahrscheinlich, in beide Richtungen, und sehr aufgeschlossen allem Neuen, fast schon ein bisschen in kindlicher Weise manchmal.

Science Fiction, nicht umsonst ist das Wort Englisch, ja, gibt es da einen deutschen Ausdruck dafür?

Nein, Zukunfts…

Britta: Zukunftsroman.

Das klingt schon wieder schwer.

Carla: Also jeder benutzt Science Fiction.

Ja, also diese Offenheit allem Neuen gegenüber, optimistisch manchmal ein bisschen naiv, kindlicher Optimismus.

Häufig wir schaffen das.

Und das ist auch bei den Einzelnen vorhanden.

Britta: Das sollte man eigentlich ein bisschen nach Deutschland bringen.

Carla: Ja, das ist etwas, was in Deutschland garantiert fehlt.

Dieses Gefühl, man kann es auch anders machen.

Wir probieren es einfach mal.

Das fehlt in Deutschland häufig.

Britta: Das verhindert dann auch viel.

Wichtige Erfindungen, zumindest im Computerbereich, eher dann hier gemacht werden von ganz jungen Leuten.

Erst heute habe ich gelesen, dass der 26jährige Erfinder von Facebook Milliardär ist, oder 23.

Das ist schon… Das ist in Deutschland glaub ich nicht der Fall.

Die reichsten Deutschen, das sind die Gebrüder Aldi immer noch, und die sind eben reich geworden durch ihre Supermarktkette mit dem eigenwilligen Konzept, alle zu unterbieten.

Das ist so ein bisschen wie Walmart, aber die seit Jahren diese Liste anführen.

Aber da ist kaum ein junger Mensch mit einer Erfindung dabei, der jetzt in diese oberen Regionen der Einkommensmilliardäre gekommen wäre.

Carla: Auch wenn man sich vorstellt, dass Bill Gates, ich weiß nicht in welchem Alter, er das College abgebrochen hat.

Der hat, glaube ich, keinen wirklichen Abschluß gemacht.

Wohingegen in Deutschland es doch noch sehr wichtig ist.

Deine Lehre, deine Ausbildung, dein Studium und dann hast du am Ende irgendeinen Titel.

Diplom-Sowieso, Doktor Sowieso.

Was irgendwie meistens, glaube ich, doch noch Vorraussetzung ist, um bestimmte Jobs zu bekommen oder auch wie du gesehen wirst in der Gesellschaft.

Was hier eigentlich überhaupt keine Rolle spielt.

Britta: Wahrscheinlich hätte Bill Gates überhaupt keinen Bankkredit in Deutschland bekommen.

Carla: Um Gotteswillen, ein Aussteiger…

Britta: Oder einfach das Spenden.

Warren Beatty hat sein Vermögen irgendwie verschenkt und ist trotzdem der reichste Mann der Welt.

Carla: Ja, du meinst Bill Gates?

Britta: Ne, der ist jetzt Dritter.

Carla: Der ist Dritter ?

Britta: Aber Warren Beatty ist der reichste Mann der Welt und die reichste Frau der Welt ist von Loreal.

Carla: Ja, wirklich?

Britta: Die hat glaube ich 12 Milliarden.

Aber, dass überhaupt so was vorkommt, dass Ted Turner, ich glaube der hat der Uno, ich glaube, 1 Milliarde geschenkt, um die Schulden der USA zu bezahlen.

Jetzt Drew Barrymore hat eine Million der Hungerhilfe gespendet letzte Woche.

Das ist natürlich alles publicityträchtig, aber…

Carla: Trotzdem….

Britta: Das würde bei uns nicht so ohne weiteres vorkommen.

Carla: Ja, ist Philanthropie ein deutsches Wort?

Philanthropie wird hier wesentlich größer geschrieben.

Vielleicht, weil man sich hier weniger auf den Staat verlässt oder auch verlassen kann, dass vielmehr in Eigeninitiative hier passieren muss.

Die Menschen sind hier schon in der Schule gewohnt, den Community Service, dass man selber was tun muss.

Dass hier zum Beispiel hier im LaFayette Park die Leute, ohne die Stadt zu fragen, die gehen hin und pflanzen Tulpen oder sonstwas, damit der Park verschönt wird.

Das kenne ich in Deutschland nicht.

Da kommt die Stadtgärtnerei natürlich.

Und wenn es nicht schön ist, ruf ich da an und beschwer mich, weil es unordentlich ist.

Eigeninitiative hat hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns.

Also bei uns hat man sich schon… Man verlässt sich sehr darauf, dass immer jemand anders zuständig ist, wo ich dann anrufen und mich beschweren kann und das einfordern kann.

Auch dieses Anspruchsdenken in Deutschland mittlerweile, was der Staat oder wer immer das ist, alles machen muss.

Das gibt es hier wesentlich weniger.

Hier sind ja die Leute dankbar, wenn der Staat sich möglichst raushält.

Wohingegen in Deutschland wird immer nach dem Staat gerufen, bei jedem kleinen Problem.

Ob das die Stadtverwaltung ist oder Berlin, egal.

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