Jolanda & Vera – Learning Languages with LingQ

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

Jolanda and Vera talk about the languages they are learning with LingQ. (Jolanda und Vera sprechen über die Sprachen, die sie bei LingQ lernen.)

VERA: Hallo und herzlich willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und heute gibt es ein Novum.

Ich habe nämlich eine neue Gesprächspartnerin.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Wie geht es dir?

JOLANDA: Mir geht’s gut.

Ich bin gespannt, was da alles auf uns zukommt.

VERA: Ja, wir haben noch ein Novum.

Wir sprechen nämlich heute über Skype.

Das habe ich noch nie probiert.

Ich habe noch nie ein Gespräch über Skype aufgezeichnet und ich hoffe, dass es keine technischen Probleme geben wird.

Aber ich freue mich sehr, dass du heute dabei bist.

Vielleicht erzählst du mal kurz, wo du herkommst.

Vielleicht hört man es schon an deiner Aussprache.

JOLANDA: Ja, ich denke das hört man ganz klar.

Ich komme aus der Schweiz, aus der Ostschweiz, nahe beim Bodensee.

VERA: Und du lernst auch Sprachen bei LingQ?

JOLANDA: Ja, ich lerne Spanisch, relativ intensiv, und das war auch der Grund, warum ich auf LingQ gestoßen bin.

Ich war auf der Suche nach einem Podcast und – ja – so bin ich dann irgendwie reingeschlittert und merkte dann aber bald, dass ich ohne Englisch da nicht weiterkomme oder nicht so weit komme, wie ich möchte und so hat’s sich ergeben, dass ich jetzt auch mein Englisch … ja ich …, das muss ich nachholen, weil … da hatte ich überhaupt keine Basis.

VERA: Und du hattest aber schon Vorkenntnisse in Spanisch?

JOLANDA: Ja, aber einfach so – was soll ich sagen – einfach so zum Vergnügen mal wenn ich in den Ferien war, habe ich mir mal so ein Reisesprachlernbuch gekauft und etwas drin gelesen, ja, aber nicht intensiv, so wirklich.

VERA: Also du hast es nicht in der Schule gelernt oder …

JOLANDA: Nein, nein.

VERA: … einen Kurs irgendwo besucht.

JOLANDA: Ich hatte mal einen Intensivkurs von drei Wochen, doch, das hatte ich.ka-

VERA: Und wo war das?

War das in Spanien oder bei euch in der Schweiz.

JOLANDA: Bei uns in der Schweiz.

VERA: Und Intensivkurs, heißt das, das ging von morgens bis abends, den ganzen Tag?

JOLANDA: Nein, einfach der Vormittag.

Vormittag und am Nachmittag hatte man dann Hausaufgaben und … war so ein kurzer Überblick über Grammatik und … ja.

VERA: Ja, dann musst du ja wirklich sehr interessiert sein, denn ich denke mir, so ein Kurs ist ja auch nicht ganz billig, wenn man den an einer Schule besucht.

JOLANDA: Das stimmt, das stimmt, ja.

VERA: Und jetzt lernst du aber autodidaktisch?

Jetzt lernst du alleine?

JOLANDA: Ja, also, ich fühle mich, seit ich mit LingQ arbeite, fühle ich mich in meinem Gefühl bestätigt, dass das die richtige Lernmethode ist für mich.

Also viel lesen, viel hören und nochmals hören und nochmals hören, bis man wirklich total eintauchen kann in die Sprache und erst dann sich mit Grammatik beschäftigen.

Also dieses Gefühl hatte ich schon als Kind, dass ich so Sprachen leichter lerne.

VERA: Da kann ich dir nur zustimmen.

Also für mich war es eine Erleichterung, als ich festgestellt habe, dass man nur durch Hören und etwas Lesen wirklich so viel von einer Sprache begreifen kann und so viel aufnehmen kann, ohne Grammatik lernen zu müssen.

Grammatik finde ich schon wichtig, dass man ein paar Grundkenntnisse hat und in etwa weiß, wie die Sprache funktioniert, aber wenn man sich zu sehr auf die Grammatik konzentriert, dann wird man nie dazu kommen, dass man sprechen kann, weil man auch immer sehr gehemmt sein wird, weil man Angst hat, etwas falsch zu sagen.

Und ich bin auch überzeugt davon, dass man unheimlich viel unbewusst mit aufnimmt, wenn man die Sprache viel hört.

Man neigt ja dann dazu, das zu imitieren, so wie ein Kind die Sprache auch lernt.

JOLANDA: Genau.

Also diese Erfahrung habe ich mit dem Italienischen (gemacht).

Als Kind war ich oft in Italien in den Ferien.

(Ich) habe nie einen Kurs besucht.

Also ich spielte einfach mit anderen Kindern.

Und irgendwann sprach ich diese Sprache.

Klar, ich konnte mich verständigen, wenn ich Hunger hatte oder was ich essen möchte, einfach so wirklich alltägliche, einfache Dinge.

Und mit den Jahren hat sich das verbessert und ich spreche einfach.

Und dann hat da so mal jemand, der Romanistik studiert hatte, hat ‘ne Bemerkung gemacht “Ah, die macht aber Fehler”.

Zuerst war ich etwas beleidigt – also beleidigt, ja, es hat mich getroffen -, aber dann musste ich sagen, ich spreche mit den Leuten, ich kann mich verständigen, ohne Probleme, und er, er saß da und hat zugehört und wagte sich nicht zu sprechen.

Dann habe ich mir gesagt, ja was ist jetzt besser?

Das ich grammatisch perfekt spreche, wenn ich überhaupt spreche, oder dass ich einfach spreche und mich wohl fühle in diesem Land und mich verständigen kann und das Leben dort genießen kann auf vielfältige Art und mit den Leuten Kontakt habe.

VERA: Genau.

Das ist ja eigentlich das Wichtige an der Sprache, dass man kommunizieren kann, dass man Spaß daran hat, Freude daran hat.

Und ich denke auch, so lange ich verständlich bin und es keine Missverständnisse dadurch gibt, so lange ist es okay.

Natürlich bemühe ich mich auch, wenig Fehler zu machen, …

JOLANDA: Klar

VERA: … aber ich würde nie den Anspruch an mich stellen, fehlerfrei zu sprechen.

Ich bin kein Muttersprachler.

Ich mache selbst in der deutschen Sprache ab und zu einen Fehler.

JOLANDA: Klar.

VERA: Wer spricht schon seine eigene Sprache perfekt?

JOLANDA: Ja eben.

Ja, wir sind ja Menschen.

Und es … wo … ja, da passieren Fehler und aus Fehlern kann man lernen und darum, ich bin natürlich immer froh, in – egal in welcher Sprache -, wenn die Leute die Geduld haben und mich verbessern oder mir etwas erklären, ja?

VERA: Und sprichst du auch heute noch Italienisch oder lernst du auch Italienisch?

JOLANDA: Also, klar bei LingQ, da habe ich dann auch schon mal bei italienischen Texten reingeschaut, aber im Moment merke ich einfach, ich kann nicht alles auf einmal.

Das gibt mir irgendwo zuviel.

Aber wenn ich nach Italien in die Ferien fahre, logisch, da werde ich dann wieder in diese Sprache eintauchen.

VERA: Ja genau.

Das bringt mich auf ein anderes Thema.

Du hast mir erzählt, oder ich habe es auch mitbekommen, dass du auch deutsche Texte bei LingQ dir anschaust und anhörst.

Und da habe ich mich sehr darüber gewundert, warum du das machst.

JOLANDA: Ja, also, wir haben hier in der Schweiz sehr viele Ausländer mit verschiedenen Muttersprachen.

Und, ja, da bin ich für Verschiedene so eine Ansprechpartnerin, die mal hilft, wenn’s Probleme bei Übersetzungen gibt oder Schulprobleme oder irgendwie so.

Da habe ich einfach mal so die Idee (gehabt), ach, die könnten doch selber mal sich hinsetzen und etwas arbeiten an dieser Sprache.

Und da musste ich merken, das war dann nicht so einfach, also …

VERA: Aus welchen Ländern kommen diese Leute?

JOLANDA: Die einen aus Ex-Jugoslawien, die anderen aus Italien, dann aus Südamerika …

VERA: Also von überall, eigentlich.

JOLANDA: Ja.

Also bunt gemischt.

Ja, ja, ja.

VERA: Und die leben dann schon längere Zeit in der Schweiz und können aber noch nicht gut Deutsch sprechen?

JOLANDA: Genau, genau.

Und da musste ich auch feststellen, die einen sind sehr interessiert, die Sprache zu lernen.

Und dann gibt’s andere, die merken, ach, es geht auch ohne.

Also, ja ..

VERA: Das ist für mich eine Haltung, die ich eigentlich gar nicht nachvollziehen kann.

Wenn ich in einem anderen Land lebe und vielleicht dauerhaft dort lebe, dann möchte ich doch die Sprache auch sprechen können.

JOLANDA: Ja, also für mich ist das auch so.

Und darum, also, das war für mich wirklich ein Lernprozess, das zu akzeptieren, dass diese Leute wirklich nicht gewillt sind, an ihrer Sprache zu arbeiten.

Und darum … das war der Grund, warum ich mal in der deutschen Bibliothek mich so umgeschaut habe.

Was gibt es?

Was könnte ich empfehlen?

Und natürlich auch vor allem die Texte, die du von Steve übersetzt hast über das Lernen, die finde ich natürlich super, oder, … also das ..

VERA: Ich würde auch gerne noch mehr Texte übersetzen, aber ich habe eigentlich immer wenig Zeit und das Übersetzen ist wirklich schwierig und zeitaufwändig.

Das kann man nicht mal so schnell machen, das habe ich gemerkt.

Weil, es ist ja nicht nur ein Übersetzen des Inhaltes.

Es muss sich ja nachher auch gut anhören, wie gutes Deutsch, und dabei habe ich jetzt erstmal gemerkt, wie schwer übersetzen überhaupt ist.

Man neigt nämlich dazu bestimmte Redewendungen oder Arten, wie man etwas ausdrückt, zu übernehmen und der Text hört sich nachher im Deutschen dann etwas … ja “englisch” an.

JOLANDA: Ja, ja, ja.

VERA: Also man muss die Satzstellung oft komplett ändern oder es etwas anders ausdrücken.

Es gibt halt Ausdrücke im Englischen, die sind einfach so direkt nicht übersetzbar.

Und ich habe jetzt wirklich Respekt vor Übersetzern bekommen durch diese Übersetzungen, die ich für LingQ auch mache.

JOLANDA: Ja, Ja.

VERA: Jolanda, das war sehr interessant.

Ich denke, das Gespräch sollten wir auf jeden Fall fortsetzen.

Ich würde mich freuen, wenn du noch mal Zeit für mich hättest und dass wir noch mal einen Podcast zusammen aufnehmen könnten.

JOLANDA: Ja klar, machen wir doch.

VERA: Das würde mich sehr freuen.

Und dann sage ich unseren Zuhörern mal vielen Dank fürs Zuhören und ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht und wir würden uns freuen, wenn Ihr wieder reinhört beim Podcast von LingQ.

JOLANDA: Okay, bis bald.

VERA: Ja, bis bald Jolanda.

Den Text und das Audio zu diesem Podcast findet ihr wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com.

Also bis zum nächsten Mal.

Tschüss.

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