#1: YouTuber werden – damals und heute [1] »

Wie wird man Sprach-YouTuber? In der ersten Ausgabe des deutschen LingQ-Podcast unterhält sich Katja mit ihrem Kollegen Dominik von Get Germanized über die Entwicklung ihrer Kanäle und wie sich YouTube – und der Job eines YouTubers – in den letzten 15 Jahren verändert hat.

Katja: Hallo, liebe LingQ-Hörer.
Katja: Willkommen zur ersten Folge des deutschen LingQ-Podcasts.
Katja: Mein Name ist Katja und ich bin ab jetzt eure
Katja: Gastgeberin bei diesem Podcast.
Katja: Und für viele von euch
Katja: bin ich bestimmt ein neues Gesicht.
Katja: Für andere nicht, und zwar für die,
Katja: die mich schon von YouTube kennen.
Katja: Mein Name ist Katja und ich habe einen YouTube-Kanal namens “Deutsch für Euch”.
Katja: Auf diesem Kanal unterrichte ich seit neun Jahren Deutsch,
Katja: rede über deutsche Kultur, die deutsche Sprache
Katja: und versuche auf viele verschiedene Arten euch beizubringen,
Katja: wie Deutsch funktioniert.
Katja: Ich liebe Sprachen.
Katja: Ich spreche auch ein paar –
Katja: ich spreche Deutsch, das ist meine Muttersprache,
Katja: ich spreche Englisch, das ist sozusagen meine zweite Muttersprache.
Katja: Ich spreche außerdem Russisch,
Katja: äh, schlecht Französisch,
Katja: ähm, verstehe viel Japanisch, aber kann nicht wirklich gut sprechen
Katja: und kann ein kleines bisschen Spanisch und Italienisch.
Katja: Beides kann ich lesen, weil ich in der Schule Latein gelernt habe
Katja: und ich mag Schwedisch und Isländisch,
Katja: deswegen kann ich davon auch ein bisschen.
Katja: Aber wirklich sprechen kann ich drei Sprachen:
Katja: Deutsch, Englisch und Russisch,
Katja: aber natürlich werde ich hier im Podcast nur Deutsch sprechen.
Katja: Das ist ein Überblick über meine Sprachen
Katja: und sehr hilfreich bei all diesem Lernen war:
Katja: Viel, viel Sprache zu hören und zu lesen
Katja: von Muttersprachlern.
Katja: Vor allem von Muttersprachlern.
Katja: Aber definitiv nicht im Schulbuch.
Katja: Und deswegen freue ich mich auch besonders, diesen Podcast zu machen,
Katja: denn das ist genau wofür LingQ da ist.
Katja: Wir machen hier Inhalte, die ihr gleichzeitig hören und lesen könnt,
Katja: damit ihr eure Lernergebnisse verbessert,
Katja: ja, also, damit ihr immer mehr echtes Deutsch, in diesem Fall,
Katja: aber auch echtes Englisch, echtes Koreanisch, echtes Italienisch
Katja: und so weiter,
Katja: echte Sprache hört – von Leuten, die die Sprache wirklich gut sprechen.
Katja: Wenn du dir diesen Podcast auf Apple, Spotify,
Katja: Google Podcast oder Soundcloud anhörst,
Katja: lass uns gerne eine Review da, folge uns für neue Folgen
Katja: und vergiss nicht, der Folge ein Like zu geben, wenn sie dir gefällt.
Katja: Vielen Dank und viel Spaß!
Katja: Hallo und willkommen zum LingQ-Podcast auf Deutsch.
Katja: Ich habe heute einen Gast und zwar, genau, ihr seht ihn schon winken,
Katja: Dominik von “Get Germanized”!
Katja: Dominik, willst du dich mal vorstellen?
Dominik: Ja, ich bin Dominik von “Get Germanized”.
Dominik: Moin, na, wie geht’s?
Katja: Was machst du denn so, Dominik, woher kennt man dich
Katja: und wo kann man dich kennenlernen?
Dominik: Momentan sitze ich hier und rede mit der fantastischen Katja,
Dominik: das ist, äh, eine, ein, die beste
Dominik: Beschäftigung, die man an einem Tag haben kann
Dominik: und äh, wo man mich sieht normalerweise,
Dominik: naja, äh, auf YouTube bei “Get Germanized”
Dominik: und da bringe ich Leuten, genau wie die liebe Katja,
Dominik: äh, die deutsche Sprache und Kultur näher, ja,
Dominik: und, äh, das ganze auf Englisch mit
Dominik: ein bisschen Deutsch, äh, hineingesprenkelt,
Dominik: so ein, ein bisschen,
Dominik: und die Themen gehen bei mir von Karneval bis Stranger Things.
Dominik: Also da ist alles mal dabei, äh, worauf ich gerade Lust habe,
Dominik: um das ein bisschen abwechslungsreich zu gestalten – genau.
Dominik: Eigentlich, äh, ja, alles, genau, war die – was war die andere Frage?
Dominik: Gab’s noch eine andere Frage? Katja: Wo man dich finden kann, äh, ja genau –
Katja: also ich mein, das ist es hauptsächlich.
Dominik: Ja. Katja: Du hast auch Social Media und so weiter, das findet ihr auch in der Beschreibung nachher,
Dominik: Ja. Katja: ähm, wo ihr Dominik überall finden und folgen könnt.
Dominik: Genau. Katja: Äh, genau. Wir haben uns heute zusammengesetzt,
Katja: weil, ähm, wir das ja beide schon ziemlich lange machen.
Katja: Also, für diejenigen, die hier gerade das erste Mal reinschalten:
Katja: Ich habe auch einen eigenen YouTube-Kanal namens “Deutsch für Euch”,
Katja: auf dem bringe ich Leuten Deutsch bei, ab und zu geht es auch um Deutschland und Traditionen,
Katja: aber ich bin hauptsächlich auf die Sprache konzentriert,
Katja: während Dominik, ähm, wie er schon gesagt hat,
Katja: ja, du machst eigentlich so alles, was du cool findest,
Katja: was dich interessiert und verbindest das dann,
Katja: ähm, nach Möglichkeit mit Deutsch und Deutschland, so viel es geht,
Dominik: Genau. Katja: so wie’s ja der Kanalname ja auch sagt.
Katja: So und jetzt ist es so, dass wir das beide schon sehr lange machen
Katja: und deswegen wollten wir uns heute darüber unterhalten,
Katja: denn eigentlich gibt’s eine Menge, über die wir gerne miteinander reden,
Katja: aber das ist vielleicht ein Thema, das für euch auch interessant ist – denn:
Katja: Ich mache YouTube und “Deutsch für Euch”, ähm,
Katja: seit 2013, seit Anfang 2013,
Katja: ähm, ich bin schon länger auf YouTube
Katja: unterwegs, aber seitdem mache ich regelmäßig Videos
Katja: und Dominik ist auch schon länger auf YouTube unterwegs,
Katja: äh, und macht auch schon länger Videos,
Katja: äh, auch auf diesem Kanal.
Dominik: Genau. Katja: Und, das hat sich seitdem alles sehr, sehr geändert
Katja: und darüber wollten wir heute mal ein bisschen, ein bisschen reden.
Dominik: Ja, äh, angefangen hat alles
Dominik: zweitausendund – weiß ich gar nicht, sechs?
Dominik: Wann, wann gab es YouTube? Katja: Sechs.
Katja: Fünf.
Dominik: Ja, fünf. Katja: Ich glaube die ersten Anfänge waren, glaube ich, sogar 2004?
Dominik: Sicher? Katja: Aber ich war zum ersten mal drauf auf, also 2005,
Katja: und meinen ersten Account hab’ ich gemacht 2006.
Dominik: Also, ich, ich kann mich da nie genau erinnern,
Dominik: wann genau YouTube jetzt rauskam, aber ich
Dominik: meine halt auch so 2004, 2005, 2006,
Dominik: so um den Dreh und äh,
Dominik: ja, da war YouTube auch, was die Qualität der Videos anging,
Dominik: natürlich noch ‘ne ganz andere Welt, ich meine,
Dominik: da gab es einfach noch kein “Full HD” oder “HD”
Dominik: oder überhaupt irgendwas in die Richtung,
Dominik: sondern nur pixelige Kartoffelvideos, ähm,
Dominik: die man mit seiner Kartoffelkamera aufgenommen hat –
Dominik: im Bestfall mit Papas Camcorder, so wie ich damals
Dominik: und ja, dann war das das halt, ne,
Dominik: da gab’s, also auch was die Produktionsqualität und Scriptwriting
Dominik: oder sonstiges anging, das hat man fast gar nicht gemacht, glaube ich.
Dominik: Es gab natürlich den ein oder anderen
Dominik: oder die ein oder andere, die da damals schon
Dominik: richtig, äh, professionell, wie zum Beispiel, ich glaube “Smosh”
Dominik: waren ja auch schon lange dabei, oder?
Katja: Also sie waren lange dabei, aber professionell ist glaube ich
Dominik: Ne. Katja: ein gewagtes Wort.
Dominik: Vielleicht erinnere ich mich auch falsch. Katja: Aber es gab, es gab ein paar Leute,
Katja: die das schon gemacht haben.
Katja: Auch Leute, die natürlich aus, also die halt aus dem Filmbereich kamen,
Katja: oder so, die gute Kameras zur Verfügung hatten,
Katja: die was über “Skripte schreiben” wussten und so weiter und so fort,
Katja: aber genau – hauptsächlich war YouTube am Anfang und die ersten Jahre
Katja: eine Plattform für Leute, die sich irgend-, die sich über Video mitteilen wollten.
Katja: Also wir sind beide sehr mit, mit YouTube von Anfang an aufgewachsen,
Katja: ähm und offensichtlich gab es bei uns beiden auch von Anfang an so’n
Katja: gewisses Interesse sich auch mitzuteilen.
Dominik: Ja. Katja: Ehm, bei mir persönlich war’s jetzt so:
Katja: Es gab bei mir – also ich hab’ früher Ideen und Versuche gehabt –
Katja: aber ich hatte halt nie ein, ähm, so’n Konzept,
Katja: also ein Thema für ‘nen Kanal, deswegen hab’ ich ab und zu mal
Katja: Videos hochgeladen, die ich halt lustig fand,
Katja: ähm, die sind nicht mehr öffentlich auffindbar
Katja: und das ist auch ganz gut so.
Katja: Und ich weiß nicht wie es dir ging, ähm,
Katja: aber als ich damals mit “Deutsch für euch” angefangen hab’,
Katja: was ja, äh, heute so ‘ne Art “graue Uhrzeit” ist, 2013,
Katja: ähm, übrigens – “graue Uhrzeit” ist ein, ein Ausdruck im Deutschen,
Katja: der so viel heißt, wie: “ganz, ganz alt”!
Katja: Also die, die damals, die Uhrzeit in grau.
Katja: Das wirkt so lange her, aber zu dem Zeitpunkt
Katja: gab es YouTube ja somit schon seit, äh, acht Jahren
Katja: und das heißt, für mich war das damals ein Gefühl von:
Katja: Oh Gott, ich bin voll spät dran, ich hätte viel früher anfangen müssen und sollen
Dominik: Ich mein gut, äh, Katja: Ich weiß nicht, wie es dir da ging.
Dominik: PewDiePie, der hat auch erst 2010
Dominik: angefangen, glaube ich, oder so. Katja: Richtig.
Dominik: Ich mein.. Katja: Und 2010 gab’s ja auch erst das Partnerprogramm.
Dominik: Ehm.. ja, ne, ein klares Konzept hatte ich auch lange Zeit nicht,
Dominik: ich hab’ halt angefangen, ja,
Dominik: 2006 auf ‘nem alten Kanal halt auch einfach
Dominik: über mich zu reden, dann hab’ ich mal ein Anime-Musikvideo gemacht
Dominik: oder auch mehrere, dann hab ich mal
Dominik: “Star Wars”-Effekte gemacht, wie Katja: Me too!
Dominik: Lichtschwerter und Force Lightning und sowas,
Dominik: alles mögliche.
Dominik: Ich hab auch mal so weirde Horror-Kurzfilme gemacht,
Dominik: alles mögliche. Und das ist halt auf dem selben Kanal, äh,
Dominik: wo ich dann auch ab und zu mal deutsche Wörter vorgestellt hab’, oder
Dominik: äh, einfach von mir erzählt hab’, wie mein Leben
Dominik: in Deutschland war und so, weil halt die Leute
Dominik: einfach gefragt haben und ich dann einfach geantwortet habe.
Dominik: Ein Konzept kam dann halt erst mit
Dominik: dem Kanal, der, also, der jetzt “Get Germanized” ist, in 2009,
Dominik: allerdings auch noch nicht wirklich,
Dominik: äh, da hab’ ich zwar auch unregelmäßig – oder auch regelmäßig –
Dominik: schon Videos in die Richtung gemacht, aber
Dominik: ein Rebranding mit ‘nem klaren Konzept oder dem klaren Wunsch,
Dominik: äh, jede Woche ein professionelles Video hochzuladen mit
Dominik: äh, professionellem Thumbnail und so weiter und so fort,
Dominik: das kam auch erst 2013 tatsächlich, also auch relativ spät erst.
Katja: Genau, also das heißt, dein Kanal bestand schon länger,
Katja: aber halt, davor, wie du gerade sagtest, ähm,
Katja: ohne klares, klares Ziel sozusagen.
Dominik: Ja. Katja: Ähm, ja, das Interessante ist –
Katja: das heißt bei dir ist es so’n bisschen:
Katja: Du hattest ‘ne Community, du hattest ‘ne gewisse Menge an
Katja: Followern und da gab es dann welche, die gefragt haben?
Katja: Nach Deutsch und Deutschland und so weiter?
Katja: Das heißt, das ist sozusagen bei dir aus dem,
Katja: aus YouTube heraus schon entstanden, das finde ich immer sehr interessant.
Dominik: Ganz organisch, ja. Katja: Bei mir …
Katja: ähm, bei mir ist es mehr aus meinem eigenen Interesse
Katja: an … an Sprachen,
Katja: an Dingen erklären,
Katja: und an “Ich will irgendwas auf YouTube machen!” entstanden.
Katja: Und ich hatte, glaub’ ich, so, ähm …
Katja: Es gab son’ paar … kennst du noch … sagt dir der Name “SpeedyConKiwi” was?
Dominik: Jaja, da hatte ich ja, äh … oder da hatte ich dir glaube ich auch schon mal von erzählt,
Dominik: oder du kennst sie ja sicherlich, wie du gerade auch schon gesagt hast selber.
Dominik: Aber die hat das, glaube ich, als allererste auf YouTube gemacht,
Dominik: so, also wirklich Ur-Ur-YouTuber, was “Deutsch beibringen” angeht. Katja: Genau.
Katja: Die macht gar keine Videos mehr. Das war eine deutsche YouTuberin, die ähm …
Katja: Das war noch vor 2010 – da gab es so eine ganz kleine deutschsprachige Community,
Katja: die auch auf Deutsch Videos gemacht haben
Katja: und die halt so ‘ne Gruppe von Followern hatten, die relativ … also, die war sich sehr ähnlich
Katja: und sie war eine davon, sie hat auch eigentlich ganz andere Videos gemacht,
Katja: und hatte dann so
Katja: vier, fünf Videos, ganz kurze, gemacht, wo sie ein bisschen Deutsch beigebracht hat.
Katja: So von eins bis zehn zählen oder sowas.
Katja: Und, ähm, das fand ich damals auch ganz cool, aber
Katja: es war halt sehr begrenzt. Es war sehr, sehr basic.

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