Jolanda and Vera – The Gotthard-Basistunnel

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Jolanda and Vera talk about the new tunnel that will connect Northern and Southern Europe. Jolanda und Vera sprechen über den neuen Tunnel, der Nord- und Südeuropa verbinden wird.

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist wieder Vera und Jolanda ist heute wieder bei mir.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Ich weiß nicht, hast du es in den Nachrichten oder den Zeitungen verfolgt?

Am Gotthard ist der Durchbruch des neuen Basistunnels erfolgt.

JOLANDA: Ja, das ist natürlich bei uns Tagesthema.

Du kannst dir vorstellen, die ganze Schweiz ist da in einer Euphorie.

VERA: Ja, ich finde das ja auch total faszinierend.

Ich habe mir da vorher gar keine Gedanken gemacht und habe das jetzt bei uns in den Nachrichten gesehen und ich finde das ja wirklich unglaublich.

JOLANDA: Ja, es ist ja wirklich ‘ne Pionierleistung, was da diese Bergleute vollbracht haben.

Es ist wirklich beeindruckend und man hörte vorher … klar man hat immer mal was davon gehört, aber jetzt hat man auch noch so Hintergrundinformationen und sehr viel Emotionen wurden da verbreitet und auch gezeigt im Fernsehen.

Es ist schon beeindruckend.

VERA: Ja, vielleicht mal ganz kurz, was das ist.

Das ist ein neuer Tunnel, der dort erstellt wird und der ist …

JOLANDA: … der längste, der längste der Welt!

VERA: … der längste der Welt!

57 …

JOLANDA: Ja, ja.

Der ist nämlich 57 Kilometer lang.

VERA: Das ist unglaublich, oder?

Das muss man sich vorstellen, wie lange man dann auch nachher braucht, um durch diesen Tunnel hindurch zu fahren.

JOLANDA: Ja.

Ist nicht so geeignet für Leute, die Platzangst haben.

VERA: Ja, das kann ich mir auch vorstellen.

Also das wird ja ein Eisenbahntunnel.

JOLANDA: Ja.

Aber das geht noch ein paar Jahre.

Im Moment ist erstmal der Durchbruch und das war natürlich mit vielen Schwierigkeiten verbunden.

Auch die Arbeitsverhältnisse.

Das sind – wie tief?

– ich glaube 2.400 Meter unter der Erde, ist dieser Tunnel, und da ist es natürlich unheimlich heiß, also bis zu 50 Grad und, ja, man kann auch nicht so gut vorausberechnen – klar man kann’s berechnen, aber es ist immer wieder eine gewisse Unsicherheit, ob die berechneten Fakten dann auch wirklich so vorgefunden werden.

VERA: Ja, ich habe gelesen, dass sie die Temperatur dann etwas heruntergekühlt haben auf 28 Grad, aber selbst das ist ja noch sehr heiß in Anbetracht der schweren körperlichen Arbeit, die die Arbeiter dort machen müssen.

JOLANDA: Ja, und immer ohne Tageslicht.

Also ich stelle mir das wirklich als Schwerstarbeit vor.

VERA: Hm.

Und was ich auch interessant fand ist, dass das Bergleute aus allen möglichen Ländern waren.

Also es waren natürlich auch Schweizer da, aber auch Österreicher, viele Deutsche, Italiener und Portugiesen.

Und die haben dann alle zusammen dort unter der Erde gearbeitet und diesen Tunnel erstellt.

JOLANDA: Ja, das sind natürlich Fachleute aus aller Welt.

Also von dem einen, der da eine ganz wichtige Person ist oder – ja, eigentlich immer noch ist, man kann nicht sagen ‘war’ – der wird natürlich jetzt mit seiner großen Maschine zum nächsten Tunnel fahren, wo er eingesetzt wird und wenn dieser Tunnel halt bei Gibraltar ist, dann fährt er dorthin und wenn das irgendwo in weiß-ich-nicht-wo ist.

Der muss sich ja die Arbeit nach dem Berg aussuchen.

VERA: Ja, ich habe gelesen, diese Tunnelbohrmaschine, die ist 400 Meter lang.

Das muss man sich mal vorstellen.

Eine Maschine, die fast einen halben Kilometer lang ist.

Das kann man sich gar nicht vorstellen.

JOLANDA: Nein.

VERA: Also ich kann’s mir gar nicht vorstellen.

JOLANDA: Ich auch nicht.

VERA: Und ich find’s ganz lustig, die haben sie ja Sissi genannt.

JOLANDA: Ja!

VERA: So einen niedlichen Namen, sage ich jetzt mal, für so eine große Maschine.

Und was ich auch überhaupt nicht verstehen kann ist, dass die das geschafft haben, genau an der richtigen Stelle zu bohren und das praktisch diese zwei Tunnelteile aufeinander getroffen sind.

Dass die wirklich diesen Durchbruch so genau hinbekommen haben.

Das sind ja 57 Kilometer Länge und dann wirklich von zwei Seiten an einem Punkt zusammenzutreffen, das finde ich also eine ganz tolle Leistung.

JOLANDA: Ja.

Aber ich denke, da hat man heute einfach wirklich auch die Messgeräte und mit Laser und da ist die Technik schon so fortgeschritten, die können das wirklich sehr genau berechnen.

VERA: Aber das fasziniert mich trotzdem immer wieder, …

JOLANDA: Na klar.

VERA: … wenn ich so etwas höre.

Das ist unglaublich.

Und was mich auch fasziniert hat ist (richtig: sind) die Mengen, die die bewegt haben und zwar waren das 13 Millionen Kubikmeter Gestein oder 24 Millionen Tonnen und ich kann mir das ja gar nicht vorstellen und dann habe ich irgendwo gelesen, das wäre fünfmal die Cheopspyramide.

JOLANDA: Wow!

Ja, das sind wirklich Mengen.

VERA: Ja.

Das finde ich unglaublich.

Und die bauen da dran seit 15 Jahren und rechnen damit, dass sie noch 7 Jahre brauchen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Was für ein Projekt!

JOLANDA: Es ist ein Riesenprojekt, ja.

Also was mich …

VERA: Und warum hat die Schweiz dieses Projekt so vorangetrieben?

JOLANDA: Wirtschaftliche Gründe.

Dass wir wirklich eine Verbindung zwischen Nord-Süd haben, die dann wirklich auch genutzt werden kann, um große Mengen zu transportieren.

Möglichst schnell.

Um am Ball zu bleiben, sage ich mal.

VERA: Ja, bis jetzt musste das ja alles über die Alpen transportiert werden.

Ich meine, es gab schon einen oder es gibt schon einen Gotthard-Tunnel, aber der ist natürlich wesentlich kürzer und man muss trotzdem noch viel durch die Berge fahren.

JOLANDA: Ja und der jetzige Gotthard-Tunnel ist natürlich bekannt für die vielen Staus, die es dort gibt.

VERA: Also wahrscheinlich dient es dann auch dazu, den Verkehr dort zu reduzieren.

JOLANDA: Ja, ja.

Nochmals zurück zu diesem Tunnelbau.

Etwas, das nichts mit Zahlen, sondern mit Emotionen und Glauben zu tun hat, hat mich sehr beeindruckt und zwar haben die bei jedem Eingang eine Statue der heiligen Barbara.

Also so musste jeder Bergmann oder jede Bergfrau wirklich auch an dieser Statue vorbei und da ist ein unglaublicher …also es ist unglaublich, dieser Glaube, dieser Leute.

Und in diesen Reportagen da beim Durchbruch wurde das auch wirklich gezeigt.

Also da ist wirklich ein Vertrauen da und ich glaube auch eine Hoffnung und das gab den Leuten eine unbeschreibliche Stärke.

VERA: Ja, ich glaube, man braucht vielleicht auch so einen Halt, wenn man so eine gefährliche Arbeit macht.

Weil das erfordert ja jeden Tag wieder neuen Mut in diesen Berg so tief hineinzugehen.

JOLANDA: Ja, man ist ja völlig ausgeliefert.

Man kann nicht nur schnell einfach davonrennen.

Man ist drinnen!

Also, ja.

VERA: Es gab wohl auch einmal eine Art Erdrutsch oder dass dort Gesteinsmassen heruntergekommen sind während des Baus …

JOLANDA: Ja.

VERA: … und da ist ja zum Glück gar niemand dabei verletzt worden.

Es sind zwar, glaube ich, acht Arbeiter insgesamt in dieser Zeit ums Leben gekommen, aber das waren eigentlich ganz alltägliche Unfälle, wie sie beim Rangieren mit Maschinen oder LKWs halt passieren und also nicht ungewöhnlich viel, also man hatte wirklich dann den Schutz dieser Schutzpatronin, hat man das Gefühl.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, das sind ja Männer und auch die stehen zu ihren Gefühlen und man hat auch Tränen gesehen und … ja, einfach so die Verbindung von steinhart und die Weichheit der Gefühle.

Also das war bei diesen Bildern so nah beieinander.

VERA: Ja, man muss sich ja auch vorstellen, man arbeitet so viele Jahre an diesem Projekt und das ist ja ein richtiger Meilenstein jetzt, dass man das geschafft hat, diesen Durchbruch.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also ich kann mir schon vorstellen, wenn man so lange an einem Projekt arbeitet, dass einem das auch wirklich am Herzen dann auch liegt, dass es fertig wird und dass es voran geht.

Ja, das kann ich gut verstehen.

JOLANDA: Ja.

Dann war auch noch die Köchin.

Also die Bergleute, die wohnen dann ja auch dort in der Umgebung und gehen in die Kantine und diese Frau – also klar mit Hilfen, aber sie ist die Hauptverantwortliche – die kocht täglich für 300 Leute.

Und jetzt an diesem Fest hat die für – ich glaube – Neunhundert oder Tausend, musste die ein Mittagessen zubereiten.

Und ich glaube diese Frau ist so ein Angelpunkt oder so die “Mutter” für – Anführungszeichen – oder Ansprechpartnerin für Viele, die da gearbeitet haben.

VERA: Es ist für mich unvorstellbar, für so viele Leute zu kochen.

Ich habe, glaube ich, mal für 50 Leute gekocht und das war schon ein Wahnsinns-Unterfangen, also da muss man auch, glaube ich, sehr viel von Logistik verstehen, um dass dann hinzubekommen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Das muss ja auch alles rechtzeitig fertig sein.

JOLANDA: Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, ihr Mann, der arbeitet auch im Berg und dann … also wenn das ja dann fertig ist, dann haben ja die dort keine Arbeit mehr, oder, und da hat sie einfach so gesagt: “Ja, dann gehe ich einfach mit meinem Mann mit, egal wohin er … wohin es ihn verschlägt.”

Und das, das finde ich so schön.

Eine Frau, die wirklich sagt, ja, ich gehe mit meinem Mann hin, wo halt seine Arbeitsstelle ist.

Wo wieder der nächste Berg ist, den man aushöhlen muss.

VERA: Ja, wenn man das kann von seinem Beruf her, dann ist das natürlich eine tolle Sache.

Das ist ja nicht immer so einfach.

Man möchte ja selber vielleicht auch weiterarbeiten.

Aber …

JOLANDA: Ja, gut.

Da ist natürlich das Team.

Also er arbeitet unten im Berg und sie kocht für die Leute.

Also das geht.

VERA: Das passt.

JOLANDA: Das passt!

Ja!

VERA: Ja, schön.

Jolanda, ich denke, an dieser Stelle haben wir soviel Information gegeben, das reicht.

Oder hast du noch einen Punkt, den du unbedingt noch anbringen wolltest?

JOLANDA: Nee, ich glaube … ich glaube, das ist für den Moment genug und wenn uns mal was wieder einfällt, können wir es ja später nochmals besprechen.

VERA: Genau.

Die 10 Minuten gehen immer so schnell rum.

JOLANDA: Genau.

VERA: Und es soll nicht immer so extrem lange werden, denke ich.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Also es war wieder ein interessantes Thema, denke ich und hoffe ich.

Also wir freuen uns auch, wenn unsere Zuhörer uns sagen, ob’s ihnen gefallen hat oder wenn sie uns vielleicht sagen, was sie mal interessieren würde und …ja, dann danke Jolanda für das Gespräch.

JOLANDA: Ja, ich danke dir!

Bis zum nächsten Mal!

VERA: Bis zum nächsten Mal.

Also Text und Audio gibt’s natürlich dann wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com und dort kann man dann auch die Kommentarfunktion nutzen und uns sagen, wie es angekommen ist, oder was man sich so wünscht.

Dann bis zum nächsten Mal.

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