Jolanda and Vera – Time Change

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist Vera und Jolanda ist heute wieder bei mir.

Wir sind mittlerweile schon ein richtig gutes Team.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Ich hoffe, dir machen die Gespräche, die wir führen, auch so viel Spaß wie mir?

JOLANDA: Ja, klar!

Ja, ja.

VERA: Ja, wir haben uns gut gefunden.

Für alle, die uns vielleicht noch nicht gehört haben, die hören es vielleicht an unseren Akzenten.

Ich komme aus Deutschland …

JOLANDA: … und ich aus der Schweiz …

VERA: … und wir verstehen uns aber ziemlich gut.

Wir kennen uns eigentlich überhaupt nicht persönlich, sondern haben uns nur über LingQ kennengelernt, für alle, die das vielleicht interessiert oder noch nicht wissen.

JOLANDA: Ja.

Und wir haben eine große Leidenschaft.

Das ist nämlich Sprachenlernen.

VERA: Genau.

Und wir haben uns dann dazu durchgerungen oder dazu entschlossen – wie man es sagen will – diesen Podcast hier für LingQ für alle die aufzunehmen, die Deutsch lernen möchten und einfach mal ein paar Gespräche hören wollen.

JOLANDA: Genau.

VERA: So was findet man nämlich im Internet sonst nicht so häufig.

Das meiste sind entweder wissenschaftlich aufbereitete Podcasts oder Interviews mit Prominenten oder Politikern oder so etwas, und wir versuchen halt ganz normal uns zu unterhalten.

JOLANDA: Genau.Oder dann sind es Bücher, Geschichten.

Und da ist es auch immer wieder die passive Form.

Also nicht das direkte Gespräch und ich glaube, in einer Fremdsprache ist es wichtig, dass man auch hört, wie die Leute ganz normal miteinander sprechen.

VERA: Ja, genau.

Ich meine, wenn man so ein Buch hat, dann ist der Text natürlich auch vorgeschrieben und dann liest das halt jemand ab.

Das ist natürlich auch was ganz anderes.

JOLANDA: Ja.

VERA: Wir reden ja jetzt hier ganz frei und ohne irgendeine Vorlage und dann ist auch die Sprache oft eine andere, als wenn man einen geschriebenen Text vor sich hat.

JOLANDA: Genau.Also unsere Podcasts, die sind immer ohne Skript.

Also das Skript wird erst nachher gemacht.

Darum, ja, gibt’s halt Wiederholungen vielleicht, oder wir müssen mal was überlegen oder … – es ist einfach, wie es im Leben ist.

VERA: Genau.Das ist vielleicht auch nicht immer so logisch aufgebaut.

Das geht ein bisschen hin und her.

Wir fallen uns auch manchmal leider ins Wort, weil wir uns auch nicht sehen können, wenn wir das aufnehmen.

Wir machen das nämlich über Skype.

Aber ich denke, das gibt ein ganz gutes Beispiel, wie man die Sprache im Alltag spricht.

JOLANDA: Ja.

VERA: Heute haben wir uns gedacht, dass wir mal über die Zeitumstellung sprechen, weil die ja jetzt stattfindet im Herbst.

Und zwar stellen wir jetzt um von Sommerzeit auf Winterzeit.

JOLANDA: Vera, wie erlebst du die Umstellung von der Zeit?

Macht dir das Mühe oder bereitet dir das Freude oder wie ist das für dich?

VERA: Also ich sage mal so: Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit finde ich sehr angenehm, weil ich dann eine Stunde länger schlafen kann, aber die Umstellung im Frühjahr von der Winterzeit auf die Sommerzeit, die macht mir extrem zu schaffen.

Wie ist das bei dir so?

JOLANDA: Bei mir läuft das eigentlich ganz normal weiter.

Ich stelle dann einfach den Wecker um eine Stunde um und kann mir irgendwie einprogrammieren, ja, es ist halt anders und dann … das hat bis jetzt immer funktioniert.

Also ich habe nie Probleme gehabt mit der Umstellung.

Weil ich die Vorteile so groß finde, vielleicht auch.

Im Sommer, da ist’s dann länger hell und die Tage sind einfach länger und … ja, und dann der Morgen ist dann nicht so schlimm.

VERA: Da bist du aber wirklich zu beneiden, also ich habe da ganz lange dran zu knapsen.

Das macht mir wirklich sehr viel Mühe.

Ich muss natürlich auch sowieso schon ziemlich früh aufstehen.

Und wenn ich dann noch eine Stunde früher aufstehen muss, dann habe ich Mühe aus dem Bett zu kommen und ich bin auch wirklich lange Zeit müde dann noch und habe dann Schwierigkeiten andererseits, abends einzuschlafen.

Weil mein Körper einfach noch auf die Winterzeit eingestellt ist.

Und ich brauche wirklich lang, bis der Körper sich daran gewöhnt hat.

Also meine innere Uhr, die ist bei mir sehr stabil, will ich jetzt mal sagen.

Und meine innere Uhr sagt mir dann einfach, jetzt ist sechs Uhr.

Und wenn ich dann um fünf Uhr aufstehen muss, nach der Zeitumstellung, dann ist es ja eigentlich für meinen Körper fünf Uhr, dann fehlt dem ja eine Stunde.

JOLANDA: Bei mir ist die innere Uhr auch sehr – wie soll ich sagen – fix.

Und zwar, ich brauche einfach sieben bis acht Stunden Schlaf.

Und je nachdem um welche Zeit ich ins Bett gehe, verwache (deutsch: erwache) ich am nächsten Morgen um die entsprechende Zeit.

VERA: Also wenn du später ins Bett gehst, schläfst du auch dann entsprechend länger?

JOLANDA: Ja, also wenn ich ohne Wecker aufstehen kann.

Also nach sieben bis acht Stunden.

Und ich bin nicht der Typ, der mal dann bis am Mittag im Bett liegen liegt (deutsch: bleibt).

Also das habe ich noch nie gekonnt.

Also ich stehe dann auf und ja, wenn ich Zeit und Lust habe, dann kuschele ich mich mal nochmals rein, aber ich muss am Morgen schon auf.

VERA: Ja also das hat sich bei mir im Laufe der Jahre geändert.

Also früher konnte ich das ja auch.

Da konnte ich auch sehr, sehr lange schlafen, vor allem als Teenager.

Da bin ich dann manchmal morgens erst um fünf oder sechs Uhr ins Bett gegangen am Wochenende und habe dann bis Mittags wirklich schlafen können.

Aber heute ist es so, dass ich, wenn ich am Wochenende mal ein, zwei Stunden später ins Bett gehe, ich oft trotzdem sehr, sehr früh aufwache und dann entsprechend weniger geschlafen habe.

Und Jürgen lacht mich deswegen schon immer aus, weil ich da so sensibel geworden bin – muss man sagen.

JOLANDA: Ich konnte auch als Teenager nicht lange schlafen.

Also ich musste … gut vielleicht hat das auch damit zutun, bei mir zuhause, also als ich noch bei meinen Eltern lebte als Teenager, auch am Sonntag, da gab es spätestens … morgens um acht Uhr war das Frühstück.

Auch am Sonntag.

Und …

VERA: Und deine Eltern haben dich dann gnadenlos geweckt?

JOLANDA: Nein, ich hörte das, wenn sie auf sind.

VERA: Ah ja.

JOLANDA: Und ich wusste, das einfach dann ist Frühstückszeit und … ja, aber es war einfach so.

Aber umgekehrt am Morgen, da hatte ich Mühe zum Aufstehen.

Bei uns war zweimal in der Woche Frühmesse.

Da mussten wir schon um sieben Uhr – also für mich war das damals extrem früh – da mussten wir schon um sieben Uhr in der Kirche sein und da war ich … mein Blutdruck war unten, ich war bleich, ich bin fast ohnmächtig geworden.

Also das war wirklich eine Qual.

Und da hat mich dann meine Mutter manchmal schlafen lassen, dass ich dann erst in die Schule gehen und nicht in diese Frühmesse, aber da gab’s dann Reklamationen vom Pfarrer und, ja, das gab heiße Diskussionen.

VERA: Also das war richtig ernst für euch oder wichtig, dass man auch in diese Frühmesse gegangen ist?

JOLANDA: Ja, in einem Dorf!

Weißt du, da … ja, ja, das war so.

Und meine Mutter hat sich da dann manchmal durchgesetzt und hat das auch dem Pfarrer gesagt, dass sie es nicht verantworten könne, mich so früh zu wecken und da hat, … Ich weiß noch mal, einmal musste ich zur Strafe aufstehen in der Schule, weil ich eben nicht in der Frühmesse war und dann hat meine Mutter (mit) ihm telefoniert und gesagt eigentlich müsste er sie als Mutter strafen und nicht mich als Kind, weil sie hätte mich nicht geweckt.

Das fand ich so toll, dass sie sich für mich eingesetzt hat.

VERA: Ja, das finde ich auch sehr nett, muss ich wirklich sagen, und ich finde das auch vom Lehrer pädagogisch wirklich daneben.

Ich glaube, heute würde das auch nicht mehr so gemacht werden, oder?

JOLANDA: Nein, nein, nein, dass … dass … aber damals.

VERA: Ja, ja.

JOLANDA: Das waren noch andere Zeiten.

VERA: Ich habe hier einen Podcast gehört, da hat ein Chronobiologe über dieses ganze Thema gesprochen und da ging es aber nicht nur um die Zeitumstellung, sondern generell um die innere Uhr, die die Menschen haben und er meinte dann auch, dass manche Menschen einen sozialen Jetlag haben.

Hast du das auch schon gehört?

JOLANDA: Ähm, ich habe jetzt gerade einen Blackout.

Erkläre es doch mal.

VERA: Der hat also gemeint, dass es Menschen gibt, die einen inneren Rhythmus haben, der eben nicht zu dem – sage ich mal – Standard-Tagesablauf passt.

Zum Beispiel wenn man arbeiten geht oder zur Schule geht, muss man oft um acht Uhr da sein.

Und die sind aber vielleicht Nachteulen und für die wäre zehn Uhr morgens die beste Zeit um zu lernen oder zu arbeiten und die haben dann einen sozialen Jetlag.

Denen ihre innere Uhr passt nicht zum Tagesablauf, wie er ist.

Und das hat er als sozialen Jetlag bezeichnet.

Jetlags kennt man ja sonst vom Reisen her …

JOLANDA: Genau.

VERA: … wenn man eine Zeitverschiebung erlebt hat.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Habe ich auch gerade hinter mir im Sommer.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und da habe ich auch lange gebraucht, bis ich wieder normal schlafen konnte.

Also mein Schlafrhythmus ist, glaube ich, sehr anfällig für Zeitverschiebungen, leider Gottes.

Also es wäre schöner oder einfacher für mich, wenn es nicht so wäre.

JOLANDA: Ja, also eben als Kind hatte ich das, wie ich jetzt so höre, ja, hatte ich das wirklich.

Also das war ganz schlimm.

Morgens früh war ich Null und nix.

Da war ich extrem abends, ein Abendmensch.

VERA: Hm.

JOLANDA: Ja.Aber jetzt ist es eben … vor allem jetzt, wo ich mit Leuten spreche über Skype, da im Zusammenhang mit Sprachenlernen, die da in Amerika leben und wohnen, da telefoniere ich manchmal wirklich zu Unzeiten, also … Und, klar, wenn ich es mir einteilen kann und dann nachher meine acht, sieben oder acht Stunden schlafen kann, ist das ja okay, aber wenn ich natürlich am Morgen pünktlich aufstehen muss, ja, dann liegt das nur am Wochenende drin.

VERA: Dieser Chronobiologe, der hat auch noch erklärt, dass die Kinder oft Frühtypen sind, also das erlebt man ja bei Babys oder bei Kleinkindern, dass die einen sehr zeitig wecken, dass man in der Pubertät dann immer später wird und regelrecht zur Nachteule wird, und dass es dann, wenn man älter wird aber wieder kippt und wir wieder zu Menschen werden, die immer früher aufstehen.

Und dann meinte er dann noch, dass für Teenager die Schule wirklich ‘ne Katastrophe ist, wenn die um acht Uhr beginnt, weil für die wäre das eigentlich Mitternacht, weil sie solche Nachteulen sind.

Das wäre so, als würden wir um Mitternacht zur Schule gehen müssen für uns.

JOLANDA: Ja, also das habe ich wirklich erlebt.

Also ich hatte, als ich unterrichtete, hatte ich manchmal um 7:20 Uhr die erste Lektion und …

VERA: Um 7:20 Uhr?

JOLANDA: Hat die begonnen, ja.

VERA: Boah!

JOLANDA: Ja!

Und du kannst dir ja vorstellen, da hatte (Deutschland: gab) es zum Teil Kinder, die hatten einen halbstündigen Schulweg.

Und das war manchmal wirklich hart.

Für mich als Lehrerin und für die Kinder, die dann schon aufmerksam sein sollten.

Also … ja …

VERA: Ja, das finde ich unglaublich früh.

Ich verstehe auch nicht, wofür das gut sein soll, so früh zu beginnen, also der Tag hat 24 Stunden.

Es spielt keine Rolle, ob ich nun früher oder später anfange.

JOLANDA: Finde ich auch, ja.

Aber so Stundenplaner, die haben da manchmal ganz andere Vorstellungen.

Und einmal, da war es ganz extrem.

Da hatte ich am Montag nur eine Stunde Schule und die hat morgens um 7.20 Uhr begonnen und nachher hatte ich den ganzen Montag frei.

Stelle dir das mal vor.

Mein Wochenende war unterbrochen, wegen einer Stunde!

VERA: Das ist ja grausam!

Ja, das ist wirklich unglaublich.

Und vor allem, wenn man dann mal wach ist, kann man ja nachher auch schlecht wieder einschlafen oder sich wieder hinlegen.

Also ich würde das nicht machen.

Ich schlafe tagsüber eigentlich nie und ich habe halt festgestellt, dass ich dann abends meistens sehr gut einschlafen kann.

JOLANDA: Also ich kann eigentlich immer sehr gut einschlafen.

Und wenn ich tagsüber extrem müde bin, da kann ich mich hinlegen und schlaf kurz ein, also das … ob es hell ist oder dunkel.

Wenn mein Körper müde ist, dann schläft er einfach.

Und wenn er nicht müde ist, dann … dann eben nicht!

VERA: Du bist zu beneiden.

Also ich schlafe normalerweise auch gut.

Aber tagsüber kann ich eigentlich gar nicht schlafen.

Das ist mir also nur gelungen nachdem wir aus Amerika zurückkamen und ich diesen Jetlag noch hatte, aber da habe ich es nach Möglichkeit vermieden, um wieder in den normalen Rhythmus zu kommen und ansonsten lege ich mich eigentlich nur hin, wenn ich einmal sehr starke Kopfschmerzen habe.

Und ich habe auch gar keine Zeit.

JOLANDA: Ja eben!

Apropos Zeit!

Ich glaube, wir sollten dringendst unterbrechen.

Das Thema wäre zwar noch …Da könnten wir noch lange darüber sprechen, aber ich glaube, die Zeit läuft und mehr als 10 Minuten ist glaube ich, zu lange für unseren Podcast.

VERA: Oh danke, Jolanda!

Da hast du jetzt gut aufgepasst.

Ich hätte jetzt, glaube ich, noch stundenlang darüber geredet.

Ja, also Text und Audio werden wir dann wieder in der deutschen Bibliothek von LingQ einstellen, also auf http://www.LingQ.com und dort könnt Ihr es dann also nachlesen.

Ich werde mich jetzt gleich dransetzen und das Transkript anfertigen und dann könnt Ihr das bei LingQ studieren.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen.

Ich sage Tschüss, bis zum nächsten Mal.

JOLANDA: Eine gute Zeit, wünscht Euch auch Jolanda.

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