Jolanda and Vera – Cataracts

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Jolanda and Vera talk about cataracts, an eye disease. Jolanda speaks about her surgery. Jolanda und Vera sprechen über den Grauen Star, eine Augenerkrankung. Wie ist Jolandas Operation verlaufen?

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und ich begrüße Jolanda.

Hallo Jolanda, guten Morgen.

JOLANDA: Guten Morgen, Vera.

VERA: Ja, ich hoffe, du bist schon munter und wach für unser Gespräch heute.

JOLANDA: Jawohl, bin ich.

Habe meinen Kaffee getrunken und bin bereit.

VERA: Ich auch schon.

Ich habe auch schon ein bisschen was gefrühstückt, dass ich was im Magen habe.

Und du hast einen Themenvorschlag für heute.

JOLANDA: Ja und zwar so am Ende des Jahres, der Rückblick, was das größte oder beste Ereignis für mich war, und das war meine Augenoperation.

Darüber möchte ich gerne etwas erzählen.

VERA: Ja, erzähl mal.

Das interessiert mich auch.

JOLANDA: Also ich trage ja schon lange eine Brille, ich glaube so seit ich 12 Jahre alt bin.

Ich bin kurzsichtig und das war eigentlich ganz okay bis vor etwa 3 Jahren.

Da bekam ich dann die Nachricht, dass ich den Grauen Star hätte und zwar den frühen Grauen Star und der geht am Anfang ganz langsam und dann plötzlich ganz schnell.

VERA: Wie wurde das festgestellt?

JOLANDA: Bei einer Untersuchung.

* Also ich ging zum Optiker, weil ich nicht mehr so gut sah und dachte, ja, wieder mal eine neue Brille und dann hat der gesagt: “Ich verkaufe Ihnen im Moment keine neue Brille, gehen Sie erstmal zum Augenarzt.”

Und dann sagte ich noch so: “Ja, das können Sie auch.

Eine neue Brille bestimmen ist doch nicht so ein Ding.”

Und dann sagte er: “Nein, nein.

Nein, nein.

Gehen Sie zum Augenarzt.”

Okay, ich ging dahin und der hat dann eben diese Diagnose gestellt.

Das es nicht nur die Hornhautverkrümmung ist, sondern wirklich eine Trübung der Linse.

VERA: Und das hat der Optiker also quasi schon gesehen oder erahnt bei der Untersuchung?

JOLANDA: Genau.

Aber er darf das nicht sagen.

Weil er kein Arzt ist.

Aber er hat mir den Tipp gegeben zum Augenarzt zu gehen und der Tipp, der war gut.

Und der Augenarzt hat dann gesagt: “Ja, warten Sie mal ab.

Das hat noch Zeit zum operieren.

Sie werden es dann schon merken, wenn es soweit ist.”

Und das ging dann wirklich langsam vorwärts, aber so ein halbes Jahr vor der Operation, da ging es wirklich rapide.

VERA: Wie hast du das gemerkt?

War das dann ein getrübtes Bild oder war das ‘ne Einschränkung, dass du ein kleineres Sehfeld hattest oder wie merkt man das?

JOLANDA: Nein.

Das Sehfeld bleibt gleich, aber es ist einfach immer nebliger.

Es wird alles immer verschwommener und weil das am Anfang so langsam kommt, merkt man den Unterschied wirklich lange gar nicht.

Und dann plötzlich, also innerhalb von einem Monat, war ich von 50 Prozent auf 30 Prozent und dann waren noch die Sommerferien.

Dann war zuerst der eine Augenarzt weg, dann der andere, der mich operiert hat.

Also die Wartezeit war dann wirklich schlimm.

Also ich hab dann … wirklich von diesen 30 Prozent, sage ich jetzt, bis dann einen Monat später dann zur Operation, da habe ich wirklich fast nichts mehr gesehen.

Das ging dann auch wirklich ganz schnell.

VERA: Das ist ja schrecklich.

Dann konntest du dann auch nicht lesen oder im Internet … JOLANDA: Da habe ich alles ganz groß gestellt und Internet, das ging eigentlich noch am besten.

Das ging noch besser als Bücher lesen oder irgendwie auf der Straße.

Ich habe die Leute nicht mehr erkannt.

Also das war ganz schlimm.

Weil die Leute waren oft beleidigt, wenn ich sie im Bus nicht erkannt habe, dabei habe ich es einfach nicht gesehen.

Ich hab’s wirklich nicht gesehen.

VERA: Ja, ja.

JOLANDA: Und ich hatte ja Panik.

Ich wollte die Operation erst gar nicht.

Bis es dann wirklich so schlimm war, dass ich aufgegeben habe und gesagt habe, okay, ich lasse es machen.

VERA: Na gut, wer lässt sich schon gerne operieren.

Ich meine, da hat man schon immer ein ungutes Gefühl dabei.

JOLANDA: Ja, ja, und … VERA: Und ist das dann unter Narkose, Vollnarkose, gemacht worden oder nur örtlich betäubt?

JOLANDA: Also das wurde ambulant gemacht und zwar habe ich zuerst nur ein Auge * und da kommt man in die Tagesklinik und innerhalb von zwei Stunden ist das Ganze erledigt.

VERA: Zwei Stunden?

JOLANDA: Ja.

Zwei Stunden.

Also man kommt.

Dann kriegt man Tropfen ins Auge, das operiert wird.

Dann muss man etwa eine Stunde warten, bis die wirken.

Nachher kommt man in ein Vorzimmer.

Dort muss man sich umziehen, wie für eine Operation.

Und dann kommt man in den Operationsraum.

Dort kommt der Narkosearzt, der einem eine Infusion steckt und ein leichtes Beruhigungsmittel gibt.

Und die Herztätigkeit, Sauerstoffzufuhr und einfach alles wird ganz genau kontrolliert.

Und dann ist man aber wach.

Man ist völlig bei Bewusstsein.

Man kriegt dann im Operationszimmer noch andere Tropfen, dass das Auge wirklich total unempfindlich wird.

Dann wird einem so ein Tuch über den Kopf geklebt, damit nur noch das zu operierende Auge offen ist und dann beginnt das Ganze und die Operation an und für sich geht etwa 20 Minuten.

Da wird ein Schnitt gemacht beim Auge, die alte Linse wird abgesaugt und beim ersten Auge habe ich dann immer auf dieses Geräusch gewartet, ich habe mir vorgestellt, das Absaugen, das würde so tönen * wie beim Zahnarzt irgendwie.

Und dieses Geräusch kam nie und nie und plötzlich war alles vorbei.

VERA: Also es war schon erledigt und du hast es praktisch gar nicht mitbekommen, den entscheidenden Moment.

JOLANDA: Genau.

Also das wird abgesaugt und er hat dann auch noch gesagt, er müsse da noch etwas abkratzen von Hand und dann wird die neue Linse eingefügt.

Die wird zusammengefaltet und eingefügt und dann muss sie sich wieder öffnen.

Und, ja, dann kommt man wieder so in einen anderen Stuhl, wo man noch etwas ruhen darf, ja vielleicht 10, 20 Minuten.

Und beim ersten Mal war ich quicklebendig, da war’s mir gut, und beim zweiten Mal hatte ich da so einen kurzen Schwindel.

VERA: Das war wahrscheinlich von der Narkose, denke ich, oder?

JOLANDA: Es war nicht ‘ne richtige Narkose, es war nur ein Beruhigungsmittel.

Man ist voll da.

Also ich habe während der Operation mit dem Arzt gesprochen, also, da … VERA: Es war eine örtliche Betäubung, denke ich.

JOLANDA: Ja, also wirklich nur das Auge.

Ja, ja.

VERA: Also hast du auch keine Schmerzen während der Operation gehabt.

JOLANDA: Nein, nein.

Absolut nicht.

VERA: Und danach?

JOLANDA: Eigentlich auch nicht.

Nein.

Es ist einfach ein … wenn du die Augen schließt und wieder öffnest hast du das Gefühl, du hättest einen Fremdkörper drin.

Und zwar, habe ich mir dann erklären lassen, ist das der Schnitt.

Der Schnitt ist ja eine Wunde und das geht etwa einen Monat.

Als ich zur Kontrolle ging, da sagte ich, ah, ich habe sicher ‘ne Wimper im Auge oder irgendsowas und dann sagte er: “Nein, nein.

Das ist nur das Gefühl, es wäre was drin.”

Und jetzt ist das wirklich vorbei.

Also ich spür das nicht mehr.

VERA: Ja schön.

Und wie hat sich das Sehvermögen verbessert?

Kannst du jetzt wieder genauso sehen wie vorher oder vielleicht sogar besser?

JOLANDA: Also das ist … Ich muss vielleicht zuerst sagen, beim ersten Auge, also den ersten Tag hat man ja einen Verband drauf und dann wird das am nächsten Tag abgenommen und für mich war das wie ein Wunder.

Ich stand da und habe einfach nur geschaut, weil ich plötzlich Dinge sah, die ich nicht mehr erkennen konnte: viele Strukturen, Farben, Formen.

Also für mich war das … Ich war irgendwie fast schockiert.

Also als ich zum ersten Mal dann wieder im Supermarkt war, ich stand einfach da und habe nur geschaut.

VERA: Das ist schön.

Also das war ein voller Erfolg für dich!

JOLANDA: Ja und als ich zum ersten Mal beim Bankomat Geld raus ließ hatte ich so eine Hundert-Frankennote in den Händen und habe das angeschaut und habe gedacht: “Uh, hoffentlich ist die echt!”

Weil das sah so anders aus.

Weißt du, die Noten, die Banknoten, die haben ja so viele Strukturen, so viele kleine Dinge, damit sie nicht so leicht gefälscht werden können und das habe ich alles nie gesehen vorher.

VERA: Also ich kann es mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast, als du dann auf einmal diese Farben gesehen hast.

Ich sehe ja auch schlecht.

Ich trage ja auch schon seit 35 Jahren eine Brille und das ist für mich zum Beispiel auch ein Unterschied wie Tag und Nacht, wenn ich die Brille absetze oder wenn ich sie aufhabe.

Wenn ich sie absetze bin ich ja auch blind wie ein Maulwurf, würde ich mal sagen.

Also da würde es mir wahrscheinlich gehen wie dir.

Da würde ich auch im Bus sitzen und würde die Leute nicht erkennen, ja.

Und deswegen kann ich das vielleicht ein bisschen nachempfinden, wie es dir dann jetzt geht, nur das ich das durch eine Brille einfach bewerkstellige.

JOLANDA: Ja.

VERA: Noch bewerkstellige.

JOLANDA: Ja.

Ja.

VERA: Das ist schön, dass du mir das erzählt hast, weil wenn das bei mir mal der Fall sein sollte, dann habe ich jetzt nicht solche Angst davor.

JOLANDA: Ja, also das ist auch der Grund warum … Zuerst dachte ich, ja, das geht niemand etwas an, aber ich denke, wenn ich einige Leute ermuntert kann oder die Angst nehmen kann vor dieser Operation, dann ist dieser Podcast wirklich … dann hat er für mich eine zusätzliche Aufgabe erfüllt.

Und beim zweiten Auge, da hatte ich etwas mehr Komplikation, also Komplikation ist übertrieben, aber da hatte ich einen Blut … wie sagt man, … es war ganz rot nach der Operation.

Das war … VERA: Ein Bluterguss?

JOLANDA: Ja, nicht richtig Bluterguss, aber einfach das Weiße vom Auge war bei der ersten Operation weiß geblieben, und beim zweiten Auge war das dann ganz rot.

Aber das ist dann wieder vergangen und hatte keine negativen Auswirkungen.

Und nach der Operation des zweiten Auges war dann das Blickfeld größer, viel größer.

Die Sehqualität war dann nicht mehr so unterschiedlich, weil vom ersten Auge war ich ja schon gewöhnt, aber das Blickfeld, das ist jetzt natürlich viel größer.

VERA: Und wie es jetzt mit der Brille?

JOLANDA: Ja, das ist jetzt nochmals ein anderes Thema.

Also für mich war es natürlich schon mal gut so wieder gut zu sehen.

Und jetzt, also die ersten sechs Wochen soll man ja noch keine Brille anpassen, weil sich das Auge ja nochmals verändert.

Und ich habe eigentlich das Gefühl, ich sehe recht gut, aber mit einer Brille sehe ich natürlich besser.

Ich habe jetzt eine neue Brille und zwar eine für die Weite und eine Lesebrille, aber da habe ich mich noch nicht so richtig daran gewöhnt.

Also mir ist eigentlich … ich fühle mich wohler ohne Brille.

Aber um zum Beispiel einen Kinofilm gut zu sehen, ist es besser, wenn ich mir die Brille aufsetze.

Oder wenn ich lange lese, dann ziehe ich auch die Lesebrille an.

VERA: Also hat sich auch die Sehstärke verändert und die Brille muss neu angepasst werden jetzt.

JOLANDA: Auf jeden Fall.

VERA: Du brauchst also jetzt nicht mehr so eine starke Brille wie vorher?

JOLANDA: Ja, ja.

Also die Hornhautverkrümmung, die ich vorher hatte, die ist natürlich geblieben.

Aber es gibt ja auch Leute, die nur den Grauen Star haben, und die brauchen natürlich nachher keine Brille mehr.

Weil das sind wie zwei verschiedene Paar Schuhe.

VERA: Ja.

Also ich kann dann nicht hoffen, dass ich dann keine Brille mehr brauche, weil meine Kurzsichtigkeit dann wahrscheinlich nicht verschwinden wird.

JOLANDA: Ja, das kann sein.

Aber das ist ja die Forschung noch dran.

Es gibt Leute, die sich dann eine entsprechende Linse einsetzen lassen.

Ich denke in einigen Jahren wird man da auch wieder andere Linsen noch einsetzen.

VERA: Ach so.

Die dann dieses Problem gleich mit ausgleichen.

Das ist natürlich eine interessante Idee.

JOLANDA: Ja, ja.

Aber die Forschung ist ja da so schnell und ich denke, bis in zwei, drei Jahren sieht das schon wieder ganz anders aus.

VERA: Ja, da werde ich mich dann einmal auf dem Laufenden halten, falls ich auch irgendwann einmal dieses Problem bekomme.

Jolanda, das war superinteressant, was du da erzählt hast.

Also das hat mich sehr gefreut, dass du dieses Thema zur Sprache gebracht hast, weil wir doch alle älter werden und vielleicht alle mal dieses Problem haben werden.

Grauer Star ist ja nicht so selten.

JOLANDA: Sehr häufig.

VERA: Das kommt ja doch häufig vor und deswegen denke ich, da kann jeder von profitieren, wenn er da an deinen Erfahrungen teilhaben kann.

Hast du noch etwas, das du sagen möchtest oder wollen wir an dieser Stelle Schluss machen?

JOLANDA: Ich glaube, wir machen mal Schluss und falls jemand noch Fragen hat, also, man kann mich ja vielleicht auch direkt ansprechen, wenn irgendwas noch direkt zu klären wäre.

VERA: Genau.

Wir können das dann ja im Forum weiter diskutieren bei LingQ, ja?

Ja also Text und Audio werden wir auf jeden Fall in der deutschen Bibliothek von LingQ, einstellen, also auf http://www.LingQ.com, also LingQ.com.

Und dann sage ich erstmal Danke Jolanda und Tschüss.

JOLANDA: Und Tschüss.

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