Jolanda and Vera – Food

Study the transcript of this episode as a lesson on LingQ, saving the words and phrases you don’t know to your database. Here it is!

Jolanda and Vera talk about Cooking and Food. Jolanda und Vera sprechen über Kochen und Essen.

Hallo und herzlich willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist Vera und gleich hört Ihr mich eine Unterhaltung mit Jolanda führen.

Dieser Podcast ist auf eine ganz besondere Art entstanden.

Jolanda und ich haben nämlich nach der Aufzeichnung unseres letzten Podcasts noch ein wenig miteinander geplaudert und im Laufe des Gesprächs kamen wir auf die Idee, dass dieses Gespräch auch für einen Podcast geeignet wäre.

Die Aufnahmesoftware lief während unseres Gesprächs weiter und deshalb könnt Ihr unsere Unterhaltung nun hören.

Jolanda und ich wünschen Euch viel Spaß dabei.

VERA: So, da bin ich wieder.

JOLANDA: Ja, ich auch.

VERA: Ich muss mal gucken, ob ich das ein bisschen kürze, weil das ist jetzt relativ lang gewesen und ich weiß jetzt nicht, wie viel wir da doppelt hatten.

Das sehe ich dann mal.

JOLANDA: Ja.

VERA: Aber wenn nicht, lassen wir es halt so lange.

Also ich denke, es war auch ganz lustig.

War ganz in Ordnung.

Du kannst aber ruhig auch mal überlegen, ob dir irgendein Thema einfällt, über das du gern mal reden willst.

Ich meine, die Themen hatte ich jetzt mir alle so überlegt.

JOLANDA: Ja, ja.

Ich habe mir mal was aufgeschrieben, aber jetzt habe ich es nicht.

VERA: Brauchen wir nicht jetzt.

Also ich denke mal, das reicht jetzt erstmal für heute, oder?

JOLANDA: Ja.

Ja, ich glaube schon, ja.

VERA: Ich will jetzt noch ein bisschen Wäsche machen und ein bisschen Koffer packen und was man halt so alles machen muss, gell.

Und du hast geschrieben, dass du jetzt fastest?

JOLANDA: Ja, das habe ich wieder abgebrochen, ja, weil ich ja eingeladen war.

Ja, aber das ist so seltsam.

Wenn ich nichts esse, dann bekomme ich plötzlich Energie.

VERA: Deswegen wollte ich jetzt gerade sagen, vielleicht hast du auch eine Unverträglichkeit auf irgendwelche Lebensmittel.

JOLANDA: Verschiedene Dinge haben sie schon überprüft und finden nichts.

Ja.

VERA: Wenn nicht, musst du das so machen, wie die das machen, wenn die ‘nen richtigen Test machen, dass man auch wie du jetzt erstmal fastest und dann fängt man an mit einer Gruppe Nahrungsmitteln und isst nur Lebensmittel aus dieser Gruppe und sieht, wie es dann geht, eine Woche lang.

Dann kommt das nächste Nahrungsmittel dazu.

Dass man meinetwegen mit Getreide anfängt, dann kommen (kommt ist falsch) vielleicht Milchprodukte dazu, dann kommen irgendwie vielleicht Eier dazu, dann kommt Fleisch dazu.

Dann musst du mal gucken.

Da gibt’s bestimmt so Pläne, wie man das genau macht.

Und das machen die bei Leuten, wo die sonst nichts herausfinden und manchmal klappt es damit.

Oder – gut ‘ne Bekannte von mir – die hat dann rausgefunden, dass sie Laktose-Intoleranz hat.

Aber sie hat’s halt anders gemerkt, aber das wusste sie auch nicht, und seitdem sie dann auf Laktose verzichtet ist es besser geworden.

Oder vielleicht hast du ein Mineralwasser, was du nicht verträgst, ja.

JOLANDA: Eben.

Irgendetwas muss es doch sein.

VERA: Das denke ich auch.

Wenn du sagst, dass es dir mit Fasten aber besser geht, dann denke ich, dass es schon in der Richtung wahrscheinlich etwas ist.

JOLANDA: Kann schon sein.

Gut, klar, also für mich ist Fasten auch immer eine Meditationszeit.

Also ich faste nicht nur wegen den körperlichen Dingen, sondern es ist für mich auch eine spirituelle Angelegenheit.

VERA: Ja, aber deswegen alleine würde es dir ja nicht besser gehen.

Also ich denke, das hat dann schon auch was mit der Ernährung zu tun.

JOLANDA: Ja, ja, ja.

Aber ich esse ja so gern.

Und ich habe so gerne ein Glas Wein und … Aber darum kann ich nicht einfach, oder will ich auch gar nicht, ohne Nahrung sein.

VERA: Stimmt.

JOLANDA: Es gibt ja Leute, die wirklich über Jahre ohne Nahrung leben.

VERA: Na, das kann ich mir nicht vorstellen.

JOLANDA: Hast du diesen Film gesehen?

Ähm – Am Anfang war das Licht.

VERA: Nein, habe ich nicht gesehen.

Geht es da um dieses Thema?

JOLANDA: Ja, ja, also das ist ein Dokumentarfilm, wo wirklich Leute über Jahre ohne Nahrung leben.

VERA: Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, aber … okay.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also irgendwo muss ja normal Energie herkommen.

JOLANDA: Ja, aber die nehmen das aus der Luft.

Oder aus dem Universum.

Also das ist …

VERA: Also ich kann’s eigentlich nicht glauben, aber okay.

Was wollte ich denn jetzt sagen?

Jetzt ist es weg.

Irgendetwas wollte ich noch sagen.

Ach so, wenn du gerne isst, dann musst du mal den Film Julie & Julia angucken, oder Julia & Julia, ich weiß jetzt gar nicht so genau, wie er heißt, mit Meryl Streep.

Da geht’s um Kochen und Essen.

JOLANDA: Oh!

VERA: Den haben wir am Wochenende geguckt.

JOLANDA: Ist das jetzt ein Kinofilm, oder?

VERA: Oh, der war vor einem oder anderthalb Jahren im Kino und ich habe ihn auf DVD neulich günstig bekommen.

Und es ist jetzt nicht so ein extrem aufregender Film, aber er erzählt die Lebensgeschichte von zwei Frauen, die gerne kochen.

Die eine so nach dem zweiten Weltkrieg – hat die gekocht -; die muss ‘ne ganz bekannte Köchin oder Kochbuchautorin gewesen sein in den USA, und das andere spielt praktisch heute und handelt von einer jungen Frau, die die ganzen Rezepte aus diesem Kochbuch nachkocht und sich auch dieser Köchin dann nahe fühlt.

Und es wird dann die Lebensgeschichte dieser zwei Frauen erzählt.

JOLANDA: Hei, ja.

Und das heißt Julia …?

Kannst du’s mir schreiben, wie der Film heißt?

VERA: Warte mal ‘ne Sekunde.

Ich hole gerade mal die Hülle, damit ich’s auch richtig schreibe.

… Also, er heißt Julie & Julia.

Er ist mit der Meryl Streep.

Die sehe ich halt sehr gerne, die mag ich sehr gerne, und was mir auch gefallen hat ist dann dieses Extra, wo sie darüber berichten, wie der Film gedreht worden ist.

Das hat mir auch gefallen.

Das fand ich auch ganz schön und da hat dann der eine Schauspieler erzählt, dass sie bei der einen Szene, da essen sie Bruschetta.

Das sieht schon sehr lecker aus, also am liebsten möchte man wirklich reinbeißen, wenn man’s sieht, und als sie diese Szene gedreht haben, da musste er 32 Stück aber davon essen.

JOLANDA: 32!

VERA: Also ich sage mal, normal würde man vielleicht vier, fünf Stück davon essen mit Appetit und dann wäre man satt, ja, und der musste 32 Stück davon essen und der hat es dann so gemacht, dass er vorher nichts gegessen hat, den ganzen Tag schon immer, und sie hatten ihm auch extra einen Eimer hingestellt, falls er sich übergeben muss.

Und … also das fand ich dann schon beeindruckend, also was Schauspieler so auf sich nehmen.

JOLANDA: Ja, also da läuft schon einiges.

Auch hinter den Kulissen, also, ist nicht immer … Kennst du übrigens die Videos von Oliver, wie heißt er jetzt, Oliver, der Engländer.

VERA: Ich habe ihn mal gesehen, aber ich gucke mir normal nicht so Kochshows oder Kochsendungen oder so was an, aber ich habe ihn mal in irgendeiner Show gesehen, da haben sie mal ein kleines Stück gezeigt von ihm und meine Arbeitskollegin, die war glaube ich mal in London und hat ihn besucht da.

JOLANDA: Ja, also ich schaue mir das manchmal an um mein Englisch, also meinen Englischwortschatz – apropos Lebensmittel – etwas – ja – anzueignen und ich finde diesen Typ total cool, also der hat ja so einfach begonnen.

Der hat bei sich Zuhause für Freunde gekocht und dann irgendwann wurde das mal aufgenommen und so hat sich das von sage mal Null zu einer Prominenz entwickelt.

Also jetzt geht er in Schulen und berät dort die Leute, ja, wie sie sich besser ernähren können oder sollen und macht da wirklich Aufklärungsarbeit.

Also es gibt Kinder, die kennen nicht mal die einfachsten Früchte oder Gemüse, weil die immer nur Fertiggerichte essen.

VERA: Hm.

Ja, so was gibt es hier bei uns auch.

Ja so was gibt es hier bei uns auch.

Der Alfons Schubeck (Anmerkung: Falsch, Johann Lafer ist richtig), der macht das auch und zwar mit der Uni Fulda zusammen.

Darüber habe ich nämlich mal einen Artikel geschrieben für meine Reihe “A bis Z: Geschichten aus der Zeitung”, darum weiß ich das so genau.

JOLANDA: Aha.

Ja, ja, also das finde ich natürlich schon …also wenn man so mit einer Leichtigkeit den Leuten auch wirklich gutes Wissen vermitteln kann, also das … ja, ja eben.

Und Kochen ist ja so wichtig und Essen sowieso.

Ach, ach ich esse doch so gern.

VERA: Ja, ich esse auch gerne.

Und ich koche auch gerne.

Meistens jedenfalls.

Siehst du, jetzt hätten wir doch darüber auch schon wieder einen Podcast aufnehmen …

JOLANDA: Ja, aber vielleicht kannst du das ja verwenden.

VERA: Also ich hab’s jetzt aufgenommen, weil das läuft jetzt automatisch mit sobald ich Skype anmache, weil ich das so habe …

JOLANDA: Also ich habe das während dem Sprechen, habe ich da letztlich daran gedacht, wow, also das wird ja wieder so interessant.

VERA: Genau.

Aber weißt du, was ich dann in jedem Fall jetzt noch anmerken möchte, das wir nämlich gestern afrikanisch Essen waren.

Hast du das schon mal gemacht?

JOLANDA: Nein, afrikanisch war ich noch … nein, nein.

VERA: Das war auch unser erstes Mal und zwar haben wir so einen Schlemmerblock.

Ich weiß nicht, ob es bei Euch auch so was gibt.

Also das ist so ein Gutscheinheft und mit diesen Gutscheinen bekommt man dann das zweite Gericht umsonst, wenn man zwei Hauptgerichte bestellt.

Das heißt man isst dann mit zwei Personen zum Preis von einer Person, wenn man gleich teure Sachen bestellt, und das ist ideal, wenn man mal Sachen ausprobieren will, finde ich.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und dann war da ein Gutschein drin von diesem afrikanischen Restaurant und dann habe ich gestern gesagt, das probieren wir jetzt mal aus.

Der Jürgen wollte zwar gerne griechisch Essen gehen, aber mir war nach einem Experiment zumute und dann sind wir dahin gegangen und das war ganz faszinierend.

Das Essen kam dann in vielen Schüsseln und sie hat dann eine große Platte in die Mitte gestellt, die Bedienung.

Dort lag dann Fladenbrot drauf, ganz frisch gebackenes, und da drauf hat sie dann immer so esslöffelweise kleine Portionen gegeben von den verschiedenen Gerichten und wir haben dann ein Fladenbrot bekommen, das hat man dann in kleine Stücke sich passend gerissen und hat damit dann das Essen aufgenommen.

Also es gab kein Besteck.

Wir haben mit den Fingern gegessen.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Und das war ganz interessant gewürzt und hat alles sehr, sehr gut geschmeckt.

Also das war dann ein Püree aus Kichererbsen dabei, es war ein Linsengericht dabei, Spinat, dann eine Mischung aus Kartoffeln, Bohnen und Möhren und als Fleisch gab es jeweils eine Art Eintopf mit Fleisch würde ich sagen – oder wie so ein Gulasch fast – mit Rindfleisch, das war relativ scharf, mit Hühnchenfleisch, das war sehr angenehm gewürzt, und mit Tartar, also so Rinderhack.

JOLANDA: Hm.

VERA: Und das hat alles ganz super lecker.

Also ich kannte das vorher auch nicht und wir waren alle begeistert und angenehm angetan und Vanessa hat es besonders gut gefallen.

Kannst du dir vorstellen warum?

JOLANDA: Ja.

Weil sie mit den Fingern essen durfte.

VERA: Genau.

Ich sehe schon, du kennst dich mit Kindern aus.

Ja, also da gehen wir bestimmt noch mal hin.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und dann sieht man, dass dieser Schlemmerblock auch ‘ne tolle Erfindung ist, weil ohne den, wären wir da vielleicht gar nicht hingegangen und hätten das nie ausprobiert.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Gute Idee.

VERA: Hm.

Ich habe dann die Kellnerin noch gefragt, aus welcher Region von Afrika die Gerichte stammen – weil Afrika ist ja groß – und sie sagte mir aus Äthiopien und Eritrea.

Und wenn man dort reingekommen ist, dann hat es schon so toll nach Gewürzen gerochen und ich liebe ja Gewürze und Kräuter und so etwas.

Also ich kann das nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Gut, also das war jetzt ein ungeplanter Podcast.

JOLANDA: Aber ich glaube, das Thema ist ganz interessant und vielleicht können wir da ja so “Küche aus aller Welt” wieder mal, ja, uns etwas überlegen und unsere Erfahrungen weitergeben.

VERA: Das sollten wir auf jeden Fall noch mal vertiefen.

Und ich werde einen kleinen Vorspann dann sprechen für diesen Podcast noch.

JOLANDA: Hm.

VERA: Aber nur einen ganz kurzen und ja, jetzt bin ich mal gespannt, wie das angekommen ist bei unseren Zuhörern.

JOLANDA: Ja.

Wir warten gespannt auf Eure Rückmeldungen!

VERA: Genau.

Also ich werde mich jetzt dann hinsetzen und wieder ein Transkript anfertigen und dann werdet Ihr das in der deutschen Bibliothek von LingQ lesen können und das Audio dazu anhören können, also geht auf http://www.LingQ.com in die deutsche Bibliothek und da findet Ihr dann den Podcast.

Dann sage ich jetzt mal Tschüss Jolanda, bis zum nächsten Mal.

JOLANDA: Tschüss Vera.

Jolanda and Vera – eBooks

Study this episode and any others from the LingQ German Podcast on LingQ! Check it out.

VERA: Hallo und herzlich willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist Vera und ich grüße Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Hallo, wie geht es dir, Jolanda?

JOLANDA: Danke, gut.

Es ist so richtig Herbstwetter bei uns.

Es ist schon recht kühl.

Wir haben so fünf Grad Celsius und der Schnee ist schon recht nahe.

Also der Säntis hat schon 12 Zentimeter Schnee.

VERA: Wirklich?

Oh!

JOLANDA: Ja.

VERA: Das ist ja ganz schön viel.

Bei uns ist es auch sehr herbstlich.

Letzte Woche hatten wir richtig tolles Wetter, so diesen Goldenen Oktober, aber diese Woche ist es mehr so trüb.

Also wahrscheinlich ganz ähnlich wie bei dir.

JOLANDA: Und regnerisch.

VERA: Hm, ja, ein bisschen feucht ist es auch.

Also gestern war es relativ trocken, aber am Samstag, da hat es die ganze Zeit geregnet.

Das war nicht so schön.

JOLANDA: Ja.Aber wir sitzen ja jetzt im Trockenen und können miteinander sprechen.

VERA: Ja Gott sei dank im Trockenen.

Ja, bei dem Wetter ist es nicht so schön draußen.

Obwohl, wenn man sich richtig anzieht kann man auch gut rausgehen.

JOLANDA: Ja man sagt ja, es gibt nicht schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleider.

VERA: Genau.Das sagen wir auch: schlechte Kleidung.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Ihr sagt “unpassend”?

JOLANDA: Hm, nein.

Das habe ich jetzt so gesagt, weil ich es in Hochdeutsch gesagt habe.

Solche Dinge sage ich natürlich sonst im Dialekt.

VERA: Ja, gut.

Das ist wahrscheinlich recht ungewöhnlich, so lange und so viel Hochdeutsch zu sprechen, oder?

JOLANDA: Ja also im Großen und Ganzen ist es kein Problem, aber für so Redewendungen.

Klar, die verwende ich natürlich im Dialekt.

Und dann muss ich die Übersetzen.

VERA: Genau.Das ist ja jetzt auch nicht so schlimm.

Also wer uns schon öfter gehört hat, dem ist vielleicht auch aufgefallen, dass die Redewendungen in der Schweiz teilweise ein bisschen anders sind oder dass ihr auch Worte habt, die anders sind als bei uns oder die Grammatik manchmal ein bisschen anders ist, aber ich glaube, das ist alles kein großes Problem.

Wir verstehen uns sehr gut.

JOLANDA: Ja.Zum Beispiel beim Schreiben ist es ja auch so, ihr habt dieses Doppel-S, das haben wir nicht, also ich habe das auch nie gelernt.

Bitte?

VERA: Das ß (Eszett), nennen wir das.

JOLANDA: Ja, genau, genau, ja.

VERA: Ja, ich habe das auch gelesen, das ihr das nicht kennt.

Aber …

JOLANDA: Ja.

VERA: … ich denke, wenn man das einmal gehört hat, dass es das gibt, und dann gibt es auch keine Verständnisschwierigkeiten.

JOLANDA: Ja, ich fand es nur so lustig, als mich mal jemand darauf hingewiesen hat, dass ich da Rechtschreibfehler hätte, das würde man so schreiben und ich war ganz entsetzt im ersten Moment, weil … ja wirklich, wir verwenden das einfach nicht.

Wir lesen es zwar, klar, wenn wir in Büchern lesen, wir können es lesen, aber aktiv verwenden wir das nicht.

VERA: Ja, und demjenigen war wahrscheinlich auch nicht bewusst, dass es diesen Unterschied gibt.

Ich weiß es halt, aber ich weiß es vor allem deshalb, weil ich bei LingQ als Tutor auch aktiv bin und mich deshalb mit diesen Dingen etwas befasst habe.

JOLANDA: Genau, ja.

VERA: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das vorher auch wusste.

Das kann ich jetzt gar nicht mehr genau sagen.

Ich glaube, ich habe es eigentlich auch erst dadurch gelernt oder erfahren, dass es so ist.

JOLANDA: Man muss ja zum Glück nicht alles wissen.

VERA: Da bin ich weit von entfernt!

Ja, wir wollen heute über elektronische Bücher, also eBooks sprechen, haben wir uns ausgemacht.

Hast du denn ein eBook oder einen eBook-Reader, Jolanda?

JOLANDA: Nein, habe ich nicht und im Moment ist es für mich auch noch nicht so aktuell, weil – ich liebe Bücher, also ich liebe Bücher, die ich anfassen kann und … ja, das hat für mich auch eine ganz besondere Wertung, also ein Buch zu haben.

Aber ich verfolge das und ich denke, es kommt vielleicht mal der Moment, wo ich wirklich froh bin um ein eBook, wenn ich unterwegs bin, nicht zuviel Kilos schleppen muss oder wenn ich mit dem Flugzeug in die Ferien reise, da nicht so viele Kilos im Gepäck habe, wenn ich da einfach mein eBook einpacken kann.

Also im Hinterkopf spielt da schon der Gedanke, früher oder später.

Aber vielleicht ist später auch die Technik noch etwas besser und das Angebot etwas besser.

VERA: Also ich sehe, heute gibt es keine Kontroverse.

Ich bin da eigentlich weitestgehend deiner Meinung.

Also ich mag persönlich auch Bücher unheimlich gerne und ich mag dieses Gefühl auch, Bücher anzufassen und zu riechen und ich weiß auch nicht.

Ein Buch hat für mich eine gewisse emotionale Bedeutung auch – ein Buch in der Hand zu halten.

Bücher sind für mich etwas wertvolles, etwas wichtiges in meinem Leben und die begleiten mich auch schon sehr, sehr lange.

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass man dasselbe Gefühl hat, wenn man ein gedrucktes Buch in der Hand hält und wenn man ein Buch auf einem eBook-Reader liest.

Aber andererseits bin ich natürlich auch technikbegeistert.

JOLANDA: Ja.Das ist natürlich faszinierend und natürlich einfach, wenn ich da mir ein Buch einfach runterladen kann.

Da muss ich nicht noch extra in die Bibliothek gehen und das auslehnen (ausleihen) und, und, und … Also ich kann mir vorstellen unter gewissen Umständen ist das sicher ganz praktisch.

VERA: Ja genau so stelle ich mir das auch vor.

Ich denke auch, dass es bestimmte Bereiche gibt, wo so ein eBook wirklich praktisch ist, zum Beispiel wenn man verreist und möchte nicht 10 Bücher mit sich mitschleppen …

JOLANDA: Genau.

VERA: …, sondern hat dann nur diesen handlichen eBook-Reader.

Also das finde ich eine faszinierende Vorstellung.

Was mich im Moment noch ein bisschen abhält davon ist einmal das, was du auch schon gesagt hast, dass die Technik sich ja noch im Moment rasant ändert und dass es vielleicht da noch viele Verbesserungen gibt, da hoffe ich noch drauf, aber auch dass die Bücher in Deutschland noch wahnsinnig teuer sind, die elektronischen Bücher, und dass die alle ein DRM drauf haben, also einen Kopierschutz …

JOLANDA: Ja.

VERA: … und das finde ich wirklich schade, weil ein normales Buch, wenn ich das nicht mag, kann ich es verkaufen oder verschenken oder wenn ich es mag, kann ich es verleihen und das fällt ja alles weg bei einem eBook.

JOLANDA: Genau.

VERA: Und dann kann das nach meinem Gefühl oder darf das nach meinem Gefühl nicht dasselbe kosten oder fast dasselbe kosten, wie ein gedrucktes Buch.

Und das ist ja leider in Deutschland so.

JOLANDA: Ja, eben.

Das stört mich auch im Moment.

Aber ich denke, da müssen sie sich was einfallen lassen.

Also das … das wird nicht so bleiben.

VERA: Wie ist das in der Schweiz?

Sind die dort auch so teuer wie in Deutschland oder …?

JOLANDA: Also ich muss dir jetzt ehrlich sagen, weil es für mich im Moment noch nicht aktuell ist, bin ich nicht ganz sicher, aber ich glaube schon, dass das gleich ist, weil wir haben ja … ich glaube schon.

Und es gibt dann einzelne Bibliotheken, wo du eBooks runterladen kannst, aber dann ist das wieder an ein gewisses Gerät gebunden.

Für diese Bibliothek kannst du es mit diesem und für diese mit dem anderen und das finde ich nicht so praktisch.

VERA: Ja genau.

Das ist mir auch noch aufgefallen, dass da praktisch jeder Anbieter von elektronischen Büchern sein eigenes Gerät hat und dass die nicht kompatibel untereinander sind, d.h.

wenn ich mir von Amazon den Kindle kaufe, dann kann ich nachher auch nur Bücher bei Amazon dort kaufen.

JOLANDA: Genau.

VERA: Und wenn ich mir, ich weiß nicht, wo es (diese) noch jetzt gibt, ich Thalia weiß ich, dort gibt es auch einen eBook-Reader, dann bin ich an Thalia gebunden und das finde ich nicht zeitgemäß.

JOLANDA: Genau.

VERA: So wie beim MP3 – da kann ich ja jeden MP3-Spieler nehmen und es funktioniert.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und das würde ich mir für eBooks ja auch wünschen, dass das voll kompatibel untereinander wäre.

JOLANDA: Ja, aber ich denke, da müssen wir eine kurze Zeit warten und dann wird sich das ändern.

VERA: Ja, ich hoffe das.

Weil zum Beispiel in Spanien, ist der Umsatz mit elektronischen Büchern um 500 Prozent gestiegen, also die verkaufen jetzt die fünffache Menge schon.

Oder in den USA, da werden mittlerweile mehr elektronische Bücher als normale Bücher, als Hardcover-Bücher, verkauft.

Das ist doch unglaublich.

JOLANDA: Ist unglaublich, ja.

VERA: Und bei uns sind es gerade mal fünf Prozent oder maximal fünf Prozent des Umsatzes, der mit elektronischen Büchern gemacht wird.

Aber doch nur, weil die so teuer sind!

JOLANDA: Ja, ja klar.

Ja, die sind einfach … im Moment sind sie zu teuer.

VERA: Ja.

Also ich verstehe das auch nicht, dass die Verlage das nicht begreifen, sage ich jetzt mal einfach so.

Denn wenn ich das günstiger mache, interessieren sich doch viel, viel mehr Leute dafür.

Also für mich hat deshalb ein gedrucktes Buch im Moment immer noch einen wesentlich höheren Wert.

Und zumal die Geräte ja auch nicht gerade so günstig sind.

Sie werden jetzt günstiger, aber sie kosten immer noch weit über 100 Euro oder 200 Euro, je nachdem, welches Gerät man kauft und das muss man ja auch erstmal nachher sparen im Vergleich zu einem gedruckten Buch.

Und wenn ich nur zwei oder drei Euro pro Buch spare, dann dauert das schon eine Weile, bis sich das gerechnet hat.

JOLANDA: Ja, ja.

Und eben.

Ich kann es nicht auslehnen (ausleihen), ich kann es nicht … ja, es ist ja nachher auch blockiert.

Also ein gekauftes Buch, das habe ich dann und kann damit machen, was ich will.

Also die Vorteile sind für mich im Moment schon noch beim gedruckten Buch.

VERA: Ja, also ich sehe das genauso.

Ich kaufe mir im Moment auch gedruckte Bücher.

Ich gebe auch zu, ich kaufe manchmal gebrauchte Bücher.

JOLANDA: Ja, ich auch.

Ja, oh!

Bücherflohmarkt, das ist für mich ein Paradies!

Oder die Bücherbrocki.

Ah, da …

VERA: Die was?

JOLANDA: … da werde ich immer schwach.

VERA: Was ist Bücherbrocki?

JOLANDA: Die Bücherbrocki?

Da bringen Leute ihre Bücher hin, die sie nicht mehr verwenden.

Häufig auch wenn ein Haushalt aufgelöst wird und da gibt es Sammlungen, Fundgruben, das ist das Paradies.

Und da kannst du für zwischen zwei und fünf Franken – es kommt darauf an – also Fachbücher sind teurer als Taschenbücher zum Beispiel, aber zwischen zwei und fünf Franken kannst du dir ein Buch kaufen.

VERA: Hm.

Kommt wahrscheinlich auch immer darauf an, wie aktuell das Buch ist.

JOLANDA: Nein.

Also Taschenbücher sind billiger und gebundene Bücher sind teuer und Sachbücher sind teuer als Romane.

VERA: Ja, ich nutze da meistens Amazon.

Die verkaufen ja auch gebrauchte Bücher oder bieten eine Plattform um gebrauchte Bücher zu verkaufen oder ich nutze auch manchmal eBay und ersteigere mir dort ein Buch.

Vor allem mache ich das halt bei relativ neuen Titeln, die meinetwegen noch 25 oder 30 Euro oder mehr kosten und wenn die dann die Hälfte kosten, dann kaufe ich mir die dort, dann manchmal, wenn ich dann nicht mehr warten will, bis es ein Taschenbuch gibt oder warum auch immer.

Oder ich nehme auch gerne die Kiste mit Remittenden, wo man ja dann die Bücher praktisch neuwertig erhält und sie kosten aber nur einen Bruchteil und die Bücher sind dann nur mit einem kleinen Stempel entwertet.

Das macht mir dann auch nichts aus.

Aber …

JOLANDA: Was heißt das, Remittenden?

Dieses Wort kenne ich nicht.

VERA: Das sind von den Verlagen Bücher, die die dann zu reduzierten Preisen herausgeben, weil die angeblich irgendwelche Fehler haben.

Aber meistens haben die gar keine.

Also es kommt auch mal vor, dass die Schrammen haben oder am Umschlag ‘ne kleine Beschädigung ist oder so etwas, aber eigentlich dient es der Lagerräumung.

Und das sind oft ganz neuwertige Bücher und die kriegen dann nur irgendwo ‘nen Stempel, unten an der Schnittkante oft, damit die nicht zum vollen Preis verkauft werden können von den Buchhandlungen.

Und ganz normale Buchhandlungen führen die oft.

Und dort kriegt man dann ein Buch, was vielleicht vorher 25 Euro gekostet hat für 7 oder 8 Euro.

JOLANDA: Ah!

VERA: Die sind halt meistens dann nicht so ganz neu, also keine Bücher, die jetzt gerade herausgegeben worden sind, aber da kann man richtige Schnäppchen machen.

Ich war gerade vor zwei Wochen in der Stadt und habe mir dann eine ganze Tüte voll Bücher mitgenommen.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Das mag ich immer.

Ja, also ich werde noch ein bisschen warten, bevor ich ernsthaft über einen eBook-Reader nachdenke, aber ich will es auch nicht ganz von mir weisen, ob ich mir irgendwann einen kaufe, aber das DRM ist auch ein Punkt, der mich im Moment stark davon abhält und ich hoffe, dass die Buchverlage denselben Weg gehen werden, wie die Musikindustrie und das wieder abschaffen werden.

JOLANDA: Hm.

Ja.

VERA: Bei den MP3s war es ja auch so.

Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, dass die eine Zeitlang diesen Kopierschutz hatten und das wurde aber dann auch wieder abgeschafft.

Weil ich denke mir, das ist ja auch kompliziert, wenn das Gerät kaputt geht.

JOLANDA: Ja.Ja, dann ist ja alles verloren.

VERA: Dann ist alles verloren.

Was mache ich denn dann?

Muss ich die dann alle noch mal kaufen?

Muss ich ehrlich sagen, ich habe keine Ahnung.

JOLANDA: Lassen wir es auf uns zukommen, liebe Vera.

VERA: Ja, genau.

JOLANDA: Wir werden dann wieder informieren, wenn wir dann unser eBook haben.

VERA: Genau, wenn wir uns eines angeschafft haben, sprechen wir auf jeden Fall noch mal darüber und über unsere persönlichen Erfahrungen.

JOLANDA: Genau.Aber das ist sicher dann ein späteres Thema.

VERA: Genau.Ja, dann danke für das Gespräch, Jolanda.

JOLANDA: Hat mich gefreut, mit dir die Gedanken auszutauschen und ich hoffe, wir hören uns bald wieder.

Tschüss, Vera.

VERA: Tschüss Jolanda.

Mit Sicherheit hören wir uns bald wieder.

Text und Audio wird wie immer in der Bibliothek von LingQ zu finden sein, also auf http://www.LingQ.com und wir würden uns auch sehr freuen, wenn Ihr uns einen Kommentar hinterlasst, wie Euch dieser Podcast gefallen hat, nicht wahr Jolanda?

JOLANDA: Ja, klar!

VERA: Macht das!

Wir freuen uns.

Bis dann.

Tschüss.

Jolanda and Vera – Time Change

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist Vera und Jolanda ist heute wieder bei mir.

Wir sind mittlerweile schon ein richtig gutes Team.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Ich hoffe, dir machen die Gespräche, die wir führen, auch so viel Spaß wie mir?

JOLANDA: Ja, klar!

Ja, ja.

VERA: Ja, wir haben uns gut gefunden.

Für alle, die uns vielleicht noch nicht gehört haben, die hören es vielleicht an unseren Akzenten.

Ich komme aus Deutschland …

JOLANDA: … und ich aus der Schweiz …

VERA: … und wir verstehen uns aber ziemlich gut.

Wir kennen uns eigentlich überhaupt nicht persönlich, sondern haben uns nur über LingQ kennengelernt, für alle, die das vielleicht interessiert oder noch nicht wissen.

JOLANDA: Ja.

Und wir haben eine große Leidenschaft.

Das ist nämlich Sprachenlernen.

VERA: Genau.

Und wir haben uns dann dazu durchgerungen oder dazu entschlossen – wie man es sagen will – diesen Podcast hier für LingQ für alle die aufzunehmen, die Deutsch lernen möchten und einfach mal ein paar Gespräche hören wollen.

JOLANDA: Genau.

VERA: So was findet man nämlich im Internet sonst nicht so häufig.

Das meiste sind entweder wissenschaftlich aufbereitete Podcasts oder Interviews mit Prominenten oder Politikern oder so etwas, und wir versuchen halt ganz normal uns zu unterhalten.

JOLANDA: Genau.Oder dann sind es Bücher, Geschichten.

Und da ist es auch immer wieder die passive Form.

Also nicht das direkte Gespräch und ich glaube, in einer Fremdsprache ist es wichtig, dass man auch hört, wie die Leute ganz normal miteinander sprechen.

VERA: Ja, genau.

Ich meine, wenn man so ein Buch hat, dann ist der Text natürlich auch vorgeschrieben und dann liest das halt jemand ab.

Das ist natürlich auch was ganz anderes.

JOLANDA: Ja.

VERA: Wir reden ja jetzt hier ganz frei und ohne irgendeine Vorlage und dann ist auch die Sprache oft eine andere, als wenn man einen geschriebenen Text vor sich hat.

JOLANDA: Genau.Also unsere Podcasts, die sind immer ohne Skript.

Also das Skript wird erst nachher gemacht.

Darum, ja, gibt’s halt Wiederholungen vielleicht, oder wir müssen mal was überlegen oder … – es ist einfach, wie es im Leben ist.

VERA: Genau.Das ist vielleicht auch nicht immer so logisch aufgebaut.

Das geht ein bisschen hin und her.

Wir fallen uns auch manchmal leider ins Wort, weil wir uns auch nicht sehen können, wenn wir das aufnehmen.

Wir machen das nämlich über Skype.

Aber ich denke, das gibt ein ganz gutes Beispiel, wie man die Sprache im Alltag spricht.

JOLANDA: Ja.

VERA: Heute haben wir uns gedacht, dass wir mal über die Zeitumstellung sprechen, weil die ja jetzt stattfindet im Herbst.

Und zwar stellen wir jetzt um von Sommerzeit auf Winterzeit.

JOLANDA: Vera, wie erlebst du die Umstellung von der Zeit?

Macht dir das Mühe oder bereitet dir das Freude oder wie ist das für dich?

VERA: Also ich sage mal so: Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit finde ich sehr angenehm, weil ich dann eine Stunde länger schlafen kann, aber die Umstellung im Frühjahr von der Winterzeit auf die Sommerzeit, die macht mir extrem zu schaffen.

Wie ist das bei dir so?

JOLANDA: Bei mir läuft das eigentlich ganz normal weiter.

Ich stelle dann einfach den Wecker um eine Stunde um und kann mir irgendwie einprogrammieren, ja, es ist halt anders und dann … das hat bis jetzt immer funktioniert.

Also ich habe nie Probleme gehabt mit der Umstellung.

Weil ich die Vorteile so groß finde, vielleicht auch.

Im Sommer, da ist’s dann länger hell und die Tage sind einfach länger und … ja, und dann der Morgen ist dann nicht so schlimm.

VERA: Da bist du aber wirklich zu beneiden, also ich habe da ganz lange dran zu knapsen.

Das macht mir wirklich sehr viel Mühe.

Ich muss natürlich auch sowieso schon ziemlich früh aufstehen.

Und wenn ich dann noch eine Stunde früher aufstehen muss, dann habe ich Mühe aus dem Bett zu kommen und ich bin auch wirklich lange Zeit müde dann noch und habe dann Schwierigkeiten andererseits, abends einzuschlafen.

Weil mein Körper einfach noch auf die Winterzeit eingestellt ist.

Und ich brauche wirklich lang, bis der Körper sich daran gewöhnt hat.

Also meine innere Uhr, die ist bei mir sehr stabil, will ich jetzt mal sagen.

Und meine innere Uhr sagt mir dann einfach, jetzt ist sechs Uhr.

Und wenn ich dann um fünf Uhr aufstehen muss, nach der Zeitumstellung, dann ist es ja eigentlich für meinen Körper fünf Uhr, dann fehlt dem ja eine Stunde.

JOLANDA: Bei mir ist die innere Uhr auch sehr – wie soll ich sagen – fix.

Und zwar, ich brauche einfach sieben bis acht Stunden Schlaf.

Und je nachdem um welche Zeit ich ins Bett gehe, verwache (deutsch: erwache) ich am nächsten Morgen um die entsprechende Zeit.

VERA: Also wenn du später ins Bett gehst, schläfst du auch dann entsprechend länger?

JOLANDA: Ja, also wenn ich ohne Wecker aufstehen kann.

Also nach sieben bis acht Stunden.

Und ich bin nicht der Typ, der mal dann bis am Mittag im Bett liegen liegt (deutsch: bleibt).

Also das habe ich noch nie gekonnt.

Also ich stehe dann auf und ja, wenn ich Zeit und Lust habe, dann kuschele ich mich mal nochmals rein, aber ich muss am Morgen schon auf.

VERA: Ja also das hat sich bei mir im Laufe der Jahre geändert.

Also früher konnte ich das ja auch.

Da konnte ich auch sehr, sehr lange schlafen, vor allem als Teenager.

Da bin ich dann manchmal morgens erst um fünf oder sechs Uhr ins Bett gegangen am Wochenende und habe dann bis Mittags wirklich schlafen können.

Aber heute ist es so, dass ich, wenn ich am Wochenende mal ein, zwei Stunden später ins Bett gehe, ich oft trotzdem sehr, sehr früh aufwache und dann entsprechend weniger geschlafen habe.

Und Jürgen lacht mich deswegen schon immer aus, weil ich da so sensibel geworden bin – muss man sagen.

JOLANDA: Ich konnte auch als Teenager nicht lange schlafen.

Also ich musste … gut vielleicht hat das auch damit zutun, bei mir zuhause, also als ich noch bei meinen Eltern lebte als Teenager, auch am Sonntag, da gab es spätestens … morgens um acht Uhr war das Frühstück.

Auch am Sonntag.

Und …

VERA: Und deine Eltern haben dich dann gnadenlos geweckt?

JOLANDA: Nein, ich hörte das, wenn sie auf sind.

VERA: Ah ja.

JOLANDA: Und ich wusste, das einfach dann ist Frühstückszeit und … ja, aber es war einfach so.

Aber umgekehrt am Morgen, da hatte ich Mühe zum Aufstehen.

Bei uns war zweimal in der Woche Frühmesse.

Da mussten wir schon um sieben Uhr – also für mich war das damals extrem früh – da mussten wir schon um sieben Uhr in der Kirche sein und da war ich … mein Blutdruck war unten, ich war bleich, ich bin fast ohnmächtig geworden.

Also das war wirklich eine Qual.

Und da hat mich dann meine Mutter manchmal schlafen lassen, dass ich dann erst in die Schule gehen und nicht in diese Frühmesse, aber da gab’s dann Reklamationen vom Pfarrer und, ja, das gab heiße Diskussionen.

VERA: Also das war richtig ernst für euch oder wichtig, dass man auch in diese Frühmesse gegangen ist?

JOLANDA: Ja, in einem Dorf!

Weißt du, da … ja, ja, das war so.

Und meine Mutter hat sich da dann manchmal durchgesetzt und hat das auch dem Pfarrer gesagt, dass sie es nicht verantworten könne, mich so früh zu wecken und da hat, … Ich weiß noch mal, einmal musste ich zur Strafe aufstehen in der Schule, weil ich eben nicht in der Frühmesse war und dann hat meine Mutter (mit) ihm telefoniert und gesagt eigentlich müsste er sie als Mutter strafen und nicht mich als Kind, weil sie hätte mich nicht geweckt.

Das fand ich so toll, dass sie sich für mich eingesetzt hat.

VERA: Ja, das finde ich auch sehr nett, muss ich wirklich sagen, und ich finde das auch vom Lehrer pädagogisch wirklich daneben.

Ich glaube, heute würde das auch nicht mehr so gemacht werden, oder?

JOLANDA: Nein, nein, nein, dass … dass … aber damals.

VERA: Ja, ja.

JOLANDA: Das waren noch andere Zeiten.

VERA: Ich habe hier einen Podcast gehört, da hat ein Chronobiologe über dieses ganze Thema gesprochen und da ging es aber nicht nur um die Zeitumstellung, sondern generell um die innere Uhr, die die Menschen haben und er meinte dann auch, dass manche Menschen einen sozialen Jetlag haben.

Hast du das auch schon gehört?

JOLANDA: Ähm, ich habe jetzt gerade einen Blackout.

Erkläre es doch mal.

VERA: Der hat also gemeint, dass es Menschen gibt, die einen inneren Rhythmus haben, der eben nicht zu dem – sage ich mal – Standard-Tagesablauf passt.

Zum Beispiel wenn man arbeiten geht oder zur Schule geht, muss man oft um acht Uhr da sein.

Und die sind aber vielleicht Nachteulen und für die wäre zehn Uhr morgens die beste Zeit um zu lernen oder zu arbeiten und die haben dann einen sozialen Jetlag.

Denen ihre innere Uhr passt nicht zum Tagesablauf, wie er ist.

Und das hat er als sozialen Jetlag bezeichnet.

Jetlags kennt man ja sonst vom Reisen her …

JOLANDA: Genau.

VERA: … wenn man eine Zeitverschiebung erlebt hat.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Habe ich auch gerade hinter mir im Sommer.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und da habe ich auch lange gebraucht, bis ich wieder normal schlafen konnte.

Also mein Schlafrhythmus ist, glaube ich, sehr anfällig für Zeitverschiebungen, leider Gottes.

Also es wäre schöner oder einfacher für mich, wenn es nicht so wäre.

JOLANDA: Ja, also eben als Kind hatte ich das, wie ich jetzt so höre, ja, hatte ich das wirklich.

Also das war ganz schlimm.

Morgens früh war ich Null und nix.

Da war ich extrem abends, ein Abendmensch.

VERA: Hm.

JOLANDA: Ja.Aber jetzt ist es eben … vor allem jetzt, wo ich mit Leuten spreche über Skype, da im Zusammenhang mit Sprachenlernen, die da in Amerika leben und wohnen, da telefoniere ich manchmal wirklich zu Unzeiten, also … Und, klar, wenn ich es mir einteilen kann und dann nachher meine acht, sieben oder acht Stunden schlafen kann, ist das ja okay, aber wenn ich natürlich am Morgen pünktlich aufstehen muss, ja, dann liegt das nur am Wochenende drin.

VERA: Dieser Chronobiologe, der hat auch noch erklärt, dass die Kinder oft Frühtypen sind, also das erlebt man ja bei Babys oder bei Kleinkindern, dass die einen sehr zeitig wecken, dass man in der Pubertät dann immer später wird und regelrecht zur Nachteule wird, und dass es dann, wenn man älter wird aber wieder kippt und wir wieder zu Menschen werden, die immer früher aufstehen.

Und dann meinte er dann noch, dass für Teenager die Schule wirklich ‘ne Katastrophe ist, wenn die um acht Uhr beginnt, weil für die wäre das eigentlich Mitternacht, weil sie solche Nachteulen sind.

Das wäre so, als würden wir um Mitternacht zur Schule gehen müssen für uns.

JOLANDA: Ja, also das habe ich wirklich erlebt.

Also ich hatte, als ich unterrichtete, hatte ich manchmal um 7:20 Uhr die erste Lektion und …

VERA: Um 7:20 Uhr?

JOLANDA: Hat die begonnen, ja.

VERA: Boah!

JOLANDA: Ja!

Und du kannst dir ja vorstellen, da hatte (Deutschland: gab) es zum Teil Kinder, die hatten einen halbstündigen Schulweg.

Und das war manchmal wirklich hart.

Für mich als Lehrerin und für die Kinder, die dann schon aufmerksam sein sollten.

Also … ja …

VERA: Ja, das finde ich unglaublich früh.

Ich verstehe auch nicht, wofür das gut sein soll, so früh zu beginnen, also der Tag hat 24 Stunden.

Es spielt keine Rolle, ob ich nun früher oder später anfange.

JOLANDA: Finde ich auch, ja.

Aber so Stundenplaner, die haben da manchmal ganz andere Vorstellungen.

Und einmal, da war es ganz extrem.

Da hatte ich am Montag nur eine Stunde Schule und die hat morgens um 7.20 Uhr begonnen und nachher hatte ich den ganzen Montag frei.

Stelle dir das mal vor.

Mein Wochenende war unterbrochen, wegen einer Stunde!

VERA: Das ist ja grausam!

Ja, das ist wirklich unglaublich.

Und vor allem, wenn man dann mal wach ist, kann man ja nachher auch schlecht wieder einschlafen oder sich wieder hinlegen.

Also ich würde das nicht machen.

Ich schlafe tagsüber eigentlich nie und ich habe halt festgestellt, dass ich dann abends meistens sehr gut einschlafen kann.

JOLANDA: Also ich kann eigentlich immer sehr gut einschlafen.

Und wenn ich tagsüber extrem müde bin, da kann ich mich hinlegen und schlaf kurz ein, also das … ob es hell ist oder dunkel.

Wenn mein Körper müde ist, dann schläft er einfach.

Und wenn er nicht müde ist, dann … dann eben nicht!

VERA: Du bist zu beneiden.

Also ich schlafe normalerweise auch gut.

Aber tagsüber kann ich eigentlich gar nicht schlafen.

Das ist mir also nur gelungen nachdem wir aus Amerika zurückkamen und ich diesen Jetlag noch hatte, aber da habe ich es nach Möglichkeit vermieden, um wieder in den normalen Rhythmus zu kommen und ansonsten lege ich mich eigentlich nur hin, wenn ich einmal sehr starke Kopfschmerzen habe.

Und ich habe auch gar keine Zeit.

JOLANDA: Ja eben!

Apropos Zeit!

Ich glaube, wir sollten dringendst unterbrechen.

Das Thema wäre zwar noch …Da könnten wir noch lange darüber sprechen, aber ich glaube, die Zeit läuft und mehr als 10 Minuten ist glaube ich, zu lange für unseren Podcast.

VERA: Oh danke, Jolanda!

Da hast du jetzt gut aufgepasst.

Ich hätte jetzt, glaube ich, noch stundenlang darüber geredet.

Ja, also Text und Audio werden wir dann wieder in der deutschen Bibliothek von LingQ einstellen, also auf http://www.LingQ.com und dort könnt Ihr es dann also nachlesen.

Ich werde mich jetzt gleich dransetzen und das Transkript anfertigen und dann könnt Ihr das bei LingQ studieren.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen.

Ich sage Tschüss, bis zum nächsten Mal.

JOLANDA: Eine gute Zeit, wünscht Euch auch Jolanda.

Jolanda and Vera – The Gotthard-Basistunnel

This and all episodes of this podcast are available to study as a lesson on LingQ. Try it here.

Jolanda and Vera talk about the new tunnel that will connect Northern and Southern Europe. Jolanda und Vera sprechen über den neuen Tunnel, der Nord- und Südeuropa verbinden wird.

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist wieder Vera und Jolanda ist heute wieder bei mir.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Ich weiß nicht, hast du es in den Nachrichten oder den Zeitungen verfolgt?

Am Gotthard ist der Durchbruch des neuen Basistunnels erfolgt.

JOLANDA: Ja, das ist natürlich bei uns Tagesthema.

Du kannst dir vorstellen, die ganze Schweiz ist da in einer Euphorie.

VERA: Ja, ich finde das ja auch total faszinierend.

Ich habe mir da vorher gar keine Gedanken gemacht und habe das jetzt bei uns in den Nachrichten gesehen und ich finde das ja wirklich unglaublich.

JOLANDA: Ja, es ist ja wirklich ‘ne Pionierleistung, was da diese Bergleute vollbracht haben.

Es ist wirklich beeindruckend und man hörte vorher … klar man hat immer mal was davon gehört, aber jetzt hat man auch noch so Hintergrundinformationen und sehr viel Emotionen wurden da verbreitet und auch gezeigt im Fernsehen.

Es ist schon beeindruckend.

VERA: Ja, vielleicht mal ganz kurz, was das ist.

Das ist ein neuer Tunnel, der dort erstellt wird und der ist …

JOLANDA: … der längste, der längste der Welt!

VERA: … der längste der Welt!

57 …

JOLANDA: Ja, ja.

Der ist nämlich 57 Kilometer lang.

VERA: Das ist unglaublich, oder?

Das muss man sich vorstellen, wie lange man dann auch nachher braucht, um durch diesen Tunnel hindurch zu fahren.

JOLANDA: Ja.

Ist nicht so geeignet für Leute, die Platzangst haben.

VERA: Ja, das kann ich mir auch vorstellen.

Also das wird ja ein Eisenbahntunnel.

JOLANDA: Ja.

Aber das geht noch ein paar Jahre.

Im Moment ist erstmal der Durchbruch und das war natürlich mit vielen Schwierigkeiten verbunden.

Auch die Arbeitsverhältnisse.

Das sind – wie tief?

– ich glaube 2.400 Meter unter der Erde, ist dieser Tunnel, und da ist es natürlich unheimlich heiß, also bis zu 50 Grad und, ja, man kann auch nicht so gut vorausberechnen – klar man kann’s berechnen, aber es ist immer wieder eine gewisse Unsicherheit, ob die berechneten Fakten dann auch wirklich so vorgefunden werden.

VERA: Ja, ich habe gelesen, dass sie die Temperatur dann etwas heruntergekühlt haben auf 28 Grad, aber selbst das ist ja noch sehr heiß in Anbetracht der schweren körperlichen Arbeit, die die Arbeiter dort machen müssen.

JOLANDA: Ja, und immer ohne Tageslicht.

Also ich stelle mir das wirklich als Schwerstarbeit vor.

VERA: Hm.

Und was ich auch interessant fand ist, dass das Bergleute aus allen möglichen Ländern waren.

Also es waren natürlich auch Schweizer da, aber auch Österreicher, viele Deutsche, Italiener und Portugiesen.

Und die haben dann alle zusammen dort unter der Erde gearbeitet und diesen Tunnel erstellt.

JOLANDA: Ja, das sind natürlich Fachleute aus aller Welt.

Also von dem einen, der da eine ganz wichtige Person ist oder – ja, eigentlich immer noch ist, man kann nicht sagen ‘war’ – der wird natürlich jetzt mit seiner großen Maschine zum nächsten Tunnel fahren, wo er eingesetzt wird und wenn dieser Tunnel halt bei Gibraltar ist, dann fährt er dorthin und wenn das irgendwo in weiß-ich-nicht-wo ist.

Der muss sich ja die Arbeit nach dem Berg aussuchen.

VERA: Ja, ich habe gelesen, diese Tunnelbohrmaschine, die ist 400 Meter lang.

Das muss man sich mal vorstellen.

Eine Maschine, die fast einen halben Kilometer lang ist.

Das kann man sich gar nicht vorstellen.

JOLANDA: Nein.

VERA: Also ich kann’s mir gar nicht vorstellen.

JOLANDA: Ich auch nicht.

VERA: Und ich find’s ganz lustig, die haben sie ja Sissi genannt.

JOLANDA: Ja!

VERA: So einen niedlichen Namen, sage ich jetzt mal, für so eine große Maschine.

Und was ich auch überhaupt nicht verstehen kann ist, dass die das geschafft haben, genau an der richtigen Stelle zu bohren und das praktisch diese zwei Tunnelteile aufeinander getroffen sind.

Dass die wirklich diesen Durchbruch so genau hinbekommen haben.

Das sind ja 57 Kilometer Länge und dann wirklich von zwei Seiten an einem Punkt zusammenzutreffen, das finde ich also eine ganz tolle Leistung.

JOLANDA: Ja.

Aber ich denke, da hat man heute einfach wirklich auch die Messgeräte und mit Laser und da ist die Technik schon so fortgeschritten, die können das wirklich sehr genau berechnen.

VERA: Aber das fasziniert mich trotzdem immer wieder, …

JOLANDA: Na klar.

VERA: … wenn ich so etwas höre.

Das ist unglaublich.

Und was mich auch fasziniert hat ist (richtig: sind) die Mengen, die die bewegt haben und zwar waren das 13 Millionen Kubikmeter Gestein oder 24 Millionen Tonnen und ich kann mir das ja gar nicht vorstellen und dann habe ich irgendwo gelesen, das wäre fünfmal die Cheopspyramide.

JOLANDA: Wow!

Ja, das sind wirklich Mengen.

VERA: Ja.

Das finde ich unglaublich.

Und die bauen da dran seit 15 Jahren und rechnen damit, dass sie noch 7 Jahre brauchen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Was für ein Projekt!

JOLANDA: Es ist ein Riesenprojekt, ja.

Also was mich …

VERA: Und warum hat die Schweiz dieses Projekt so vorangetrieben?

JOLANDA: Wirtschaftliche Gründe.

Dass wir wirklich eine Verbindung zwischen Nord-Süd haben, die dann wirklich auch genutzt werden kann, um große Mengen zu transportieren.

Möglichst schnell.

Um am Ball zu bleiben, sage ich mal.

VERA: Ja, bis jetzt musste das ja alles über die Alpen transportiert werden.

Ich meine, es gab schon einen oder es gibt schon einen Gotthard-Tunnel, aber der ist natürlich wesentlich kürzer und man muss trotzdem noch viel durch die Berge fahren.

JOLANDA: Ja und der jetzige Gotthard-Tunnel ist natürlich bekannt für die vielen Staus, die es dort gibt.

VERA: Also wahrscheinlich dient es dann auch dazu, den Verkehr dort zu reduzieren.

JOLANDA: Ja, ja.

Nochmals zurück zu diesem Tunnelbau.

Etwas, das nichts mit Zahlen, sondern mit Emotionen und Glauben zu tun hat, hat mich sehr beeindruckt und zwar haben die bei jedem Eingang eine Statue der heiligen Barbara.

Also so musste jeder Bergmann oder jede Bergfrau wirklich auch an dieser Statue vorbei und da ist ein unglaublicher …also es ist unglaublich, dieser Glaube, dieser Leute.

Und in diesen Reportagen da beim Durchbruch wurde das auch wirklich gezeigt.

Also da ist wirklich ein Vertrauen da und ich glaube auch eine Hoffnung und das gab den Leuten eine unbeschreibliche Stärke.

VERA: Ja, ich glaube, man braucht vielleicht auch so einen Halt, wenn man so eine gefährliche Arbeit macht.

Weil das erfordert ja jeden Tag wieder neuen Mut in diesen Berg so tief hineinzugehen.

JOLANDA: Ja, man ist ja völlig ausgeliefert.

Man kann nicht nur schnell einfach davonrennen.

Man ist drinnen!

Also, ja.

VERA: Es gab wohl auch einmal eine Art Erdrutsch oder dass dort Gesteinsmassen heruntergekommen sind während des Baus …

JOLANDA: Ja.

VERA: … und da ist ja zum Glück gar niemand dabei verletzt worden.

Es sind zwar, glaube ich, acht Arbeiter insgesamt in dieser Zeit ums Leben gekommen, aber das waren eigentlich ganz alltägliche Unfälle, wie sie beim Rangieren mit Maschinen oder LKWs halt passieren und also nicht ungewöhnlich viel, also man hatte wirklich dann den Schutz dieser Schutzpatronin, hat man das Gefühl.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, das sind ja Männer und auch die stehen zu ihren Gefühlen und man hat auch Tränen gesehen und … ja, einfach so die Verbindung von steinhart und die Weichheit der Gefühle.

Also das war bei diesen Bildern so nah beieinander.

VERA: Ja, man muss sich ja auch vorstellen, man arbeitet so viele Jahre an diesem Projekt und das ist ja ein richtiger Meilenstein jetzt, dass man das geschafft hat, diesen Durchbruch.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also ich kann mir schon vorstellen, wenn man so lange an einem Projekt arbeitet, dass einem das auch wirklich am Herzen dann auch liegt, dass es fertig wird und dass es voran geht.

Ja, das kann ich gut verstehen.

JOLANDA: Ja.

Dann war auch noch die Köchin.

Also die Bergleute, die wohnen dann ja auch dort in der Umgebung und gehen in die Kantine und diese Frau – also klar mit Hilfen, aber sie ist die Hauptverantwortliche – die kocht täglich für 300 Leute.

Und jetzt an diesem Fest hat die für – ich glaube – Neunhundert oder Tausend, musste die ein Mittagessen zubereiten.

Und ich glaube diese Frau ist so ein Angelpunkt oder so die “Mutter” für – Anführungszeichen – oder Ansprechpartnerin für Viele, die da gearbeitet haben.

VERA: Es ist für mich unvorstellbar, für so viele Leute zu kochen.

Ich habe, glaube ich, mal für 50 Leute gekocht und das war schon ein Wahnsinns-Unterfangen, also da muss man auch, glaube ich, sehr viel von Logistik verstehen, um dass dann hinzubekommen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Das muss ja auch alles rechtzeitig fertig sein.

JOLANDA: Ja.

Und was mich so beeindruckt hat, ihr Mann, der arbeitet auch im Berg und dann … also wenn das ja dann fertig ist, dann haben ja die dort keine Arbeit mehr, oder, und da hat sie einfach so gesagt: “Ja, dann gehe ich einfach mit meinem Mann mit, egal wohin er … wohin es ihn verschlägt.”

Und das, das finde ich so schön.

Eine Frau, die wirklich sagt, ja, ich gehe mit meinem Mann hin, wo halt seine Arbeitsstelle ist.

Wo wieder der nächste Berg ist, den man aushöhlen muss.

VERA: Ja, wenn man das kann von seinem Beruf her, dann ist das natürlich eine tolle Sache.

Das ist ja nicht immer so einfach.

Man möchte ja selber vielleicht auch weiterarbeiten.

Aber …

JOLANDA: Ja, gut.

Da ist natürlich das Team.

Also er arbeitet unten im Berg und sie kocht für die Leute.

Also das geht.

VERA: Das passt.

JOLANDA: Das passt!

Ja!

VERA: Ja, schön.

Jolanda, ich denke, an dieser Stelle haben wir soviel Information gegeben, das reicht.

Oder hast du noch einen Punkt, den du unbedingt noch anbringen wolltest?

JOLANDA: Nee, ich glaube … ich glaube, das ist für den Moment genug und wenn uns mal was wieder einfällt, können wir es ja später nochmals besprechen.

VERA: Genau.

Die 10 Minuten gehen immer so schnell rum.

JOLANDA: Genau.

VERA: Und es soll nicht immer so extrem lange werden, denke ich.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Also es war wieder ein interessantes Thema, denke ich und hoffe ich.

Also wir freuen uns auch, wenn unsere Zuhörer uns sagen, ob’s ihnen gefallen hat oder wenn sie uns vielleicht sagen, was sie mal interessieren würde und …ja, dann danke Jolanda für das Gespräch.

JOLANDA: Ja, ich danke dir!

Bis zum nächsten Mal!

VERA: Bis zum nächsten Mal.

Also Text und Audio gibt’s natürlich dann wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com und dort kann man dann auch die Kommentarfunktion nutzen und uns sagen, wie es angekommen ist, oder was man sich so wünscht.

Dann bis zum nächsten Mal.

Jolanda & Vera – Switzerland, a Multilingual Country

Study the transcript of this episode as a lesson on LingQ, saving the words and phrases you don’t know to your database. Here it is!

Jolanda and Vera talk about Switzerland and its languages.(Jolanda und Vera sprechen über die Schweiz und deren Sprachen.)

VERA: Hallo und herzlich willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und heute habe ich wieder Jolanda bei mir.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Wir zeichnen das Gespräch mit Skype auf und ich hoffe, dass alles gut geht und dass es keine technischen Probleme gibt.

JOLANDA: Ja, das hoffe ich auch.

Aber meistens klappt es ja.

Wir haben ja eine gute Verbindung zwischen Deutschland und der Schweiz.

VERA: Ja, da bin ich auch sehr froh drum.

Ich hab’ auch manchmal Gespräche gehabt und da war die Verbindung sehr schlecht.

Ich glaube vor allem in den Osten, in die östlichen Länder von Europa.

Da gibt es oft Probleme und vielleicht haben die nicht so hohe Bandbreiten.

JOLANDA: Das kann sein.

Oder eben wenn man noch verschiedene Fenster offen hat kann das auch zusätzliche Probleme geben.

VERA: Genau.

Ich hab’ erstmal bei mir hier alle Programme geschlossen, die ich jetzt nicht brauche und ich hab’ jetzt auch meinen Status bei Skype auf beschäftigt gesetzt, denn eben kamen dauernd Nachrichten noch zwischendurch rein von anderen Personen, die ich kenne, die mit mir chatten wollten und das hat dann doch ein bisschen abgelenkt.

JOLANDA: Ja siehst du, du bist halt ‘ne begehrte Person, Vera.

Viele wollen mit dir Deutsch sprechen und üben.

Da bist du ja wirklich eine gute Ansprechpartnerin.

VERA: Ja, wenn ich Zeit habe, mache ich das auch sehr gerne, aber in der letzten Zeit war ich sehr beschäftigt durch den Urlaub.

Da ist dann doch Vieles liegengeblieben, was ich jetzt versucht habe nachzuarbeiten, aber ab dieser Woche biete ich dann auch wieder Gespräche auf Deutsch und dann denke ich, entspannt sich das alles wieder ein wenig.

Wir wollten uns noch bedanken für die vielen Rückmeldungen zu unseren ersten Podcasts.

Das haben wir, glaube ich, noch nicht gemacht, weil wir hatten die ersten vier in einem Rutsch aufgezeichnet und konnten das deshalb natürlich auch noch nicht.

JOLANDA: Genau.

Also ich hab’ mich sehr gefreut über die Rückmeldungen und darum sind wir jetzt natürlich auch wieder dran um wieder neue Dinge aufzunehmen.

VERA: Ja.

Und die ersten Podcasts haben sich ja um das Sprachenlernen gedreht, die wir gemacht haben, und der Michael hat uns gefragt, ob wir mal über die Unterschiede von der Schweiz und von Deutschland sprechen können.

JOLANDA: Ja, und ich habe mir so überlegt, also ich weiß eigentlich gar nicht soviel über mein Nachbarland.

Und darum weiß ich eigentlich auch die Unterschiede kaum.

VERA: Da geht es mir nicht anders.

Ich war zwar schon in der Schweiz, aber ein längerer Besuch in der Schweiz, der liegt bei mir, glaube ich, schon 20 Jahre zurück und da kann ich mich gar nicht mehr so genau daran erinnern.

Ansonsten war ich immer nur mal ganz kurz in der Schweiz für einen Tagesausflug und da bekommt man ja gar nicht soviel mit.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und deswegen dachte ich, ich frag’ einfach die Jolanda mal ein paar Sachen über die Schweiz und sie kann mich dann vielleicht ja ein paar Sachen über Deutschland fragen.

Jolanda, was mich schon immer sehr interessiert hat ist, wie ist das denn mit diesen unterschiedlichen Sprachen in der Schweiz im Alltag.

Begegnet dir das irgendwo?

Die Schweiz hat ja offiziell Deutsch, Italienisch und Französisch als Sprachen.

JOLANDA: Und Rätoromanisch.

VERA: Und Rätoromanisch auch noch?

Und noch euer Schweizerdeutsch!

JOLANDA: Genau.

Und das Schweizerdeutsch ist ja sehr unterschiedlich von einem Kanton zum anderen.

Also die Waliser, die verstehe ich kaum.

Also ich verstehe es zwar, aber da muss ich mich schon anstrengen.

Oder wenn ein Appenzeller so richtig in seinem Appenzeller Deutsch spricht, da gibt’s Worte, die sind mir völlig fremd.

VERA: Und wie ist das so bei Behörden?

Welche Sprache wird dort verwendet?

JOLANDA: Schon Dialekt.

Doch.

Wir sprechen eigentlich schon im Schweizerdeutsch.

Aber wenn natürlich Ausländer kommen – logisch – da spricht man Hochdeutsch.

VERA: Und wenn jetzt einer kommt, der nur Italienisch spricht zuhause, weil er aus der italienischsprachigen Schweiz kommt, findet der dann auch einen Ansprechpartner oder wie ist das geregelt?

JOLANDA: Also auf Ämtern schon.

Also ich denke, da sind die meisten mehrsprachig.

Ja.

VERA: Und ansonsten wachsen Schweizer mehrsprachig auf oder spricht man eigentlich nur die Sprache, die im Vaterhaus gesprochen wird, im Elternhaus gesprochen wird?

JOLANDA: Also meine Erfahrung ist, dass viele Schweizer mehrere Sprachen sprechen.

Also Französisch hat man schon früh in der Schule und … Ja, ich glaube, das Interesse ist grundsätzlich da, zum mehrere Sprachen zu lernen und auch zu sprechen.

VERA: Aber bei dir zuhause wurde nur Deutsch gesprochen.

JOLANDA: Ja, ja.

Leider!

VERA: Und hast du in der Schule dann eine Fremdsprache gelernt?

Französisch dann?

JOLANDA: Ja, da habe ich Französisch gelernt, aber das war … ach, mit sehr vielen negativen Erfahrungen verbunden.

Also das war noch die alte Sprachlernmethode.

Und da habe ich ganz schlechte Erinnerungen dran.

Also heute so mit MP3 und mit Videos und so, das ist schon ein anderes Sprachenlernen.

VERA: Aber du brauchst es praktisch auch im Alltag dann überhaupt nicht.

Es ist nicht erforderlich, dass man neben Deutsch eine andere Sprache sprechen kann?

JOLANDA: Nein, nein.

VERA: Und ist die Kultur in diesen unterschiedlichen Sprachzonen – sage ich jetzt mal – der Schweiz auch unterschiedlich.

Fühlt sich italienischsprachiger Schweizer anders als einer, der Deutsch zuhause spricht?

JOLANDA: Ja, ich denke, das sind Welten.

Also die Italienischsprechenden, also das ist vor allem im Tessin, die sind eher mit der italienischen Kultur verbunden.

Oder dann die Welschen, französischsprachiger Teil, die sind, ja die sind anders, als wir Ostschweizer.

Das ist schon eine andere Mentalität.

Man sagt … Man spricht bei uns vom Röstigraben.

Das ist so eben die Sprachgrenze zwischen …. zwischen französisch sprechender Schweiz und deutsch sprechender Schweiz und da gibt es schon Leute, die sich rivalisieren und ja …

VERA: Erklär’ doch mal, was Röstis sind.

Ich meine, ich weiß das, aber ich kann mir vorstellen, dass das nicht jeder kennt.

JOLANDA: Also Rösti, das ist ein Kartoffelgericht.

Also Kartoffeln werden gekocht und nachher werden sie mit der Röstiraffel geraffelt, aber wie erkläre ich das.

Das ist eine grobe Raffel.

Raffel ist … verstehst du, oder?

VERA: Ja, wir würden sagen, es ist eine grobe Reibe.

Wir würden sagen, die werden gerieben.

JOLANDA: Ah, ja, genau.

Ja.

Und dann wird das mit Butter gebraten, bis es so eine Kruste gibt.

VERA: Hm.

Und das ist super lecker.

Das kann ich sagen.

Also das esse ich auch wirklich gerne.

Kann ich nur empfehlen.

Das ist etwas, das ist mir jetzt aufgefallen in den USA, das wir in den deutschsprachigen Ländern sehr viele Kartoffelgerichte machen und sehr gerne Kartoffeln essen und auch eine unheimliche Vielfalt an Kartoffelgerichten haben.

Esst ihr in der Schweiz auch gerne und viel Kartoffeln?

Ja, oder?

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Genau.

JOLANDA: Doch.

VERA: Ich … Oder vielleicht ist es auch eine europäische Sache, ich weiß es nicht.

Mir ist es nur aufgefallen, dass wir sehr, sehr viele Arten kennen, wie wir Kartoffeln zubereiten.

JOLANDA: Ja, da gibt’s wirklich eine Fülle.

Ja.

VERA: Gut, es war natürlich auch hier ein Gericht … oder Kartoffeln waren eigentlich die Rettung von Europa mal vor hunderten Jahren, weil das hier .. .weil die Kartoffeln hier so gut gedeihen und weil die auch einen unheimlichen Nährwert haben und deswegen sind Kartoffeln vielleicht so beliebt, ich weiß es gar nicht genau.

VERA: So, an dieser Stelle hatten wir dann leider ein Problem mit der Aufzeichnung und Jolanda hat momentan ein technisches Problem.

Deshalb spreche ich diesen Abspann kurz alleine ein.

Danke fürs Zuhören.

Wir hoffen, es hat Euch soviel Spaß gemacht, wie uns die Aufzeichnung.

Text und Audio findet Ihr wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com.

Dort kann man die Kommentarfunktion benutzen, um uns eine Nachricht zukommen zu lassen und da würden wir uns sehr darüber freuen.

Ebenso, wenn Ihr wieder bei uns reinhört.

Ich sage dann Tschüss, auch im Namen von Jolanda.

Bis zum nächsten Mal.

Jolanda & Vera – Learning Methods, Part 2

Study this episode and any others from the LingQ German Podcast on LingQ! Check it out.

Jolanda and Vera talk about the learning methods they are using for learning languages. (Jolanda und Vera sprechen über die Methoden, die sie zum Sprachenlernen verwenden.)

Hallo und herzlich willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und das ist der zweite Teil des Gesprächs von Jolanda und mir über Lernmethoden.

Falls Ihr den ersten Teil noch nicht gehört habt, solltet Ihr das unbedingt nachholen.

Und hier kommt nun die Fortsetzung:

VERA: Speicherst du nur Wörter ab oder speicherst du dir auch ganze Ausdrücke ab?

JOLANDA: Nur Wörter.

VERA: Nur Wörter.

Ich versuche mich jetzt – also gerade im Englischen – auch viel auf Phrasen zu konzentrieren, weil das ist etwas, was ich in der Schule schon gemerkt und gelernt habe.

Von einer speziellen Lehrerin habe ich das gelernt, dass es einfacher ist, sich ganze Ausdrücke zu merken als einzelne Worte und so habe ich Französisch gelernt.

Die einzelnen Worte haben sich mir am Anfang nicht erschlossen und haben keinen Sinn ergeben, aber wenn ich so einen kompletten Ausdruck gelernt habe, dann konnte ich mir den merken und das hat auch einen Sinn für mich ergeben.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und das hat sich irgendwie bei mir eingebrannt, dass ich mit dieser Methode dann letztlich auch in der Schule in Französisch auf einen grünen Zweig gekommen bin.

Und deswegen bin ich auch ein total großer Fan vom Lernen von Phrasen auch im Englischen, also von Ausdrücken.

JOLANDA: Ja.

Also bei mir vielleicht fällt das nicht so ins Gewicht, weil ich ja die Vokabeln nicht so oft mir anschaue.

Also ich gehe wieder zurück zum Text, wo ich dieses Wort herhabe.

Und dann höre ich mir ja den ganzen Text an.

Und für mich ist dann eigentlich, die LingQs erstellen, da geht’s mir eigentlich darum, was heißt denn eigentlich dieses Wort, also nur so als Übersetzungshilfe und dann lasse ich das wieder liegen und versuche dann in der Fremdsprache den Text zu verstehen.

Ich übersetze mir den Text nicht ins Deutsche.

Also auch gedanklich nicht.

Ich versuche in der Fremdsprache zu bleiben, aber um manchmal einen Zusammenhang wirklich zu verstehen, brauche ich doch halt die Übersetzung ins Deutsche.

Ich habe ja nicht immer einen Tutor da, der mir das in der entsprechenden Sprache erklärt.

VERA: Ja, ich glaube, da hängt es auch davon ab, auf welcher Stufe man ist in der Sprache, wie vertraut einem die Sprache schon ist oder nicht, ob man das kann oder nicht.

Also im Englischen übersetze ich normalerweise auch eigentlich gar nichts für mich im Kopf, aber wenn ich einen Text mit LingQ bearbeitet, analysiere ich den praktisch auch ein bisschen und versuche dann solche Dinge zu erkennen, ja.

JOLANDA: Ja.

VERA: Gerade zum Beispiel was für mich im Englischen schwierig ist, ist immer die richtige Präposition zu erwischen.

Und dann, wenn ich einen Text dann durchlese, konzentriere ich mich manchmal dann auf die Präpositionen, wie ich die anwende.

Und das ist dann aber schon ein sehr bewusstes Studieren von einem Text.

Das mache ich auch nicht immer.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also ich benutze es nicht nur als Übersetzungshilfe dann, sondern auch schon um einfach mein Bewusstsein zu schärfen, sage ich jetzt mal, für bestimmte Dinge in der Sprache und das hat aber auch dann nichts mit Grammatiklernen zu tun, sondern einfach mit einem Bewusstsein für die Sprache schaffen, finde ich.

JOLANDA: Ja.

Also wie wird es angewendet.

VERA: Genau.

Wie benutzen die das denn letztlich?

JOLANDA: Genau.

VERA: Ja, das ist also auch so eine gewisse Neugier, die ich dann habe und …, ja.

Wie oft wiederholst du so einen Text?

Wie oft hörst du dir den an?

Oder wie oft liest du dir den durch?

JOLANDA: Das ist ganz unterschiedlich.

Also es gibt Texte, die höre ich mir wirklich nur einmal an.

Aber andere, die höre ich mir so am Anfang vielleicht dreimal an, dann bearbeite ich ihn, dann lasse ich ihn vielleicht zwei, drei Tage liegen und dann schaue ich ihn mir wieder einmal an.

Oder manche Texte, die mich einfach vom Thema her interessieren, da gehe ich manchmal auch einen Monat später nochmals zurück und dann ist es immer ein, ach, eine Freude, wenn ich’s einfach lesen kann oder einfach … ich höre mir es an und es ist einfach vertraut.

VERA: Hörst du dir den dann dreimal hintereinander an?

Wenn du jetzt gesagt hast, am Anfang hörst den manchmal dreimal an?

JOLANDA: Ja, das ist so in der Zeit, wenn ich in der Badewanne liege.

VERA: Also dreimal hintereinander denselben Text?

JOLANDA: Ja, manchmal schon, ja, ja.

Oder eben wenn ich die Küche mache oder einfach so, ja.

VERA: Das mache ich eher selten, gebe ich zu.

Da müsste ein Text schon sehr schwer sein, dass ich das mache, aber ich habe ja beim letzten Mal schon erklärt, dass ich mir gerne leichte Beiträge heraussuche und dann ist das nicht erforderlich und …

JOLANDA: Klar

VERA: … gerade im Englischen, da gibt es so eine Fülle von Podcasts und interessanten Beiträgen, dass es mir dann Schade um die Zeit ist, wenn ich dasselbe mir noch mal anhöre.

JOLANDA: Klar.

Ja.

VERA: Also ich bin immer so neugierig, dann was Neues zu hören, dass ich selten Beiträge wiederhole.

Die einzigen Beiträge, die ich mir mehrmals anhöre sind die, die ich dann auch direkt intensiv studiere.

Die höre ich mir meistens auch zwei-, drei- oder viermal an, also…

JOLANDA: Ja.

Also konkret war es bei mir jetzt zum Beispiel also dieser Text über die Sprichworte im Spanischen.

Und das ist klar, also, für mich, ich möchte ja diese Sprichworte ja auch anwenden können und als ich jetzt kürzlich in Spanien war, da verstand ich dann, wenn die plötzlich so eine Redewendung hatten.

Erstens waren die Leute zum Teil erstaunt, dass ich so Redewendungen überhaupt kenne und noch verblüffter waren sie natürlich, wenn ich so mit irgend so einem Sprichwort kam.

Und dazu braucht man … also ich brauche da schon den Text mehrmals zu hören, bis das wirklich intus ist.

Das ist nicht einfach so “Guten Morgen”, “Guten Abend”, sondern..

VERA: Ja.

JOLANDA: Ja, ich denke Sprichwörter sind auch in der Muttersprache … die müssen sitzen, wenn man sie anwendet.

VERA: Ja, es gibt ja so viele davon.

Ich bereite gerade eine Podcastserie für Deutsch vor und die geht auch über Sprichwörter und da habe ich mir Listen angeguckt mit Sprichwörtern.

Da gibt es ja Unzählige, also Hunderte, ja!

Und manche habe ich auch noch nie gehört.

Also, da werde ich mir jetzt auch die gebräuchlichen rauspicken oder die, die mir auch vertraut sind, die ich auch selber benutze und werde versuchen, darüber kleine Beiträge zu machen.

Weil ich glaube, das ist dann auch der Sprung von der Mittelstufe zu den Fortgeschrittenen, wenn man Sprichwörter erkennt und versteht.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also, ich glaube, jemand der Fortgeschritten ist, der muss auch einfach ein paar Sprichwörter kennen und benutzen können, ja.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Und das ist schon interessant.

Und ich finde es auch interessant, wie viele Sprichworte es gibt, die wir dann im Deutschen auch haben.

JOLANDA: Ja, und andere sind wieder ganz anders.

Also zum Beispiel im Spanischen sagt man “Langsam wie eine Schildkröte” und wir sagen doch “Langsam wie eine Schnecke”.

VERA: Ja, genau.

JOLANDA: Und dann habe ich mal nachgefragt, “Ja, sagt ihr nicht langsam wie eine Schnecke?”

Dann haben die mich angeschaut und “Nee, das kennen wir nicht! “

VERA: Aber sie würden es wahrscheinlich schon verstehen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Wenn mir einer sagen würde, “Langsam wie ein Schildkröte” würde ich doch sofort die Bedeutung erkennen oder erkennen, was einem das sagen will.

JOLANDA: Klar.

VERA: Ja.

Auch ein interessantes Thema.

Vielleicht können wir uns darüber auch noch mal in einem Podcast unterhalten.

Ich würde sagen, für heute haben wir uns lange genug unterhalten.

Eigentlich länger als geplant wieder mal.

JOLANDA: Ja.

VERA: Wir verquatschen uns immer ein bisschen.

JOLANDA: Genau.

VERA: Und ich danke dir für das Gespräch, Jolanda.

JOLANDA: Gern geschehen.

Hat mich auch sehr gefreut, dich zu hören.

Und, ja, ich glaube, der Gesprächsstoff geht uns noch nicht so schnell aus.

VERA: Ja, ich habe auch das Gefühl, dass wir gut miteinander kommunizieren können.

Und ich danke unseren Zuhörern, dass sie wieder reingehört haben bei uns und ich hoffe, es hat Euch auch Spaß gemacht.

Und wir würden uns freuen, wenn Ihr wieder reinhört beim Podcast von LingQ.

JOLANDA: … und vielleicht eine Rückmeldung gebt.

VERA: Genau, das wäre super!

Text und Audio wird nämlich wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ eingestellt werden, also auf http://www.LingQ.com und dort kann man die Kommentarfunktion benutzen, um uns eine Nachricht zukommen zu lassen und da würden wir uns sehr darüber freuen.

Ich sage dann Tschüss und bis zum nächsten Mal.

JOLANDA: Bis zum nächsten Mal.

Jolanda & Vera – Learning Methods, Part 1

Study this episode and any others from the LingQ German Podcast on LingQ! Check it out.

Jolanda and Vera talk about the learning methods they are using for learning languages. (Jolanda und Vera sprechen über die Methoden, die sie zum Sprachenlernen verwenden.)

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Wie geht es dir?

JOLANDA: Danke.

Es geht gut.

VERA: Ja, mir geht es auch gut.

Ich bin munter und es ist ja so früh jetzt auch nicht mehr, okay.

Da kann man auch schon munter sein.

JOLANDA: Aber es ist ja heute dein freier Tag.

Also da dürftest du ja eigentlich etwas länger schlafen, oder?

VERA: Das habe ich auch gemacht.

Heute ist ein Feiertag und normalerweise stehe ich kurz vor sechs auf und heute war es schon acht Uhr.

Aber das lag auch daran, dass ich gestern Nacht bis zwei Uhr gelesen habe.

Ich gestehe das mal hier.

Das mache ich normalerweise nicht und inzwischen bin ich aber munter.

Ich habe geduscht und gefrühstückt und freue mich, dass ich jetzt hier mit dir ein bisschen plaudern kann.

JOLANDA: Schön.

Ich freue mich auch.

VERA: Ich habe mir gedacht, wir sprechen mal darüber, wie wir genau beim Lernen vorgehen.

Wie wir uns Sachen aussuchen und die dann letztlich bearbeiten und auf uns wirken lassen, sage ich jetzt mal so.

Wie machst du das denn?

JOLANDA: Das ist unterschiedlich.

Also manchmal höre ich mir Texte einfach mal an ohne dass ich da den Anspruch habe, dass ich alles verstehe.

Klar, da gibt es solche, da verstehe ich fast alles.

Und andere, da weiß ich mal, über was gesprochen wird, aber nicht viel mehr.

Und manchmal höre ich mir das dann zwei-, drei-, viermal an.

VERA: Und wo bekommst du diese Sachen her?

Sind das Podcasts oder Radiosendungen oder was verwendest du da?

JOLANDA: Meistens Podcasts.

Related: 6 German Podcasts to Help You Study

VERA: Und die lädst du dir dann runter auf deinen MP3-Spieler und hörst dir das dann an?

JOLANDA: Genau, ja.

VERA: Machst du das bewusst oder machst du das eher nebenbei?

JOLANDA: Ja, da bin ich, glaube ich, anders als viele andere.

Also ich lege mich dann manchmal aufs Sofa oder bin in der Badewanne und höre mir da so eine halbe Stunde Podcasts an.

Also ich bin dann wirklich am Zuhören.

Manchmal höre ich mir das auch nebenbei an, also wenn ich die Küche aufräume oder wenn ich irgendwie meinen Schreibtisch wieder mal ordne, aber da merke ich, da bin ich nicht so ganz bei der Sache.

Ich kann zum Beispiel auch nicht mir Podcasts anhören, wenn ich unterwegs bin, also wenn ich über die Straße muss, wenn ich den richtigen Zug nehmen muss.

Das stresst mich.

Aber da bin ich anders, als andere, also es gibt ja viele, die haben immer den Stöpsel im Ohr.

VERA: Ja also immer habe ich ihn auch nicht im Ohr, aber ich höre sehr, sehr viel beim Autofahren, vor allem, wenn ich hier in der Gegend herumfahre, weil, ich kenne die Straßen hier und hier ist auch nicht übermäßig Verkehr, wo ich mich extrem konzentrieren müsste.

Wenn ich jetzt durch eine Großstadt fahre, meinetwegen Frankfurt, da würde ich vielleicht auch nicht unbedingt Podcasts hören, aber wenn ich jetzt zur Arbeit fahre, einen Weg, den ich jeden Tag fahre und wo wenig Verkehr ist, da höre ich mir eigentlich sehr viel an und da höre ich auch nicht nur nebenbei, da höre ich schon sehr bewusst auch zu, glaube ich.

JOLANDA: Ja.

VERA: Aber so beim Bügeln geht es auch ganz gut oder wenn ich das Bad putze.

Da kann ich mir auch schon mal was anhören.

Also mich einfach irgendwo hinzusetzen und in Ruhe einen Podcast zu hören, da fehlt mir eigentlich die Zeit dazu.

Und ich bin auch immer sehr aktiv.

Ich habe immer sehr viel zu tun.

Da habe ich dann auch manchmal auch das Gefühl, ich habe die Ruhe nicht dazu.

Also ich mache es gerne, wenn ich parallel dazu andere Dinge tun kann.

JOLANDA: Ja.

VERA: Bearbeitest du denn alle Beiträge auch mit LingQ?

Das heißt, dass du den Text dann dort genau studierst und dir dazu die Vokabeln abspeicherst?

Wie machst du das?

JOLANDA: Das mache ich bei Texten, wo mich der Inhalt wirklich interessiert.

Also da setze ich mich dann hin und schaue mir die Worte an, die ich nicht kenne.

Ja, das mache ich.

Das mache ich bei Texten, die mich sehr interessieren.

VERA: Ja ich kann das auch nicht mit allen Texten machen.

Ganz einfach deshalb, weil ich mir unheimlich viel anhöre und das würde ich zeitlich gar nicht schaffen.

Also ich höre viel mehr als ich mir nachher durchlese oder mit LingQ bearbeite.

Und bei LingQ finde ich halt besonders toll, dass man sofort auf einen Blick sieht, welche Wörter neu für einen sind, weil sie blau hervorgehoben sind und das macht es wirklich einfach nachher die Vokabeln abzuspeichern.

Das gefällt mir also sehr, sehr gut an der Version, die wir seit August letzten Jahres haben, das man das dort machen kann.

JOLANDA: Ja.

VERA: Speicherst du viele LingQs?

JOLANDA: Ja.

Ja und nein.

Also ich arbeite dann eigentlich selten wirklich dann mit diesen LingQs.

Also für mich ist es klar, dass ich es übersetze, aber ich schaue mir die dann kaum an.

Da beginnt für mich dann irgendwo die Stressgrenze.

Das erinnert mich an die alte Schule, wo wir da unsere Wörtli (Schweizerdeutsch = Wörter) gelernt haben, ach und ich höre mir lieber dann den Text nochmals an und nochmals an und dann weiß ich ja oder kann nochmals nachschauen – ah, das ist ja dieses Wort.

VERA: Also du hast auch diese Aversion gegen alles, was an Schule erinnert.

JOLANDA: Ja, eigentlich schon, ja.

VERA: Ja, das kann ich gut nachvollziehen.

Ich habe in der Schule auch überhaupt nicht gerne Sprachen gelernt.

Ich lege trotzdem ziemlich viele LingQs an und ich benutze dann auch die E-Mail, die “LingQs of the day” E-Mail, um die Vokabeln durchzugehen.

Was ich aber mache ist, dass ich das sehr, sehr schnell mache.

Ich klicke an und “zack”, klicke ich schon weiter.

Und wirklich nur ganz kurz, um es mir ins Gedächtnis zu rufen.

Und wenn ich ein Wort weiß, weiß ich es, und wenn ich es nicht weiß, dann klicke ich halt auf “Ups!

“, was eben bedeutet, dass ich es nicht gewusst habe und gut ist es.

Ich versuche dann aber nicht, mir dieses Wort einzuprägen, weil da bin ich also vollkommen bei Steve, der sagt, wenn ein Wort wichtig ist, wird es mir wieder begegnen in einem anderen Text und dann wenn es mir wieder begegnet und wenn es mir vielleicht zwei-, drei- oder viermal wieder begegnet, dann werde ich es automatisch lernen.

Und das ist etwas, was ich am Anfang überhaupt nicht glauben konnte, was ich aber inzwischen, nachdem ich fast zwei Jahre bei LingQ bin, vollkommen bestätigen kann.

Genauso funktioniert es bei mir auch.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also ich habe Wörter, die kann ich mir anfangs überhaupt nicht merken und ich habe keine Ahnung, wie ich sie mir merken soll, aber dann, irgendwann, manchmal ein halbes Jahr später, begegnet mir das Wort wieder in einem anderen Podcast und dann weiß ich es auf einmal.

JOLANDA: Genau.

Und das ist für mich jedes Mal so ein Erfolgserlebnis.

Also ohne dass ich da mühsam stundenweise Wörter lerne und mir einpauke – dann begegnet mir das Wort wieder, und “Ups!

“, ja, das kenne ich, ja, dann habe ich ein Erfolgserlebnis.

Und wenn ich ein Wort – ah, das habe ich doch schon einmal gehört – dann weiß ich, ah, das habe ich doch mal nachgeschaut und ja, dann habe ich die Verknüpfung.

Und dann ist das nicht dieses mühsame Lernen, sondern es begegnet mir wieder und es kommt mir bekannt vor und dann das nächste Mal schon wieder noch bekannter.

Und irgendwann kann ich es sogar selber in einem Gespräch anwenden.

VERA: Ich versuche dann immer diese Wörter, bei denen ich dieses Aha-Erlebnis dann hatte beim Hören, dann in einem Gespräch mit einem Betreuer wieder anzubringen und dann habe ich das schon das erste Mal selber wieder benutzt, wenn ich das mit anbringen kann – irgendwie -, und das hilft dann auch noch mal, dass dieses Wort sich dann in meinem Gedächtnis verfestigt.

Wie gesagt, ich benutze zwar auch die LingQs, aber ich mache das ziemlich schnell und ich nutze da vor allem den Wiederholungseffekt.

Diese LingQs kommen ja, oder diese E-Mail mit den LingQs, die kommt ja in einem bestimmten Turnus.

Das heißt das erste Mal bekommt man das Wort am nächsten Tag präsentiert und dann, glaube ich, vier Tage später und elf Tage später und durch diese Abstände, hat man einen gewissen Wiederholungseffekt und ohne dass man jetzt konzentriert lernt, wirkt es aber auch und es hilft.

JOLANDA: Ja, genau.

Das war der erste Teil unseres Gesprächs über Lernmethoden.

In der deutschen Bibliothek von LingQ findet Ihr wieder Text und Audio dieses Podcasts.

Danke fürs Zuhören und hört Euch unbedingt noch den zweiten Teil dieses Podcasts von LingQ an, der in Kürze erscheinen wird.

Jolanda & Vera – Favorite Podcasts

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

Jolanda and Vera talk about podcasts that they like and how they learn with them. (Lieblingspodcasts: Jolanda und Vera sprechen über die Podcasts, die sie mögen und wie sie mit ihnen lernen.)

VERA: Hallo und willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist wieder Vera und heute habe ich wieder Jolanda bei mir.

JOLANDA: Hallo.

Guten Tag.

VERA: Wie geht es dir, Jolanda?

JOLANDA: Ja, ich denke, es geht mir heute gut.

Und wie geht’s denn dir?

VERA: Mir geht’s auch gut.

Wie ist denn das Wetter in der Schweiz?

JOLANDA: Ach, das ist ein Thema.

Wir haben’s sehr kalt.

Ich sitze hier mit Winterkleidern, obwohl es eigentlich ja Frühling sein sollte.

VERA: Bei uns scheint heute die Sonne.

Wir haben strahlend blauen Himmel.

Die letzten Tage war es auch ein bisschen frisch, aber jetzt soll es richtig schön werden.

Ich bin mal gespannt.

JOLANDA: Bei uns ist es nebelig.

VERA: Wirklich?

JOLANDA: Und es regnet, ja!

Es ist wirklich trostlos.

Also die Leute beklagen sich schon und sagen, wir brauchen wieder Sonne, sonst schlägt es uns aufs Gemüt.

Mir macht’s meistens nicht (aus).

Also ich kann mich auch bei Regenwetter sehr wohl fühlen, weil ich … ich finde es wichtig, dass man die Sonne im Herzen hat und darum seht ihr ja, mein Symbol ist bei LingQ auch die Sonne.

Ich denke …

VERA: Genau.

Ich sehe es gerade vor mir.

Auch bei Skype sehe ich die Sonne, denn wir sprechen wieder über Skype und wir hoffen, dass alles mit der Aufnahme gut klappt.

Ja, wir wollten uns heute noch mal ein bisschen darüber unterhalten, wie wir Sprachenlernen und wie wir da vorgehen und wie wir Beiträge aussuchen, mit denen wir arbeiten.

Wie machst du das denn, Jolanda?

JOLANDA: Das kommt ganz darauf an.

Also zum Beispiel beim Englischen, also da war’s eigentlich so, dass mich Texte von Steve interessiert haben, obwohl ich überhaupt keine Vorkenntnisse hatte und die habe ich mir einfach, weil es mich interessiert hat, die habe ich mir angehört und angehört und halt Worte gesucht, die ich nicht verstanden habe und habe jetzt dadurch gemerkt, mein Wortschatz hat sich automatisch erhöht.

VERA: Vielleicht müssten wir noch mal ganz kurz sagen, wer Steve überhaupt ist, Jolanda.

JOLANDA: Ja, also, das kannst du besser sagen.

Du kennst ihn länger als ich.

VERA: Ja, kennen ist übertrieben.

Ich habe mit ihm schon gesprochen, aber auch nur über Skype.

Also wir kennen uns nicht persönlich.

Steve ist einer der Gründer von LingQ, also von L-I-N-G-Q.com und ist auch ein Sprachenlernender wie wir, und er spricht 10 Sprachen oder 11 sind es mittlerweile, ich weiß es gar nicht so genau, und er hat immer nach Methoden und Wegen gesucht, wie man am besten Sprachen lernen kann und so ist ihm die Idee zu LingQ gekommen als ein Instrument um besser Sprachen lernen zu können.

Und er hat einen interessanten Blog “The linguist” und er hat auch sehr, sehr viele Videos für YouTube erstellt und dort hochgeladen.

Also wenn man auf die Webseite geht, dann findet man ganz unten einen Link auch zu seinem Blog und kann sich dann dort informieren.

Ja.

Also dich interessieren die Beiträge von Steve.

Warum interessieren sie dich?

JOLANDA: Ich fühle mich bestätigt.

In vielen Dingen bin ich einfach seiner Meinung und das tut so gut, weil allgemein so in den Schulen oder wenn ich mit anderen Lernenden spreche, die sind doch oft davon überzogen, dass Grammatik das ein und alles ist.

Und, ja, ich bin einfach froh, den anderen Weg gefunden zu haben und ich fühle mich bestätigt in seinen Aussagen und auch als Anregung, ja.

VERA: Genau.

Ich bin nicht immer einer Meinung mit Steve, aber mit vielem was er sagt, bin ich vollkommen einverstanden und da stimme ich auch zu und ich finde es total faszinierend mit welcher Leidenschaft und welchem Engagement er seine Videos und seine Podcasts macht und seine Ideen uns mitteilt.

Und das ist wirklich motivierend und anregend, finde ich.

JOLANDA: Genau.

Klar, ich bin auch nicht mit allem einverstanden, aber das macht’s ja auch interessant.

VERA: Genau.

Das wäre ja langweilig.

JOLANDA: Nur ist im Moment mein Englisch noch nicht so gut, dass ich ihm gerade so direkt widersprechen kann, also …. Darum melde ich mich noch nicht so oft im Forum auf Englisch.

Aber wer weiß.

Irgendwann.

VERA: Das Problem habe ich auch.

Also wenn ich seine Videos zum Beispiel anschaue und dann kann ich alles verstehen, was er sagt, das ist kein Problem.

Aber wenn ich diese Diskussionen darüber dann in seinem Blog verfolge, dann muss ich auch sagen, es fällt mir dann schwer, auf dieser Ebene zu diskutieren.

Da ist noch eine gewisse Hemmschwelle da, weil ich mich zwar in Englisch schon gut ausdrücken kann, aber ich würde mal sagen, ein guter Mittelstufenlerner oder an der Grenze zum Fortgeschrittenen und um dann wirklich sehr tiefe und ernsthafte Diskussionen zu führen, da muss man glaube ich, schon fortgeschritten sein.

Das geht dann einfach zu weit.

JOLANDA: Ja.

Weil sonst gibt es leicht Missverständnisse.

Also das ist mir ja mal passiert.

Ich habe mich da mal irgendwie auf Englisch gemeldet und es gab dann eine Rückmeldung und die habe ich dann völlig falsch verstanden.

VERA: Ja das kann dann schon manchmal auch schwierig werden.

Wie hat man das jetzt zu deuten?

Gerade wenn jemand vielleicht eine ironische Bemerkung macht.

JOLANDA: Genau, ja genau.

VERA: Da ist man sich ja in der eigenen Sprache manchmal unsicher, wie soll man das jetzt auffassen und verstehen und in einer anderen Sprache ist das natürlich noch viel, viel schwieriger.

JOLANDA: Genau.

Ja.

VERA: Also Ironie, das ist eigentlich schon etwas, was wirklich für Fortgeschrittene oder weit Fortgeschrittene nur verständlich ist.

Das ist dann, glaube ich, auch die Grenze zwischen Muttersprachler und jemand der die Sprache gelernt hat.

Wenn jemand das dann kann in einer Fremdsprache, dann beherrscht er die Sprache wirklich.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also die Beiträge von Steve hörst du dir gerne an und was magst du noch?

Hast du noch irgendwas gefunden, wo du sagst, das ist so ein Tipp oder das gefällt mir wirklich besonders gut?

JOLANDA: Also, fürs Spanische, da bin ich natürlich total Fan jetzt von den Texten von Berta und Oscar.

Die finde ich interessant, lebensnah …

VERA: Über was sprechen sie?

JOLANDA: Auch übers Lernen und dann so übers Alltagsleben in Spanien.

Also dass die da ganz andere Essenszeiten haben zum Beispiel und Sprichwörter.

Sie haben eine Lektion über Sprichwörter.

Über Ninis.

Das ist so ein Schlagwort momentan in Spanien.

So Kinder, die die Schule zwar beendet haben, aber keine Lust zum Lernen haben, keine Lust zum Arbeiten, die sich einfach die Zeit totschlagen.

VERA: Wie schreibt man das?

Ninis, das habe ich noch nie gehört.

JOLANDA: Wie man’s sagt.

VERA: Ist das eine Abkürzung für irgendetwas oder ist das einfach ein spanischer Begriff?

JOLANDA: Ein spanischer Begriff.

VERA: Ah ja.

Ich kann kein Spanisch.

JOLANDA: Noch nicht!

Das wirst du auch noch lernen.

VERA: Ja, ich lerne ja im Moment vor allem Englisch und ich habe angefangen, ein bisschen mein Französisch wieder aufzufrischen.

Da habe ich Grundkenntnisse, weil ich das in der Schule vor 30 Jahren mal gelernt habe, aber Spanisch habe ich noch gar nicht gemacht.

JOLANDA: Ja.

VERA: Ich habe nur mal ganz kurz reingehört, weil bei LingQ kann man ja mehrere Sprachen lernen und es gibt ein paar Lektionen, die gibt es ja in allen Sprachen zum Beispiel die Serie “Who is she?”

gibt es in allen Sprachen und da habe ich wirklich dann mal mir die erste Lektion in allen Sprachen angehört um einfach mal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die verschiedenen Sprachen anhören.

Das fand ich sehr interessant.

JOLANDA: Ja.

Das ist wirklich auch spannend, wie die Melodie von jeder Sprache so ganz anders ist.

Und das ist ja auch das Erkennungszeichen, oder, wenn jemand Muttersprachler ist, dann betont er die Sätze, die Worte, einfach anders als jemand, der das später gelernt hat.

Also vor allem am Anfang.

Klar gibt es Leute, die diesen Klang der Sprache mit der Zeit übernehmen können.

VERA: Ja, ja.

Jede …

JOLANDA: Das ist zum Beispiel etwas, wenn ich mich selber in der Fremdsprache höre, das nervt mich im Moment total.

Also da bin ich völlig, ja wirklich, genervt, weil ich dann den anderen, also für mich falschen Klang höre.

Also ich merke selber, mein Spanisch hat einfach einen Schweizer Hintergrund.

VERA: Ja, das ist aber, denke ich, eine Hemmschwelle, die man überwinden muss.

Das ist genauso, wenn ich mich auf Englisch reden höre.

Ich habe ja ein paar Videos für LingQ oder über LingQ auf Englisch auch gemacht, …

JOLANDA: Ja, die sind übrigens auch sehr zu empfehlen …

VERA: Ja, aber ich meine, mir ist vollkommen klar, dass man ganz deutlich hört, dass ich Deutsche bin, aber das kann ich halt auch nicht verleugnen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und ich glaube, um den Akzent zu verlieren, dass man das hört, da muss man vielleicht wirklich Jahre in einem anderen Land gelebt haben.

Also ich weiß auch nicht, ob es wert ist, darauf extrem viel Mühe zu verwenden.

Ich versuche natürlich schon, die Worte richtig auszusprechen, aber um jetzt diese Färbung, das Deutsche da rauszubekommen, glaube ich, da müsste ich soviel Mühe investieren, und in der Zeit kann ich doch auch andere Sachen lernen, denke ich mir dann.

JOLANDA: Ja, das stimmt schon.

Ja.

VERA: Ja, aber du hast vollkommen Recht.

Was auch interessant ist, dass jede Sprache, so ihre eigene Sprachmelodie hat, ihren Rhythmus und auch welche Vokale und Konsonanten verwendet werden und das kann man auch schon hören, auch wenn man die Sprache überhaupt nicht versteht und das fand ich schon sehr interessant.

Ich persönlich tendiere ja dazu, das wird mir dann auch manchmal vorgehalten, dass ich eher leichte Texte nehme.

Also ich wähle oft Texte aus oder Audiobeiträge, die ich sehr gut verstehen kann, die eher leicht sind.

Ich bin aber überzeugt davon, dass das kein Fehler ist – sonst würde ich es ja auch nicht machen -, …

JOLANDA: Ja.

VERA: :.. aber ich mache so, weil ich das Gefühl habe, ich erhalte dadurch viel mehr Sicherheit in der Sprache und wenn ich mir Beiträge anhöre, in denen ich fast alles verstehe, dann kann ich mich auf andere Aspekte der Sprache konzentrieren zum Beispiel, wie werden Sätze gebildet, wie ist der Sprachrhythmus, wie ist die Melodie?

Dann kann ich nämlich genau diese Dinge auch viel besser erfassen, als wenn ich mich total darauf konzentrieren muss, den Inhalt überhaupt zu verstehen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und das finde ich eine sehr lohnenswerte Sache und deshalb höre ich mir zum Beispiel im Englischen den Podcast “Listen to English” an, das ist ein Podcast von Peter Carter, einem Engländer, und ich mag auch die Art wie er spricht sehr und er erklärt auch manchmal, wie man bestimmte Worte im Englischen benutzen kann, bestimmte Phrasen und das finde ich halt auch sehr nett und er erklärt auch ein bisschen was über die britische Mentalität.

Das finde ich auch immer wieder sehr schön.

Und ich höre mir – auch wenn er inzwischen sehr, sehr leicht für mich ist – gern den ESL-Podcast an, also ESLPOD.com.

Das ist ein Podcast von einem Amerikaner in sehr einfachem Englisch und mit sehr vielen Erklärungen und sehr langsam gesprochen, aber den kann ich jetzt nicht mehr so viel hören, weil er wirklich sehr leicht für mich ist.

JOLANDA: Ja.

VERA: Hast du diese Podcasts auch gehört oder hast du einen bestimmten Favoriten?

JOLANDA: Nein, nein, nein.

VERA: Und …

JOLANDA: Ich bewege mich da eher im spanischen Bereich, also die Beiträge von Albert (alsuvi), die liebe ich natürlich auch.

Also vor allem das über die Traditionen.

Und …

VERA: Und welches Niveau haben die?

JOLANDA: Ich glaube Mittelstufe, glaube ich.

Aber er hat auch Texte, die sind mir eigentlich zu schwierig, aber ich finde es einfach vom Thema her … Die Kurzgeschichten zum Beispiel, da muss ich echt viele Worte nachschauen.

Also beim ersten Mal.

Aber ich habe mir die Texte zuerst einmal nur angehört.

Ich musste viele Dinge bügeln, da war das einfach so Background, und ich habe nicht viel verstanden.

Aber so beim dritten Mal anhören habe ich immer mehr verstanden und habe mich zuerst gar nicht dann hingesetzt um das zu übersetzen.

Erst einige Wochen später muss ich jetzt ehrlich sagen, habe ich mir dann das wirklich mal übersetzt.

Aber ich fand es schon spannend nur zu hören und so die Grundidee, die habe ich … klar, die habe ich mitbekommen von diesen Kurzgeschichten.

Aber wirklich genau übersetzt, das habe ich dann erst später.

VERA: Ja, also du hörst auch erst die Beiträge, bevor du sie liest?

JOLANDA: Ja.

VERA: Ja, das mache ich auch immer so, weil gerade mein Hörverstehen war eben sehr schlecht am Anfang und deswegen ist das eigentlich für mich die richtige Methode.

JOLANDA: Ja.

Es gibt sogar Texte, die höre ich mir nur an.

VERA: Hm.

Genau.

Mache ich auch.

JOLANDA: Die arbeite ich dann … also vor allem leichte Texte -, die arbeite ich dann gar nicht durch sonst.

VERA: Ja.

Wir können uns ja über die Methode, wie wir lernen noch mal genauer unterhalten.

Ich denke, für heute ist es genug, oder?

JOLANDA: Genau.

VERA: Genau.

Dann danke ich fürs Zuhören und ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht.

JOLANDA: Das hoffe ich auch.

VERA: Und es wäre toll wenn Ihr wieder reinhört, wenn es Euch gefallen hat.

Ihr könnt ja auch gerne einmal einen Kommentar im Forum hinterlassen und wir freuen uns auch über Rückmeldungen oder wenn Ihr sagt, über was wir uns vielleicht einmal unterhalten sollen.

Nicht wahr, Jolanda?

JOLANDA: Das wäre super, ja, weil so können wir auch Themen auswählen oder, ja, Texte oder ja … Das wäre sehr gut.

Um ein Feedback ist man immer froh!

VERA: Das stimmt.

Den Podcast, also den Text und das Audio könnt Ihr in der deutschen Bibliothek von LingQ nachlesen, also auf http://www.LingQ.com.

Und wie gesagt, wir freuen uns sehr über Rückmeldungen.

Mach’s gut Jolanda.

Tschüss.

JOLANDA: Du auch.

Tschüss, Vera!

Jolanda & Vera – Learning Languages with LingQ

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

Jolanda and Vera talk about the languages they are learning with LingQ. (Jolanda und Vera sprechen über die Sprachen, die sie bei LingQ lernen.)

VERA: Hallo und herzlich willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und heute gibt es ein Novum.

Ich habe nämlich eine neue Gesprächspartnerin.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Wie geht es dir?

JOLANDA: Mir geht’s gut.

Ich bin gespannt, was da alles auf uns zukommt.

VERA: Ja, wir haben noch ein Novum.

Wir sprechen nämlich heute über Skype.

Das habe ich noch nie probiert.

Ich habe noch nie ein Gespräch über Skype aufgezeichnet und ich hoffe, dass es keine technischen Probleme geben wird.

Aber ich freue mich sehr, dass du heute dabei bist.

Vielleicht erzählst du mal kurz, wo du herkommst.

Vielleicht hört man es schon an deiner Aussprache.

JOLANDA: Ja, ich denke das hört man ganz klar.

Ich komme aus der Schweiz, aus der Ostschweiz, nahe beim Bodensee.

VERA: Und du lernst auch Sprachen bei LingQ?

JOLANDA: Ja, ich lerne Spanisch, relativ intensiv, und das war auch der Grund, warum ich auf LingQ gestoßen bin.

Ich war auf der Suche nach einem Podcast und – ja – so bin ich dann irgendwie reingeschlittert und merkte dann aber bald, dass ich ohne Englisch da nicht weiterkomme oder nicht so weit komme, wie ich möchte und so hat’s sich ergeben, dass ich jetzt auch mein Englisch … ja ich …, das muss ich nachholen, weil … da hatte ich überhaupt keine Basis.

VERA: Und du hattest aber schon Vorkenntnisse in Spanisch?

JOLANDA: Ja, aber einfach so – was soll ich sagen – einfach so zum Vergnügen mal wenn ich in den Ferien war, habe ich mir mal so ein Reisesprachlernbuch gekauft und etwas drin gelesen, ja, aber nicht intensiv, so wirklich.

VERA: Also du hast es nicht in der Schule gelernt oder …

JOLANDA: Nein, nein.

VERA: … einen Kurs irgendwo besucht.

JOLANDA: Ich hatte mal einen Intensivkurs von drei Wochen, doch, das hatte ich.ka-

VERA: Und wo war das?

War das in Spanien oder bei euch in der Schweiz.

JOLANDA: Bei uns in der Schweiz.

VERA: Und Intensivkurs, heißt das, das ging von morgens bis abends, den ganzen Tag?

JOLANDA: Nein, einfach der Vormittag.

Vormittag und am Nachmittag hatte man dann Hausaufgaben und … war so ein kurzer Überblick über Grammatik und … ja.

VERA: Ja, dann musst du ja wirklich sehr interessiert sein, denn ich denke mir, so ein Kurs ist ja auch nicht ganz billig, wenn man den an einer Schule besucht.

JOLANDA: Das stimmt, das stimmt, ja.

VERA: Und jetzt lernst du aber autodidaktisch?

Jetzt lernst du alleine?

JOLANDA: Ja, also, ich fühle mich, seit ich mit LingQ arbeite, fühle ich mich in meinem Gefühl bestätigt, dass das die richtige Lernmethode ist für mich.

Also viel lesen, viel hören und nochmals hören und nochmals hören, bis man wirklich total eintauchen kann in die Sprache und erst dann sich mit Grammatik beschäftigen.

Also dieses Gefühl hatte ich schon als Kind, dass ich so Sprachen leichter lerne.

VERA: Da kann ich dir nur zustimmen.

Also für mich war es eine Erleichterung, als ich festgestellt habe, dass man nur durch Hören und etwas Lesen wirklich so viel von einer Sprache begreifen kann und so viel aufnehmen kann, ohne Grammatik lernen zu müssen.

Grammatik finde ich schon wichtig, dass man ein paar Grundkenntnisse hat und in etwa weiß, wie die Sprache funktioniert, aber wenn man sich zu sehr auf die Grammatik konzentriert, dann wird man nie dazu kommen, dass man sprechen kann, weil man auch immer sehr gehemmt sein wird, weil man Angst hat, etwas falsch zu sagen.

Und ich bin auch überzeugt davon, dass man unheimlich viel unbewusst mit aufnimmt, wenn man die Sprache viel hört.

Man neigt ja dann dazu, das zu imitieren, so wie ein Kind die Sprache auch lernt.

JOLANDA: Genau.

Also diese Erfahrung habe ich mit dem Italienischen (gemacht).

Als Kind war ich oft in Italien in den Ferien.

(Ich) habe nie einen Kurs besucht.

Also ich spielte einfach mit anderen Kindern.

Und irgendwann sprach ich diese Sprache.

Klar, ich konnte mich verständigen, wenn ich Hunger hatte oder was ich essen möchte, einfach so wirklich alltägliche, einfache Dinge.

Und mit den Jahren hat sich das verbessert und ich spreche einfach.

Und dann hat da so mal jemand, der Romanistik studiert hatte, hat ‘ne Bemerkung gemacht “Ah, die macht aber Fehler”.

Zuerst war ich etwas beleidigt – also beleidigt, ja, es hat mich getroffen -, aber dann musste ich sagen, ich spreche mit den Leuten, ich kann mich verständigen, ohne Probleme, und er, er saß da und hat zugehört und wagte sich nicht zu sprechen.

Dann habe ich mir gesagt, ja was ist jetzt besser?

Das ich grammatisch perfekt spreche, wenn ich überhaupt spreche, oder dass ich einfach spreche und mich wohl fühle in diesem Land und mich verständigen kann und das Leben dort genießen kann auf vielfältige Art und mit den Leuten Kontakt habe.

VERA: Genau.

Das ist ja eigentlich das Wichtige an der Sprache, dass man kommunizieren kann, dass man Spaß daran hat, Freude daran hat.

Und ich denke auch, so lange ich verständlich bin und es keine Missverständnisse dadurch gibt, so lange ist es okay.

Natürlich bemühe ich mich auch, wenig Fehler zu machen, …

JOLANDA: Klar

VERA: … aber ich würde nie den Anspruch an mich stellen, fehlerfrei zu sprechen.

Ich bin kein Muttersprachler.

Ich mache selbst in der deutschen Sprache ab und zu einen Fehler.

JOLANDA: Klar.

VERA: Wer spricht schon seine eigene Sprache perfekt?

JOLANDA: Ja eben.

Ja, wir sind ja Menschen.

Und es … wo … ja, da passieren Fehler und aus Fehlern kann man lernen und darum, ich bin natürlich immer froh, in – egal in welcher Sprache -, wenn die Leute die Geduld haben und mich verbessern oder mir etwas erklären, ja?

VERA: Und sprichst du auch heute noch Italienisch oder lernst du auch Italienisch?

JOLANDA: Also, klar bei LingQ, da habe ich dann auch schon mal bei italienischen Texten reingeschaut, aber im Moment merke ich einfach, ich kann nicht alles auf einmal.

Das gibt mir irgendwo zuviel.

Aber wenn ich nach Italien in die Ferien fahre, logisch, da werde ich dann wieder in diese Sprache eintauchen.

VERA: Ja genau.

Das bringt mich auf ein anderes Thema.

Du hast mir erzählt, oder ich habe es auch mitbekommen, dass du auch deutsche Texte bei LingQ dir anschaust und anhörst.

Und da habe ich mich sehr darüber gewundert, warum du das machst.

JOLANDA: Ja, also, wir haben hier in der Schweiz sehr viele Ausländer mit verschiedenen Muttersprachen.

Und, ja, da bin ich für Verschiedene so eine Ansprechpartnerin, die mal hilft, wenn’s Probleme bei Übersetzungen gibt oder Schulprobleme oder irgendwie so.

Da habe ich einfach mal so die Idee (gehabt), ach, die könnten doch selber mal sich hinsetzen und etwas arbeiten an dieser Sprache.

Und da musste ich merken, das war dann nicht so einfach, also …

VERA: Aus welchen Ländern kommen diese Leute?

JOLANDA: Die einen aus Ex-Jugoslawien, die anderen aus Italien, dann aus Südamerika …

VERA: Also von überall, eigentlich.

JOLANDA: Ja.

Also bunt gemischt.

Ja, ja, ja.

VERA: Und die leben dann schon längere Zeit in der Schweiz und können aber noch nicht gut Deutsch sprechen?

JOLANDA: Genau, genau.

Und da musste ich auch feststellen, die einen sind sehr interessiert, die Sprache zu lernen.

Und dann gibt’s andere, die merken, ach, es geht auch ohne.

Also, ja ..

VERA: Das ist für mich eine Haltung, die ich eigentlich gar nicht nachvollziehen kann.

Wenn ich in einem anderen Land lebe und vielleicht dauerhaft dort lebe, dann möchte ich doch die Sprache auch sprechen können.

JOLANDA: Ja, also für mich ist das auch so.

Und darum, also, das war für mich wirklich ein Lernprozess, das zu akzeptieren, dass diese Leute wirklich nicht gewillt sind, an ihrer Sprache zu arbeiten.

Und darum … das war der Grund, warum ich mal in der deutschen Bibliothek mich so umgeschaut habe.

Was gibt es?

Was könnte ich empfehlen?

Und natürlich auch vor allem die Texte, die du von Steve übersetzt hast über das Lernen, die finde ich natürlich super, oder, … also das ..

VERA: Ich würde auch gerne noch mehr Texte übersetzen, aber ich habe eigentlich immer wenig Zeit und das Übersetzen ist wirklich schwierig und zeitaufwändig.

Das kann man nicht mal so schnell machen, das habe ich gemerkt.

Weil, es ist ja nicht nur ein Übersetzen des Inhaltes.

Es muss sich ja nachher auch gut anhören, wie gutes Deutsch, und dabei habe ich jetzt erstmal gemerkt, wie schwer übersetzen überhaupt ist.

Man neigt nämlich dazu bestimmte Redewendungen oder Arten, wie man etwas ausdrückt, zu übernehmen und der Text hört sich nachher im Deutschen dann etwas … ja “englisch” an.

JOLANDA: Ja, ja, ja.

VERA: Also man muss die Satzstellung oft komplett ändern oder es etwas anders ausdrücken.

Es gibt halt Ausdrücke im Englischen, die sind einfach so direkt nicht übersetzbar.

Und ich habe jetzt wirklich Respekt vor Übersetzern bekommen durch diese Übersetzungen, die ich für LingQ auch mache.

JOLANDA: Ja, Ja.

VERA: Jolanda, das war sehr interessant.

Ich denke, das Gespräch sollten wir auf jeden Fall fortsetzen.

Ich würde mich freuen, wenn du noch mal Zeit für mich hättest und dass wir noch mal einen Podcast zusammen aufnehmen könnten.

JOLANDA: Ja klar, machen wir doch.

VERA: Das würde mich sehr freuen.

Und dann sage ich unseren Zuhörern mal vielen Dank fürs Zuhören und ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht und wir würden uns freuen, wenn Ihr wieder reinhört beim Podcast von LingQ.

JOLANDA: Okay, bis bald.

VERA: Ja, bis bald Jolanda.

Den Text und das Audio zu diesem Podcast findet ihr wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com.

Also bis zum nächsten Mal.

Tschüss.

Jürgen & Vera – Karneval

This and all episodes of this podcast are available to study as a lesson on LingQ. Try it here.

Jürgen and Vera talk about Carneval in Germany, especially how it is celebrated in their region. (Jürgen und Vera sprechen über Karneval, insbesondere darüber, wie er bei ihnen in der Gegend gefeiert wird.)

VERA: Hallo Jürgen.

JÜRGEN: Hallo Vera.

VERA: Ja wir sitzen heute mal wieder zusammen um einen Podcast für GermanLingQ aufzunehmen – nach ganz langer Zeit.

Und wir haben uns ein aktuelles Thema herausgesucht.

JÜRGEN: Ja, es geht um Fasching, Karneval …

VERA: Ja, oder Fastnacht wird auch in manchen Gegenden dazu gesagt.

Also es gibt sehr viele Regionen in Deutschland, wo das gefeiert wird und jede Region hat eigentlich ihren eigenen Namen dafür.

Zum Beispiel ganz bekannt ist auch die Alemannische Fassenacht, die dann im Süden von Deutschland mehr gefeiert wird, oder der Mainzer Karneval oder in Köln und Aachen wird ganz viel gefeiert.

Bei uns, das ähnelt ja mehr so dem rheinischen Karneval.

Ja, und der Karneval oder Fasching wird bei uns ja gefeiert, bevor die christliche Fastenzeit beginnt.

Da wird also richtig noch mal auf den Putz gehauen.

Ursprünglich hatte Fasching ja eine ganz andere Bedeutung.

Es sollte damit ja der Winter ausgetrieben werden.

Und die Christen haben das dann einfach adaptiert.

Ja, wann geht’s denn eigentlich richtig los mit Fasching?

JÜRGEN: Als Beginn der Fastnachtszeit gilt in den deutschsprachigen Ländern eigentlich der Dreikönigstag, aber in vielen Gegenden zusätzlich aber auch am 11.

November um .. ja um 11:11 Uhr.

VERA: Genau.

Um 11:11 Uhr da gibt’s schon so die ersten Veranstaltungen und da werden auch oft so die Prinzenpaare gekürt.

Also in vielen Gegenden ist es üblich, dass es zu Fasching oder zum Karneval einen Faschingsprinz und eine Faschingsprinzessin gibt und, ja, die werden dann am 11.11. oft vorgestellt.

Aber richtig los geht’s bei uns eigentlich jetzt erst, d.h.

so Ende Januar.

JÜRGEN: Genau.

Und dann kommt auch noch die Weiberfastnacht dazwischen an dem Donnerstag.

VERA: Ja, aber das ist ja dann schon direkt vor Fasching.

Da wird’s ja dann richtig dolle.

Da geht’s ja dann überall mit Feiern ganz wild los.

Und die Weiberfastnacht, die hat ja was ganz Besonderes.

Warst du da auch schon mal, Jürgen?

JÜRGEN: Nee, will ich auch nicht unbedingt hin.

VERA: Aber du weißt, was da passiert?

JÜRGEN: Ja, ja, da geht’s den Schlipsen an den Kragen.

VERA: Genau.

Die Frauen, die bewaffnen sich dann mit Scheren und jeder Mann, der mit einem Schlips erwischt wird, sollte den sehr gut im Auge behalten, weil … denen geht’s an den Kragen.

Das ist so eine Tradition in manchen Gegenden und ja da sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man einen Schlips anzieht als Mann.

JÜRGEN: Lieber nicht!

VERA: Lieber nicht.

Genau.

Ja das ist dann schon direkt vor Fasching.

Dann wird dann natürlich auch am Wochenende weitergefeiert, Freitag, Samstag und Sonntag und richtig los geht’s ja auch noch mal dann am Rosenmontag.

JÜRGEN: Ja, da gibt’s auch die traditionellen Rosenmontagsumzüge.

VERA: Genau.

In manchen Gegenden werden dann Umzüge gemacht.

D.h.

in diesen ganzen Faschingshochburgen eigentlich, die haben diese Faschingsumzüge und vielleicht können wir noch mal kurz sagen, was ein Faschingsumzug überhaupt ist.

JÜRGEN: Ja, beim Faschingsumzug da werden halt viele Themen, verschiedene Themen angesprochen, z. B. politische Themen aus dem Regionalen oder aus der Bundespolitik.

VERA: Genau.

Da werden Wagen gebaut und auf diesen Wagen sind dann oft Figuren installiert, die die Politik karikieren.

Also das ist wie eine Karikatur, nur als Plastik, wenn man so will.

JÜRGEN: Ja, teilweise sehr aufwändig gemacht.

Richtig überlebensgroße Figuren aus einem Gemisch aus Pappmaché oder noch irgendwas.

VERA: Genau, die sind richtig kunstvoll.

Da steckt also ganz, ganz viel Arbeit drin und aktuelle politische Themen werden dort richtig aufs Korn genommen.

Aber es geht nicht nur ernst zu, also es geht nicht nur um Politik bei diesen Umzügen, sondern es ist auch ganz viel Spaß und Unterhaltung mit dabei.

JÜRGEN: Ja, vor allem die vielen Fanfarenzüge.

Die gehören eigentlich auch zu jedem Faschingszug dazu.

Viele Dörfer haben dann eigene Vereine, die extra dafür dann Fanfarenzüge mitmarschieren lassen.

VERA: Genau, die haben dann ihre Bläser und Trommler.

Manche haben dann noch einen Major, der den Fanfarenzug anführt oder auch Majoretten dabei, die dann mit diesen kleinen Stäbchen, ich weiß gar nicht wie sie heißen, herumwirbeln und dann für gute Stimmung sorgen.

JÜRGEN: Ja, Tanzgarden gehören natürlich auch dazu.

VERA: Genau, die laufen beim Zug auch mit.

Und da gibt’s auch oft noch kostümierte Gruppen, die da auch noch für Spektakel sorgen.

JÜRGEN: Und wo die Kinder sich natürlich ganz besonders freuen sind die vielen Bonbons, die geworfen werden und alles Mögliche außer Bonbons noch von Luftballons bis zu Süßigkeiten – da fliegt schon einiges durch die Gegend.

VERA: Ja, viel Popcorn wird auch geworfen oder sogar kleine Spielsachen hatten wir in den letzten Jahren auch öfter z. B. so kleine LKWs.

Kannst du dich noch erinnern?

JÜRGEN: Genau.

Kleine Autos auch, kleine LKWs .Ja, was halt so …

VERA: .. oder mal eine Frisbeescheibe …

JÜRGEN: … übrig bleibt.

VERA: … oder ein Ball.

Also da gibt’s schon relativ viel.

Der Höhepunkt ist ja dann am Fastnachtsdienstag.

Da sind dann auch oft noch Faschingsfeiern.

Was aber in der Zeit davor häufig stattfindet, sind ja auch die ganzen Faschingssitzungen.

Die werden ja auch im Fernsehen übertragen, also nicht alle, aber viele werden im Fernsehen übertragen, z. B. können wir hier welche aus Mainz, aus Köln und aus Aachen sehen und vielleicht erklären wir auch noch mal, was eine Faschingssitzung überhaupt ist.

JÜRGEN: Ja, eine Faschingssitzung, da treffen sich halt die ganzen oder viele Faschingsinteressierte und vorne wird dann auch eine Büttenrede z. B. gehalten.

VERA: Es gibt ein richtiges Programm.

Und ein Bestandteil sind Büttenreden und eine Büttenrede ist eigentlich auch eine Form der Satire könnte man sagen.

Irgendein aktuelles Thema wird aufs Korn genommen und in satirischer Form dargestellt.

Das sind also auch oft Sachen aus der Politik oder aus dem Lokalgeschehen oder einfach sonst ein aktuelles, interessantes Thema, was dann in satirischer Form dargeboten wird.

Oft sind’s auch Reime ..

JÜRGEN: … oder auch Sketche.

Es geht halt auch viel darum, dass halt nichts Ernstes ist, sondern das es einfach was zum Lachen gibt.

VERA: Was auch sehr viel dargeboten wird sind dann auch solche Tanznummern.

Also viele Vereine haben eine eigene Faschingsgarde, die dann auftritt und dort Vorführungen macht auf der Bühne.

Und besonders beliebt sind auch immer die Gesangsnummern.

Das Publikum singt dann auch sehr gerne mit.

Es werden dort meistens Lieder genommen, die sehr bekannt sind, wo die Leute dann eben halt auch mitsingen können.

Und die Leute werden auch extra dazu animiert, damit sie in Stimmung kommen und Spaß haben.

JÜRGEN: Ja und was auch sehr gerne gemacht wird, sind die verschiedenen Kostüme.

VERA: Das ist natürlich mit das Wichtigste, vor allem wenn man die Kinder fragt, am Fasching: die Verkleidungen.

Also die Kinder und aber auch die Erwachsenen verkleiden sich ja dann.

Ich glaube, da erfüllt man sich so wirklich auch seine Kinderträume.

Die Kinder sowieso, aber die Erwachsenen auch und, ja, man sieht alles Mögliche an Fasching.

JÜRGEN: Ja, da kommen Indianer bis zum Cowboy, zum Clown, Hexe usw.

Also man findet durch die Bank weg eigentlich alles.

VERA: Ja, beliebt sind auch Verkleidungen in Form von Berufen z. B. für Jungs natürlich das Größte: Feuerwehrmann oder Polizist oder auch beliebt sind Filmfiguren.

JÜRGEN: Genau.

Wie z. B. die Biene Maja oder Marienkäfer oder Bär Balu.

Also da ist auch alles vertreten.

VERA: Der Fantasie sind da wirklich keine Grenzen gesetzt.

Oder was ich jetzt gesehen habe ist eine Horst Schlämmer-Brille gab’s zu kaufen, dass man sich verkleidet wie … nicht ‘ne Horst Schlämmer-Brille, ‘ne Horst-Schlämmer-Verkleidung war’s, genau!

Es war mit Perücke und Mantel und alles und das ist eine Figur aus einem Film.

JÜRGEN: Ja oder Darth Vader – kennt ja auch jeder.

Wird auch sehr oft genommen.

VERA: Genau.

Von Star Wars.

Und die Vanessa verkleidet sich dieses Jahr auch.

Sie hat sich schon ein Kostüm herausgesucht.

Diesmal wird sie ein Cowgirl.

Das ist ein bisschen lustig, weil Cowgirls gab’s ja eigentlich gar nicht, es gab ja nur Cowboys im Wilden Westen, aber Cowgirl ist dann die Abwandlung für die Mädels.

Die wollen natürlich auch gerne mal rumballern können.

Also sie hat jetzt so eine Pistole mit … wie nennt man das Jürgen?

JÜRGEN: Ja also so eine Spielzeug-Pistole mit so kleinen Knallstreifen.

Ich weiß gar nicht …

VERA: Ach so: Zündplättchen

JÜRGEN: Zündplättchen.

Genau!

So heißt es richtig.

VERA: Ja genau.

Das macht dann ein bisschen Krach und das raucht sogar ein bisschen und riecht etwas, aber es ist natürlich vollkommen harmlos.

Und da hat sie ihren Spaß dabei.

Ja, also bei uns ist Fasching vielleicht nicht ganz so verbreitet wie jetzt in Mainz oder Köln, wo die Hochburgen sind, aber es gibt erstaunlich viele, die doch bei Fasching mitmachen.

Ich schätze mal so zwanzig Prozent, oder was meinst du?

JÜRGEN: Ja.

Bei uns sind es vielleicht zwanzig Prozent.

In den Hochburgen sind es wesentlich mehr, aber es ist halt überall verschieden.

VERA: Wir selber, das müssen wir jetzt mal zugeben, sind eigentlich eher Faschingsmuffel, d. h. wir gehen da selten hin.

Wir machen das jetzt vor allem Vanessa zuliebe, weil .. also mir wird da einfach zuviel getrunken.

JÜRGEN: Zuviel Alkohol ist halt nicht immer gut.

VERA: Ja.

Viel von der Ausgelassenheit besteht dann auch darin, dass zuviel getrunken und ich habe überhaupt nichts gegen das Feiern, das ist überhaupt kein Problem, aber wenn das mit soviel Alkohol verbunden ist, finde ich das dann nicht so gut.

JÜRGEN: Wir gehen meistens zu Familiennachmittagen.

Da geht es dann nicht so heftig zu.

Die Kinder haben auch was davon und dann ist das auch in Ordnung.

VERA: Ja und das ist dann auch sehr schön, wenn man dann sieht, dass da die ganze Familie eben halt auch mal feiern kann.

Das es nicht speziell auf Kinder ausgelegt ist oder nicht speziell auf Erwachsene und da gehen wir dann auch gerne mal hin.

Ich denke, nun haben wir viel Informationen zum Fasching hier geboten und viel mehr fällt mir auch nicht dazu ein.

JÜRGEN: Ja, so kann man sich wenigstens ein kleines Bild machen, wie es bei uns so mit Fasching abläuft.

VERA: Genau.

Das ist ja keine Hochburg hier, sondern bei uns ist das eine nicht ganz so wichtige Sache wie im Rheinland.

Allen, die Fasching feiern, wünschen wir an dieser Stelle auch ganz viel Spaß dabei und dann sagen wir erst mal Tschüss.

JÜRGEN: Tschüss und Helau!

VERA: Helau!