#2: Wie verarbeiten Gesellschaften Völkermord? [1]

Prof. Dr. Timothy Williams – oder, kurz, Tim – ist Konfliktforscher. Das bedeutet, dass er sich mit der Entstehung, Entwicklung und Auswirkung von Konflikten beschäftigt – in seinem Fall bisher besonders mit Genoziden/Völkermorden. Besonders geht es ihm dabei um die Auseinandersetzung mit einer solchen Historie auf individueller Ebene. Wie verarbeiten Zeitzeugen, Opfer und Täter politisch oder ideologisch motivierte Unterdrückung und Massenmord, eine systematische Auslöschung? Kein leichtes Thema – aber ein wichtiges, ein interessantes. Darum geht es in der heutigen Folge. Sein Buch zum Thema findet ihr als kostenlosen Download auf seiner Webseite (Link unten)!

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Zuhörer und Zuschauer wenn ihr uns auf

YouTube zuguckt, ich habe Heute wieder

ein sehr interessantes Interview

und zwar

mit Tim

mehr sage ich dazu jetzt noch gar

nicht, denn wie immer frage ich gleich

mal am Anfang. Tim, wer bist, du was machst

du und wo kann man dich finden, wenn du gefunden werden möchtest?

Ich bin Tim Williams und ich bin an der

Universität der Bundeswehr in München

wo ich eine Juniorprofessur habe für

Unsicherheitsforschung und

gesellschaftliche Ordnungsbildung. Das

klingt erst mal lang und kompliziert.

Es geht bei mir um Konflikt und Gewalt

in der Professur und genau. Mich

findet man auf Twitter

unter

unterstrich Tim unterstrich Williams

unterstrich ganz eingängig oder auf

meiner Webseite timothywilliams.de

Perfekt, das ist auch alles wie immer in

der Beschreibung verlinkt, wenn ihr

nachher mehr über Tim herausfinden wollt.

Du hast auch glaube ich relativ kürzlich

ein Buch geschrieben, wenn ich das

richtig im Kopf habe

wenn du kurz dazu was sagen möchtest,

denn ich habe es nicht gelesen.

Noch nicht. Das Buch gibt es sogar umsonst

zum runterladen also open access, das

heißt The Complexity of Evil Perpetration and Genocide

ist also ein englischsprachiges

Buch und es geht darum, warum sich

Menschen an Völkermord beteiligen. Also

warum sich Menschen dazu entscheiden

andere Leute im Völkermord umzubringen

und geht auf Daten von mir aus

Cambodia zurück. Und das kann man, den

Link findet man auf meiner Website

oder bei Rutgers University Press. Einfach meinen Namen eingeben.

Was hast du denn Studiert, wie wird man zum

Juniorprofessor für Konfliktforschung

mit Schwerpunkt Völkermord und

Gewaltgeschichte sozusagen. Genau also ich bin

von Haus aus Politikwissenschaftler

ich habe in Mannheim und in London

erst Politikwissenchaft, dann vergleichende

Politikwissenschaft studiert aber in

London schon mit dem Schwerpunkt im

Master auf Conflict-Studies.

Also Konfliktforschung und

innerhalb der Konfliktforschung habe ich

mich dann schnell auf die krassesten

Konflikte sozusagen

fokussiert, ich dachte wenn schon

Konfliktforschung, dann richtig

und habe mich dann in meiner Masterthesis und dann in

meiner Promotion auf Völkermord damit

spezialisiert. Wobei in fast allen

Gesellschaften natürlich nicht nur

ein Völkermord stattgefunden hat, sondern

ganz oft auch ist es eingebettet in

Bürgerkriegen in

Aufstände, Revolution, aber ganz oft

überlagert der Völkermord sozusagen auf

diese anderen gewaltsamen Vergangenheiten

das ist gar nicht so unwesentlich, dass

es dann eigentlich fast immer um die

Erinnerung an Völkermord geht, obwohl da

auch ganz viel anderes auch passiert ist.

Gab es einen bestimmten

Grund, ein bestimmtes Thema, einen

bestimmten Völkermord der so der

Auslöser dafür war, dass du gesagt hast

das Thema interessiert mich, das finde

ich wichtig. Ja also spannende weise in

der Schule hat man ja ganz viel mit dem

Holocaust zu tun.

Ganz kurz zum einkahen,

du bist in Deutschland zur Schule gegangen, du bist

englischer und deutscher Muttersprachler

richtig? Genau, also ich bin in

England zwar geboren, aber mit drei

Jahren hierher gezogen und bin, gut ich

war auch mal zwischendrin wieder weg, aber

die meiste Zeit war ich in Deutschland in

der schule, genau. Ich lernte

ganz viel über den Völkermord in

Deutschland, also Holocaust und mich hat

das ehrlich gesagt in der Schule

ziemlich genervt, weil wir so viel

darüber gesprochen haben und ich glaube

wenn mein 17 oder 18-jähriges ich

wüsste, dass ich jetzt seit acht Jahren

zum Thema Völkermord forsche, wäre leicht

entsetzt. Im Studium habe ich dann eben

einiges über Völkermord gelesen und

gemerkt das ist immer ganz wenig dazu

gibt auf der individuellen Ebene, auf

der Ebene der einzelnen Täterinnen und

Täter. Es gibt schon einiges, aber das

wird gar nicht so systematisch

angeschaut und vor allem nicht

vergleichend angeschaut. Und dann dachte ich

mir so ja, das muss mal gemacht werden,

das interessiert mich und ich hab dann

mich auf Cambodia spezialisiert,

weil es dazu einfach extrem wenig gibt

zu den individuellen Täterinnen und

Tätern. Es gab eigentlich vor mir nur ein

Buch. Habe danach einige andere Projekte

seit der Promotion gemacht in

Kambodscha, jetzt weniger zu Gewalt

selbst und mehr zur Erinnerung an die

Gewalt. Genau das ist nämlich auch, das

ist ja ein riesiges Thema zu dem die

forscht. Und ja, acht Jahre da kann man,

denke ich, eine Menge, hat man irgendwann

eine Menge zusammen, über die man reden

kann, aber wir haben uns im Vorfeld schon

ein bisschen abgesprochen, worüber wir

Heute eher verschärft reden und haben

uns auf die Frage genau dessen geeinigt,

nämlich wie sich

Gesellschaften an gewaltvolle oder

gewaltsame Vergangenheit erinnern. Worum

genau handelt es sich denn im Falle von

Kambodscha, was ist da so kurz wie

möglich passiert?

Es gab den Vietnamkrieg nebenan und

ja das schwappte über Anfang der 70er

Jahre nach Kambodscha, in dem die USA

ganz viele hunderttausend Menschen

umgebracht hat, mit ihren Bomben. Und da

gab es einen Bürgerkrieg in Kambodscha und das

brachte die roten Khmer an die Macht, 75 bis

79. Und die haben während ihrer

Regierungszeit sind zwei Millionen von

sieben Millionen Menschen gestorben eine

Million sind verhungert und sind an

Krankheiten und Überarbeit gestorben

die andere Million werden umgebracht.

Das ist heftig,

also allein schon verhältnismäßig.

Genau, die wurden 79 gestürzt von einer

Einmarsch Armee der

Vietnamesen und da gab es dann

den zweiten Bürgerkrieg, der bis Ende der 90er Jahre noch

ging, also relativ lang. Für mein erstes

Projekt das zum zu Tätern und Täterinnen

habe ich ganz viele Interviews geführt

und bin auf einem Moped quer durchs Land

gereist, durch die Provinzen auf die

Reisfelder, und habe, weil es größtenteils

Bauern sind heutzutage,

genau. Und danach

zum Thema Erinnerung und

Aufarbeitung, habe ich auch viele Interviews

mit vielen Interviews geforscht, da aber

dann hauptsächlich in der Hauptstadt mit

Leuten die in Gedenkstätten arbeiten, die

am Gerichtshof arbeiten in verschiedenen

NGOs also zivilgesellschaftlichen

Organisationen arbeiten. Aber da besuche

ich dann auch diese Gedenkstätten und

geht zu verschiedenen Projekten und

versuche das mir alles anzuschauen und ein

bisschen zu beobachten, teilnehmende

Beobachtung nennt man das.

Wo man einfach da bissen abhängt und guckt was

passiert und versucht das ein bisschen

zu analysieren. Und dann interessiert uns

jetzt natürlich

was ist denn dabei jetzt rausgekommen, was

gibt es denn für muster?

Zumindest bisher, wie beschäftigt

sich eine Gesellschaft in der etwas so

schreckliches und so groß ist und denke

ich gerade auch im Nachhinein und aus

der ferne schwer verständlichen

Ereignis wie erinnern sich die Leute

daran, die direkt damit zu tun hatten und

involviert waren? Also in Kambodscha hatte

eigentlich jeder der zu der zeit

gelebt hat, was damit zu tun, also jede

Familie hat Leute verloren

2 von 7 Millionen Menschen, ist es auch

schwer nämlich vor allem weil es nicht,

also es ging auch gegen ethnische

Minderheiten, aber nicht nur, also auch gegen

Leute, die als politisch anders

wahrgenommen wurden und das war einfach

eine Vermutung sozusagen, die man

eingestellt hat und das war jeder der

irgendwie widerwillig war oder man als

widerwillig wahrgenommen hat und so

sind eben einfach in jeder Familie auch

Leute gestorben. In den 80er Jahren und

den 90er Jahren gab es einen ganz anderen Umgang

als es heute damit gibt. Weil es da

wie gesagt noch einen Bürgerkrieg gab, hat

die Regierung in Phnom Penh die Hauptstadt von

Kambodscha, die roten Khmer ganz stark

dämonisiert, gegenüber der

internationalen Gemeinschaft auch weil

die ganze Zeit hat die UN zum Beispiel an die

vereinten Nationen weiterhin die roten

Khmer als legitime Regierung angesehen.

Aber in den 90er Jahren kam der

Bürgerkrieg zum Ende in dem der Premierminister

Hun Sen, der bis heute auch noch Premierminister ist,

Amnestien angeboten hat. Das Amnestien

heißt, wenn jemand übergelaufen ist, dass

die juristisch nicht belangt werden für das

was sie getan haben, sie werden nicht

angeklagt und viele haben dann auch

politische Ämter oder auch bestimmte

ökonomische Vorteile bekommen also, Länderrain und

so konnte man Stück für Stück Leute

motivieren überzulaufen

und damit setzte dann aber eine

andere Umgebungsweise ein also ende der

90er Jahre hat Hun Sen sogar gesagt, lass uns

ein Loch buddeln und die Vergangenheit

darin vergraben. Und ganz spannend, dafür

dass man 80er und 90er Jahre die roten Khmer

stark dämonisiert hat, sagt man heute

eher, na ja es waren die höchsten

Führungskräfte die verantwortlich sind

und alle anderen können sich als

Opfer begreifen. Das heißt die ganzen roten

Khmer, die einfach nur ausgeführt haben,

oder sogar die mittleren ränge, können

heute für sich auch ein auch ein Opferstatus

beanspruchen. Funktioniert das, also

psychologisch, ist das eine gute Lösung? Keine Ahnung, ich weiß

nicht ob die Frage dumm ist aber …

Nein, die Frage ist überhaupt nicht dumm

da scheiden sich die geister, kann man sagen. Also ich

würde sagen ja es funktioniert. Nicht

immer und nicht überall aber

größtenteils funktioniert das. Und das

liegt daran, dass während der Zeit der

roten Khmer, Leute fast nie in ihren eigenen

Regionen eingesetzt worden,

das ist in anderen Ländern z. B. in Ruanda

wo man immer die Nachbarn umgebracht

hat, in Bosnien war es auch so, ist es

anders. Das heißt, die Leute sind irgendwo

anders hin versetzt worden, haben

irgendwelche Gräueltaten begangen, aber

nach dem Völkermord oder sogar erst nach

dem Bürgerkrieg, sind sie zurückgekommen

in ihre eigenen Gemeinden. Und die Leute

wissen überhaupt nicht … Da war das nicht

Teil der Realität dann ja … Genau

Und was die aber sehr wohl sehen, ist das die Leute

auch alle Familienangehörige

verloren haben. Was dazu kommt auch, ist

dass die roten Khmer eben diese, also ich habe gesagt

dass es gegen politische Oppositionelle

ging, das heißt es wurden auch ganz viele

rote Khmer umgebracht. Das heißt diese ganze

Idee, dass sie auch Opfer sind,

da ist schon auch eine Grundlage dafür.

Gleichzeitig sind sie auch Täter und

Täterinnen gewesen. Also das muss man

natürlich auch sagen, aber das kann man

einfach ausblenden, wenn sie auch eine

gute Grundlage haben sozusagen.

Findest du das oder kennst du das als

verallgemeinerbare Sache, dass ein

gewisser Opfer narrativ, also soll heißen

sich selbst als Opfer darzustellen und

zu sehen, um einen Teil der Schuld vielleicht

abtreten zu können oder sich eben selber

nicht als Täter zu sehen, ist das ein verallgemeinerbares Muster?

Nicht unbedingt in dem ausmaß, also ich

forsche auch in Ruanda, ich war schon, nicht ganz so oft wie in

Kambodscha, aber ich forsche auch zu Ruanda.

Da gibt es auch Täterinnen und Täter, die

versuchen zu sagen, wir sind Opfer der

Geschichte, wie wir ausgebildet wurden,

dass wir sozusagen was Schlimmes

machen mussten und wir wollten das gar nicht.

Aber das ist auf einem ganz anderen Niveau, weil

in Ruanda zum Beispiel die

Täterinnen und Täter wurden selber kaum

belangt, also wenn man sich geweigert hat

mitzumachen konnte man auch umgebracht

werden, aber man wurde,

es war ein ganz anderer Ausmaß als

in Kambodscha. Das heißt sie können es

für sich beanspruchen, aber sie laufen

damit keine Türen ein, bei der Opfergruppe.

Also bei den Tutsi.

Das liegt auch daran, dass in Kambodscha

eben nicht nur die ethnische Minderheit

in Visier war, das heißt jeder war potenziell

Opfer. Also wenn man als politisch

anders wahrgenommen wurde, konnte man auch

Opfer verwenden, damit war theoretisch jeder im

Visier des Regimes, das es in den

meisten anderen Fällen sehr oft um

Ethnizität geht um Minderheiten

dann natürlich ganz anders.

Anders als dir, ging es mir in der Schule

tatsächlich so, dass mich das ganze Thema

jetzt weniger der Holocaust an sich,

sondern die, das NS-Regime und wie es

dazu kam und wie die Leute sich da haben

reinziehen und begeistern lassen oder

auch, dass Leute die skeptisch waren, dann

eben doch mitgemacht haben,

das hat mich immer sehr interessiert und

#1: YouTuber werden – damals und heute [1] »

Wie wird man Sprach-YouTuber? In der ersten Ausgabe des deutschen LingQ-Podcast unterhält sich Katja mit ihrem Kollegen Dominik von Get Germanized über die Entwicklung ihrer Kanäle und wie sich YouTube – und der Job eines YouTubers – in den letzten 15 Jahren verändert hat.

Katja: Hallo, liebe LingQ-Hörer.
Katja: Willkommen zur ersten Folge des deutschen LingQ-Podcasts.
Katja: Mein Name ist Katja und ich bin ab jetzt eure
Katja: Gastgeberin bei diesem Podcast.
Katja: Und für viele von euch
Katja: bin ich bestimmt ein neues Gesicht.
Katja: Für andere nicht, und zwar für die,
Katja: die mich schon von YouTube kennen.
Katja: Mein Name ist Katja und ich habe einen YouTube-Kanal namens “Deutsch für Euch”.
Katja: Auf diesem Kanal unterrichte ich seit neun Jahren Deutsch,
Katja: rede über deutsche Kultur, die deutsche Sprache
Katja: und versuche auf viele verschiedene Arten euch beizubringen,
Katja: wie Deutsch funktioniert.
Katja: Ich liebe Sprachen.
Katja: Ich spreche auch ein paar –
Katja: ich spreche Deutsch, das ist meine Muttersprache,
Katja: ich spreche Englisch, das ist sozusagen meine zweite Muttersprache.
Katja: Ich spreche außerdem Russisch,
Katja: äh, schlecht Französisch,
Katja: ähm, verstehe viel Japanisch, aber kann nicht wirklich gut sprechen
Katja: und kann ein kleines bisschen Spanisch und Italienisch.
Katja: Beides kann ich lesen, weil ich in der Schule Latein gelernt habe
Katja: und ich mag Schwedisch und Isländisch,
Katja: deswegen kann ich davon auch ein bisschen.
Katja: Aber wirklich sprechen kann ich drei Sprachen:
Katja: Deutsch, Englisch und Russisch,
Katja: aber natürlich werde ich hier im Podcast nur Deutsch sprechen.
Katja: Das ist ein Überblick über meine Sprachen
Katja: und sehr hilfreich bei all diesem Lernen war:
Katja: Viel, viel Sprache zu hören und zu lesen
Katja: von Muttersprachlern.
Katja: Vor allem von Muttersprachlern.
Katja: Aber definitiv nicht im Schulbuch.
Katja: Und deswegen freue ich mich auch besonders, diesen Podcast zu machen,
Katja: denn das ist genau wofür LingQ da ist.
Katja: Wir machen hier Inhalte, die ihr gleichzeitig hören und lesen könnt,
Katja: damit ihr eure Lernergebnisse verbessert,
Katja: ja, also, damit ihr immer mehr echtes Deutsch, in diesem Fall,
Katja: aber auch echtes Englisch, echtes Koreanisch, echtes Italienisch
Katja: und so weiter,
Katja: echte Sprache hört – von Leuten, die die Sprache wirklich gut sprechen.
Katja: Wenn du dir diesen Podcast auf Apple, Spotify,
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Katja: und vergiss nicht, der Folge ein Like zu geben, wenn sie dir gefällt.
Katja: Vielen Dank und viel Spaß!
Katja: Hallo und willkommen zum LingQ-Podcast auf Deutsch.
Katja: Ich habe heute einen Gast und zwar, genau, ihr seht ihn schon winken,
Katja: Dominik von “Get Germanized”!
Katja: Dominik, willst du dich mal vorstellen?
Dominik: Ja, ich bin Dominik von “Get Germanized”.
Dominik: Moin, na, wie geht’s?
Katja: Was machst du denn so, Dominik, woher kennt man dich
Katja: und wo kann man dich kennenlernen?
Dominik: Momentan sitze ich hier und rede mit der fantastischen Katja,
Dominik: das ist, äh, eine, ein, die beste
Dominik: Beschäftigung, die man an einem Tag haben kann
Dominik: und äh, wo man mich sieht normalerweise,
Dominik: naja, äh, auf YouTube bei “Get Germanized”
Dominik: und da bringe ich Leuten, genau wie die liebe Katja,
Dominik: äh, die deutsche Sprache und Kultur näher, ja,
Dominik: und, äh, das ganze auf Englisch mit
Dominik: ein bisschen Deutsch, äh, hineingesprenkelt,
Dominik: so ein, ein bisschen,
Dominik: und die Themen gehen bei mir von Karneval bis Stranger Things.
Dominik: Also da ist alles mal dabei, äh, worauf ich gerade Lust habe,
Dominik: um das ein bisschen abwechslungsreich zu gestalten – genau.
Dominik: Eigentlich, äh, ja, alles, genau, war die – was war die andere Frage?
Dominik: Gab’s noch eine andere Frage? Katja: Wo man dich finden kann, äh, ja genau –
Katja: also ich mein, das ist es hauptsächlich.
Dominik: Ja. Katja: Du hast auch Social Media und so weiter, das findet ihr auch in der Beschreibung nachher,
Dominik: Ja. Katja: ähm, wo ihr Dominik überall finden und folgen könnt.
Dominik: Genau. Katja: Äh, genau. Wir haben uns heute zusammengesetzt,
Katja: weil, ähm, wir das ja beide schon ziemlich lange machen.
Katja: Also, für diejenigen, die hier gerade das erste Mal reinschalten:
Katja: Ich habe auch einen eigenen YouTube-Kanal namens “Deutsch für Euch”,
Katja: auf dem bringe ich Leuten Deutsch bei, ab und zu geht es auch um Deutschland und Traditionen,
Katja: aber ich bin hauptsächlich auf die Sprache konzentriert,
Katja: während Dominik, ähm, wie er schon gesagt hat,
Katja: ja, du machst eigentlich so alles, was du cool findest,
Katja: was dich interessiert und verbindest das dann,
Katja: ähm, nach Möglichkeit mit Deutsch und Deutschland, so viel es geht,
Dominik: Genau. Katja: so wie’s ja der Kanalname ja auch sagt.
Katja: So und jetzt ist es so, dass wir das beide schon sehr lange machen
Katja: und deswegen wollten wir uns heute darüber unterhalten,
Katja: denn eigentlich gibt’s eine Menge, über die wir gerne miteinander reden,
Katja: aber das ist vielleicht ein Thema, das für euch auch interessant ist – denn:
Katja: Ich mache YouTube und “Deutsch für Euch”, ähm,
Katja: seit 2013, seit Anfang 2013,
Katja: ähm, ich bin schon länger auf YouTube
Katja: unterwegs, aber seitdem mache ich regelmäßig Videos
Katja: und Dominik ist auch schon länger auf YouTube unterwegs,
Katja: äh, und macht auch schon länger Videos,
Katja: äh, auch auf diesem Kanal.
Dominik: Genau. Katja: Und, das hat sich seitdem alles sehr, sehr geändert
Katja: und darüber wollten wir heute mal ein bisschen, ein bisschen reden.
Dominik: Ja, äh, angefangen hat alles
Dominik: zweitausendund – weiß ich gar nicht, sechs?
Dominik: Wann, wann gab es YouTube? Katja: Sechs.
Katja: Fünf.
Dominik: Ja, fünf. Katja: Ich glaube die ersten Anfänge waren, glaube ich, sogar 2004?
Dominik: Sicher? Katja: Aber ich war zum ersten mal drauf auf, also 2005,
Katja: und meinen ersten Account hab’ ich gemacht 2006.
Dominik: Also, ich, ich kann mich da nie genau erinnern,
Dominik: wann genau YouTube jetzt rauskam, aber ich
Dominik: meine halt auch so 2004, 2005, 2006,
Dominik: so um den Dreh und äh,
Dominik: ja, da war YouTube auch, was die Qualität der Videos anging,
Dominik: natürlich noch ‘ne ganz andere Welt, ich meine,
Dominik: da gab es einfach noch kein “Full HD” oder “HD”
Dominik: oder überhaupt irgendwas in die Richtung,
Dominik: sondern nur pixelige Kartoffelvideos, ähm,
Dominik: die man mit seiner Kartoffelkamera aufgenommen hat –
Dominik: im Bestfall mit Papas Camcorder, so wie ich damals
Dominik: und ja, dann war das das halt, ne,
Dominik: da gab’s, also auch was die Produktionsqualität und Scriptwriting
Dominik: oder sonstiges anging, das hat man fast gar nicht gemacht, glaube ich.
Dominik: Es gab natürlich den ein oder anderen
Dominik: oder die ein oder andere, die da damals schon
Dominik: richtig, äh, professionell, wie zum Beispiel, ich glaube “Smosh”
Dominik: waren ja auch schon lange dabei, oder?
Katja: Also sie waren lange dabei, aber professionell ist glaube ich
Dominik: Ne. Katja: ein gewagtes Wort.
Dominik: Vielleicht erinnere ich mich auch falsch. Katja: Aber es gab, es gab ein paar Leute,
Katja: die das schon gemacht haben.
Katja: Auch Leute, die natürlich aus, also die halt aus dem Filmbereich kamen,
Katja: oder so, die gute Kameras zur Verfügung hatten,
Katja: die was über “Skripte schreiben” wussten und so weiter und so fort,
Katja: aber genau – hauptsächlich war YouTube am Anfang und die ersten Jahre
Katja: eine Plattform für Leute, die sich irgend-, die sich über Video mitteilen wollten.
Katja: Also wir sind beide sehr mit, mit YouTube von Anfang an aufgewachsen,
Katja: ähm und offensichtlich gab es bei uns beiden auch von Anfang an so’n
Katja: gewisses Interesse sich auch mitzuteilen.
Dominik: Ja. Katja: Ehm, bei mir persönlich war’s jetzt so:
Katja: Es gab bei mir – also ich hab’ früher Ideen und Versuche gehabt –
Katja: aber ich hatte halt nie ein, ähm, so’n Konzept,
Katja: also ein Thema für ‘nen Kanal, deswegen hab’ ich ab und zu mal
Katja: Videos hochgeladen, die ich halt lustig fand,
Katja: ähm, die sind nicht mehr öffentlich auffindbar
Katja: und das ist auch ganz gut so.
Katja: Und ich weiß nicht wie es dir ging, ähm,
Katja: aber als ich damals mit “Deutsch für euch” angefangen hab’,
Katja: was ja, äh, heute so ‘ne Art “graue Uhrzeit” ist, 2013,
Katja: ähm, übrigens – “graue Uhrzeit” ist ein, ein Ausdruck im Deutschen,
Katja: der so viel heißt, wie: “ganz, ganz alt”!
Katja: Also die, die damals, die Uhrzeit in grau.
Katja: Das wirkt so lange her, aber zu dem Zeitpunkt
Katja: gab es YouTube ja somit schon seit, äh, acht Jahren
Katja: und das heißt, für mich war das damals ein Gefühl von:
Katja: Oh Gott, ich bin voll spät dran, ich hätte viel früher anfangen müssen und sollen
Dominik: Ich mein gut, äh, Katja: Ich weiß nicht, wie es dir da ging.
Dominik: PewDiePie, der hat auch erst 2010
Dominik: angefangen, glaube ich, oder so. Katja: Richtig.
Dominik: Ich mein.. Katja: Und 2010 gab’s ja auch erst das Partnerprogramm.
Dominik: Ehm.. ja, ne, ein klares Konzept hatte ich auch lange Zeit nicht,
Dominik: ich hab’ halt angefangen, ja,
Dominik: 2006 auf ‘nem alten Kanal halt auch einfach
Dominik: über mich zu reden, dann hab’ ich mal ein Anime-Musikvideo gemacht
Dominik: oder auch mehrere, dann hab ich mal
Dominik: “Star Wars”-Effekte gemacht, wie Katja: Me too!
Dominik: Lichtschwerter und Force Lightning und sowas,
Dominik: alles mögliche.
Dominik: Ich hab auch mal so weirde Horror-Kurzfilme gemacht,
Dominik: alles mögliche. Und das ist halt auf dem selben Kanal, äh,
Dominik: wo ich dann auch ab und zu mal deutsche Wörter vorgestellt hab’, oder
Dominik: äh, einfach von mir erzählt hab’, wie mein Leben
Dominik: in Deutschland war und so, weil halt die Leute
Dominik: einfach gefragt haben und ich dann einfach geantwortet habe.
Dominik: Ein Konzept kam dann halt erst mit
Dominik: dem Kanal, der, also, der jetzt “Get Germanized” ist, in 2009,
Dominik: allerdings auch noch nicht wirklich,
Dominik: äh, da hab’ ich zwar auch unregelmäßig – oder auch regelmäßig –
Dominik: schon Videos in die Richtung gemacht, aber
Dominik: ein Rebranding mit ‘nem klaren Konzept oder dem klaren Wunsch,
Dominik: äh, jede Woche ein professionelles Video hochzuladen mit
Dominik: äh, professionellem Thumbnail und so weiter und so fort,
Dominik: das kam auch erst 2013 tatsächlich, also auch relativ spät erst.
Katja: Genau, also das heißt, dein Kanal bestand schon länger,
Katja: aber halt, davor, wie du gerade sagtest, ähm,
Katja: ohne klares, klares Ziel sozusagen.
Dominik: Ja. Katja: Ähm, ja, das Interessante ist –
Katja: das heißt bei dir ist es so’n bisschen:
Katja: Du hattest ‘ne Community, du hattest ‘ne gewisse Menge an
Katja: Followern und da gab es dann welche, die gefragt haben?
Katja: Nach Deutsch und Deutschland und so weiter?
Katja: Das heißt, das ist sozusagen bei dir aus dem,
Katja: aus YouTube heraus schon entstanden, das finde ich immer sehr interessant.
Dominik: Ganz organisch, ja. Katja: Bei mir …
Katja: ähm, bei mir ist es mehr aus meinem eigenen Interesse
Katja: an … an Sprachen,
Katja: an Dingen erklären,
Katja: und an “Ich will irgendwas auf YouTube machen!” entstanden.
Katja: Und ich hatte, glaub’ ich, so, ähm …
Katja: Es gab son’ paar … kennst du noch … sagt dir der Name “SpeedyConKiwi” was?
Dominik: Jaja, da hatte ich ja, äh … oder da hatte ich dir glaube ich auch schon mal von erzählt,
Dominik: oder du kennst sie ja sicherlich, wie du gerade auch schon gesagt hast selber.
Dominik: Aber die hat das, glaube ich, als allererste auf YouTube gemacht,
Dominik: so, also wirklich Ur-Ur-YouTuber, was “Deutsch beibringen” angeht. Katja: Genau.
Katja: Die macht gar keine Videos mehr. Das war eine deutsche YouTuberin, die ähm …
Katja: Das war noch vor 2010 – da gab es so eine ganz kleine deutschsprachige Community,
Katja: die auch auf Deutsch Videos gemacht haben
Katja: und die halt so ‘ne Gruppe von Followern hatten, die relativ … also, die war sich sehr ähnlich
Katja: und sie war eine davon, sie hat auch eigentlich ganz andere Videos gemacht,
Katja: und hatte dann so
Katja: vier, fünf Videos, ganz kurze, gemacht, wo sie ein bisschen Deutsch beigebracht hat.
Katja: So von eins bis zehn zählen oder sowas.
Katja: Und, ähm, das fand ich damals auch ganz cool, aber
Katja: es war halt sehr begrenzt. Es war sehr, sehr basic.

Waldemar talks with Steve (Waldemars Gespräch mit Steve)

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

Steve: “Guten Abend, Waldemar”

Waldemar: “Guten Abend, Steve”

Steve: “Wie geht’s, wie geht’s.“

Waldemar: “Danke, danke, mir geht´s gut.

Wie geht es dir?“

Steve: “Mir geht’s auch sehr gut.

Hier ist ungefähr also 12 Uhr Mittag und in Deutschland, wieviel Uhr ist es jetzt.”

Waldemar: ”In Deutschland ist es jetzt 9 Uhr, oder wie es in Deutschland gesagt wird – 21 Uhr Abend.”

Steve: “Aber, so hast du schon Abendessen gegessen?

Waldemar: “Ja, habe ich“

Steve: “…Mit deiner Familie“

Waldemar: “Ja, Ja.“

Steve: “Also, ich möchte fragen… wir kennen uns also durch LingQ, wo Du studierst Englisch, und wir sprechen immer miteinander auf Englisch.

Aber wenn wir jetzt auf Deutsch sprechen, darf ich Du sagen, oder soll ich Sie sagen?

Wie funktioniert das auf Deutsch?

Weil auf Englisch gibt es diese Frage nicht.“

Waldemar: “Ja, in Deutsch ist das so, und, Steve, ja ich würden sagen, ja, du darfst Du sagen.

Und, ich darf aber auch Du sagen.

Hm, denke ich”

Steve:“…Ja.“

Waldemar: “Und auf Deutsch wird das auch so wenn sich jemand trifft, der sich bis dahin nicht gekannt hatte, dann wird das so geklärt, fragt man, ob man Du sagen kann, oder ob man sich siezen soll.“

Steve: “Und, man darf also fragen.

Man kann nicht nur, z.B.

Wir sind ungefähr dasselbe Alter, also ich 60-62 Jahre, ich glaube du bist ungefähr 50, oder so.

Man kann nicht nur Du sagen, man muss immer fragen, darf ich Du sagen.

Oder“

Waldemar: “Ja, das ist der beste Weg, fragen und das klären.

Und nicht, wenn man so einen Fremden anfängt zu duzen, ist das unhöflich im Deutschen.“

Steve: “Das ist auch eine Frage das ist, das kommt aus die verschiedene Kultur.

Ich weiss, z.B.

in Spanien, war es immer Usted – das war immer Sie, jetzt ist es automatisch Du.

Auch in Schweden.

Es hat sich ganz verändert.

Vorher war es immer Nie – das ist Sie, und jetzt ist es immer Du, Dö.

Aber, ich glaube auf Deutschland, die Leute sind mehr konservativ auf diese Frage.“

Waldemar: “Ja, ja, das stimmt.

Das stimmt, obwohl früher die noch mehr konservativ in dieser Frage waren.

Früher, die alten Leute, die, wie soll ich sagen, z.B.

meine Eltern, die habe ich immer gesiezt – zu den Eltern Sie gesagt – jetzt ist das nicht mehr üblich – meine Kinder duzen mich.

Die sagen Du zu mir.

Meine Mutter, die findet das immer noch nicht gut, dass meine Kinder zu mir Du sagen.

Steve: „Und, und deine Kinder.

Was sagen deine Kinder zu deiner Mutter, der Großmutter?“

Waldemar: “Zu meiner Mutter sagen die Sie, weil ich sie auch sieze.“

Steve: “Okay, Sehr interessant.

Und heute, die jungen Leute z. B. also Studenten oder 20-30 Jahre Leute, die zum Beispiel arbeiten zusammen, wenn sie treffen eine Mitarbeiter das erste Mal, sagen sie auch, also siezen sie oder duzen sie.“

Waldemar: “Die Jungen, die duzen sich, wenn die gleichaltrig sind, 20,25, vielleicht 30 Jahre alt wenn die gleichaltrig sind, wenn die sich so privat treffen, dann duzen sie sich.

Wenn sich die jungen Leute sagen wir sich in der Firma treffen, neue Mitarbeiter oder so was, dann siezen die sich erstmal.

Dann ist…“

Steve: „Ja, Ja

Waldemar: “Und, Wenn ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird, dann ist es wiederum so gesehen, dass die Mitarbeiter, die da schon länger arbeiten, die bieten das Du an nicht der neue Mitarbeiter.“

Steve: “Und, gibt es auch also verschiedene Gebiete, wo diese, diese wie sagt man also, wo diese, siezen oder duzen, ist also… , wie kann man da sagen, auch Z.B.

auf Französisch.

In Quebec die Leute duzen sich, aber in Frankreich ist es immer vous, also siezen.

Gibt es auch in diese deutschsprachigen Gebiete, gibt’s, gibt’s also, Gebiete, wo man mehr duzen oder siezen – Österreich oder Bayern, oder ich weiss nicht, Ostdeutschland.

Gibt es solche, solche, wie sagt man, verschiedene Gewöhnlichkeiten.“

Waldemar: “Ja, das gibt es z.B.

im Ruhrgebiet, da sind es mehr Arbeiter, das ist ein Arbeitergebiet.

Und die duzen sich viel schneller und viel mehr als in anderen Gebieten oder, oder die Bauern, die Bauern duzen alle.

Die duzen sich untereinander und duzen auch ganz Fremde.“

Steve: „Aha.

Okay.“

Waldemar: “Wenn man jemanden trifft, der dich sofort duzt, das ist dann ziemlich wahrscheinlich, dass es ein Bauer ist.“

Steve: “Und, du ursprünglich, du kommst von welchem Gebiet, von wo.“

Waldemar: “Ich komm aus Russland.“

Steve: “Ah, jajajaja.

Aber, aus einer deutschsprechende Umgebung, ja.“

Waldemar: “Ja, ja, das war in Sibirien, in der Nähe von Novosibirsk.

Da war eine deutsche Siedlung.“

Steve: “Und diese Leute waren alle, zwei- also zweisprachig.“

Waldemar: “Ja, in diesem Gebiet, da sprachen die alle Deutsch, aber das war deutsches Dialekt.“

Steve: “Okay, und Russisch natürlich.“

Waldemar: „Ja, und Russisch.

Die Medien, das war alles in Russisch, Zeitungen, Radio und dann später auch Fernsehen.

Das war alles in Russisch, und deswegen wuchsen die zweisprachig auf.“

Steve: “Okay.

Aber jetzt wohnst du in Deutschland seit ganz lange.“

Waldemar: “Im Dezember war es 15 Jahre.“

Steve: “15 Jahre, okay.

Du weisst, ich habe sehr wenig Gelegenheit Deutsch zu sprechen, so, deswegen ist mein Deutsch ein wenig “rusty” wie man auf Englisch sagt.“

Waldemar: “Nein, nein dein Deutsch ist sehr gut.“

Steve: “Nein, nein,… und, wo arbeitest du jetzt?

Was machst du für Arbeit?“

Waldemar: “In Russland da hatte ich die Schule beendet und studiert als Agraringenieur und auch fast 12 Jahre als Agraringenieur gearbeitet, und dann als ich hier nach Deutschland kam – Agraringenieur das war für ein sozialistisches Land ein sehr üblicher Beruf, und hier in Deutschland brauchten die mich nicht als Agraringenieur.“

Steve: “Warum?“

Waldemar: “Ja, gibt es auch, aber… Agraringenieure wurden da in Russland gebraucht, weil es sehr große Landwirtschaftbetriebe gab.“

Steve: “Ja, ja Kolchose.“

Waldemar: “Ja, Kolchose, Sofchose.“

Steve: „Sofchose, ja.“

Waldemar: “Ja, und hier in Deutschland gibt es auch Agraringenieure, aber das sind alles Theoretiker.“

Steve: “Aber die Bauern sie müssen auch ganz viel studieren, lernen, weil die… ich glaube die Landwirtschaft, ist auch ganz modern gewesen – auch in Deutschland.“

Waldemar: “Die lernen auch.

Aber die brauchen keinen Agraringenieur der denen sagt, du musst das machen und musst das so machen, die wissen das selber.“

Steve: “Die studieren das selber auch.

Glaube ich… Und du.“

Waldemar: “Dann kam ich nach Deutschland, und musste ich was mir überlegen, was ich machen sollte.

Dann bin ich erst einmal ein Jahr bin ich dann in eine Firma gegangen als Bauarbeiter, und dann kriegte ich einen Platz zum Studieren, Umschulen, nennt man das hier.

Dann habe ich 2 Jahre Umschulung gemacht als Kaufmann – Kaufmann im Groß- und Außenhandel.

Seitdem arbeite ich erstmal in einer kleinen Firma war ich da angefangen.

Die Firma hatte so circa 80 Mitarbeiter.

Dann bin ich gewechselt zu einer größeren Firma, die Maschinen für die Verpackungsindustrie herstellt.

Und da bin ich immer noch und arbeite im Verkauf, Richtung Russland.

Das war mein Ziel, als ich in dieser Richtung diese Umschulung machte.

Weil Russisch kannte ich, und die russische Mentalität, Russland und deswegen wollte ich in diese Richtung auch gehen.

Und, das hat auch gut geklappt.“

Steve: “Ja, das ist ein sehr interessantes Thema, Russland wie diese grosse Land sich entwickelt, die Mentalität und die Wirtschaft.

Ich hoffe, dass ich kann dich noch mal anrufen und so eine Podcast machen, weil ich glaube, das ist sehr, sehr hilfreich für unsere Studenten, die Deutsch lernen.

So, also jetzt werde ich “Auf Wiedersehen” sagen, und vielen Dank für diese Zeit.

Ich hoffe, wir können das noch einmal machen.“

Waldemar: “Ja, Steve, kein Problem.

Wir können das jederzeit machen.“

Steve: “Sehr gut, das ist sehr sehr gut.“

Waldemar: “Ich bin immer bereit, so ein Podcast zu machen.“

Steve: “Vielen Dank…“

Waldemar: “Wenn das hilfreich ist, werde ich immer entgegenkommen.“

Steve: “Okay, Vielen Dank, Dankeschön.

Auf Wiedersehen“

Waldemar: “Auf Wiedersehen.“

Jolanda and Vera – Pets

Study this episode and any others from the LingQ German Podcast on LingQ! Check it out.

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier ist Vera und Jolanda ist wieder meine Gesprächspartnerin.

Guten Morgen, Jolanda.

JOLANDA: Guten Morgen, Vera.

VERA: Wie geht es dir?

JOLANDA: Danke, gut.

Heute scheint die Sonne.

Da geht’s immer besonders gut.

VERA: Das stimmt.

Bei uns scheint auch die Sonne und das tut richtig gut.

In den letzten Wochen hatten wir doch einiges an Regen und da hat man gleich viel bessere Laune, wenn jetzt die Sonne scheint.

JOLANDA: Klar.

Ja.

Bei uns waren auch noch einige Tage wieder sehr kalt, also unter Null, aber gestern waren es 25 Grad, also wir haben Temperaturschwankungen, die kaum zu glauben sind.

VERA: Ja, wir hatten auch vor ungefähr 10 Tagen noch mal Frost und am Samstag hatten wir sogar 30 Grad.

JOLANDA: Wow!

VERA: Kannst du dir das vorstellen, das …?

JOLANDA: Hochsommer!

VERA: Ja, aber die Schwankungen finde ich auch sehr heftig und dann bekomme ich auch manchmal Kopfschmerzen, wenn das so schnell hin und her geht.

Also es könnte ein etwas sanfterer Übergang immer sein.

Das wäre angenehmer.

JOLANDA: Ja, würde ich mir auch wünschen.

VERA: Für heute haben wir uns das Thema Haustiere vorgenommen.

Hast du denn ein Haustier, Jolanda?

JOLANDA: Nein, ich habe kein Haustier und zwar eigentlich ganz bewusst.

Weil ich liebe die Unabhängigkeit.

Ich möchte gern kommen und gehen wie es mir passt und das ist natürlich mit einem Haustier unmöglich.

VERA: Das stimmt.

JOLANDA: Weil ich finde, wenn man ein Haustier hat, dann soll man auch Zeit haben für das Tier.

Und es soll seine Zuwendung kriegen, es soll seine Nahrung kriegen, es soll seinen Lebensraum haben, der ihm entspricht, und das kann ich einem Haustier nicht bieten.

VERA: Da hast du natürlich vollkommen recht.

Man ist dann schon gebunden und muss sich danach richten.

Man kann nicht sagen, ich fahre jetzt mal schnell für drei Tage weg, sondern man muss dann organisieren, wer kümmert sich um das Tier.

Das kann ich sehr gut verstehen, weil das ist für uns auch ein wichtiger Grund, warum wir im Moment kein Haustier haben.

Ich bin berufstätig und ich müsste dann das Tier ja sehr lange alleine lassen.

Und das würde ich dann doch als unpraktisch oder sogar grausam dem Tier gegenüber empfinden.

Zum Beispiel ein Hund, der will ja nicht so lange alleine sein.

JOLANDA: Ja.

Ich wohnte mal in einem Mehrfamilienhaus und da war ein Hund, der war mehrere Stunden am Tag allein und in dieser Zeit hat er immer geheult.

Also das war wirklich eine Zumutung für die Mitbewohner.

VERA: Ja, das kann ich mir gut vorstellen.

Wie gesagt, ich finde das dem Hund gegenüber grausam.

Ich hatte mal einen Hund, aber zu dieser Zeit habe ich glücklicherweise im selben Haus gearbeitet, in dem ich auch gelebt habe, und ich konnte dann zwischendurch mich um den Hund kümmern.

In den Pausen konnte ich dann immer zu ihm gehen und das hat dann auch gut funktioniert.

Aber wenn man normal berufstätig ist und zur Arbeit fährt, dann finde ich, lässt sich das überhaupt nicht vereinbaren.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und hattest du schon mal ein Haustier?

JOLANDA: Hm, als Kind hatte ich mal einen Hamster.

VERA: Ist ein Hamster nicht ein wenig unpraktisch?

Die sind doch nachtaktiv.

JOLANDA: Ja.

Und vor allem: die leben nur ein Jahr!

Und dann war die Trauer enorm groß.

Also bei anderen Tieren, ja, die hast du irgendwie länger, kannst auch eine Beziehung aufbauen zum Tier, aber das war hier dann wirklich ganz schlimm als der gestorben ist.

VERA: Ja, ich glaube, Hamster sind wirklich keine idealen Haustiere und wenn man das weiß und sich vorher erkundigt, dann ist einem das auch klar.

Erstens sind sie nachtaktiv und wie du sagt, die leben nur ein Jahr.

JOLANDA: Ja.

VERA: Das ist ja vielleicht für die Eltern praktisch, weil die dann denken, nach einem Jahr hat sich das bei dem Kind erledigt und dann haben wir uns nicht auf Jahre gebunden an ein Tier, aber ich kann mir schon vorstellen, dass du da sehr traurig warst.

JOLANDA: Ja.

Zu dieser Zeit hatten verschiedene Mitschülerinnen gleichzeitig auch einen Hamster.

Das war so eine Mode.

VERA: Ah ja.

Meine Tochter hätte ja auch sehr gerne ein Haustier.

Auf der einen Seite würde ich ihr den Wunsch ja auch gerne erfüllen, aber auf der anderen Seite sehe ich das halt auch wie du, dass man sich damit so stark bindet und bei mir kommt noch dazu, dass ich eine Katzenallergie habe und deshalb auch sehr vorsichtig sein muss, was Tiere anbetrifft, weil man hat dann oft auch Allergien oder zumindest Probleme bei anderen Tieren, die Fell haben, und deswegen schwanke ich da sowieso auch noch und wir haben jetzt aber eine Alternativlösung.

JOLANDA: Ah ja!

Da bin ich gespannt.

VERA: Ja, wir haben ein paar Katzen, die draußen leben, die bei uns ab und zu zum Fressen vorbeikommen.

Und davon sind jetzt auch zwei relativ zutraulich.

Die lassen sich dann auch mal anfassen und mal streicheln und mit der Lösung ist Vanessa dann eigentlich auch ganz glücklich.

Es ist nicht die perfekte Lösung für sie, aber sie hat dann zumindest so eine Art Haustier.

Und weißt du, welches Tier sie am allerliebsten hätte?

JOLANDA: Vielleicht ein Pferd?

VERA: Gut geraten.

Genau!

JOLANDA: Sicher?

VERA: Sie hätte sehr gerne ein Pferd, aber da muss ich ganz ehrlich sagen, das kann ich mir nicht leisten und das würde ich mir auch nicht leisten wollen, weil so ein Pferd lebt ja doch sehr lange und dann hat man ja wirklich viel Verantwortung und es ist ja auch nicht günstig.

JOLANDA: Ja.

Das ist wirklich sehr teuer.

Aber es gibt ja auch die Möglichkeiten, dass man nicht ein eigenes Pferd hat, sondern nur hingeht und das Pferd pflegt und ausreiten kann.

VERA: Ja, sie hat jetzt eine Freundin.

Dort kann sie ab und zu mal hingehen und reiten und ich denke auch, das muss ihr jetzt mal genügen.

Aber es ist ja nicht nur die Anschaffung.

Du musst dich dann ja auch um den Tierarzt kümmern, den Hufschmied, das kostet Geld.

Du brauchst einen Stall, in dem das Pferd steht und gar nicht zu reden davon, dass das Pferd ja auch was essen muss, ja.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also das sind ja auch enorme Folgekosten, die man dann regelmäßig hat.

JOLANDA: Ja, das muss man schon sich ganz gut überlegen.

VERA: Ja, ich kann mir das schlichtweg nicht leisten.

Das muss ich ganz klar sagen, ja.

Soviel verdiene ich jetzt nicht, dass ich davon ein Pferd unterhalten könnte oder wollte, ja.

Das Geld gebe ich dann doch lieber für einen schönen Urlaub aus.

JOLANDA: Ja, das mache ich auch so.

VERA: Ja, weil ich gern verreise.

Hm, als Kind hatte ich auch mal ein Haustier und zwar ich hatte ich einen kleinen Hasen, so einen Weißen mit roten Augen, so einen Hermelinhasen.

Ich weiß nicht, ob du die kennst.

Die waren auch mal richtig Mode bei uns, so wie bei euch die Hamster.

JOLANDA: Ja.

Und der war dann in der Wohnung?

VERA: Nein.

Der hatte einen Stall.

JOLANDA: Ah.

VERA: Ja, also ich finde, Hasen sollte man nicht wirklich in der Wohnung halten.

Ich weiß nicht, ob du da Erfahrung hast, aber das riecht dann doch schon sehr streng, wenn du den Hasen länger in der Wohnung hast.

JOLANDA: Ja, da habe ich keine Erfahrung, nein.

Ich weiß nur, z. B. ich habe Nachbarn, die haben eine Hauskatze, also die darf gar nicht raus.

Im Gegensatz zu anderen, die dann Katzen haben, die rein und raus gehen.

Also …

VERA: Freigänger nennt man das dann, wenn die rausgehen dürfen.

Da habe ich mal gelesen, dass bei Katzen das eine Frage der Gewohnheit ist.

Wenn die Katze das von Anfang an nicht anders kennt, als dass sie nur drinnen gehalten wird, dann ist es kein großes Problem für die Katze.

Nur wenn sie das einmal kennengelernt hat, dass sie rausgehen darf, dann will sie das auch immer wieder.

Also das wäre wohl relativ unkompliziert, die Katzen auch nur drinnen zu halten.

Man muss sich dann halt um die Katzentoilette immer kümmern.

Jolanda: Ja, ja.

Und auch … die zerstören ja häufig wirklich Teppiche oder Telefonkabel usw.

Vera: Ja, wenn denen langweilig ist und die haben nicht genug Beschäftigung, dann suchen die sich eine Beschäftigung.

Also man braucht dann schon einen Kratzbaum und genug Spielzeug und ich denke man muss dann vielleicht auch schon immer mit denen mal spielen und sich mit denen beschäftigen, damit die dann nicht so eine Zerstörungswut an den Tag legen, ja.

Jolanda: Ja.

Vera: Das ist dann bei einem Hund oft weniger problematisch.

Also unser Hund hat da eigentlich nichts gemacht.

Man hat halt auch das Problem, wenn man ein Tier in der Wohnung hat, mit den Haaren, und das kann natürlich auch sehr lästig sein.

Wenn man dann überall die Katzenhaare oder Hundehaare hat – das ist nicht wirklich schön.

Jolanda: Ja, es ist wirklich ein Pflegeaufwand – von A bis Z. Also da muss man sich wirklich bewusst sein, was man sich da ins Haus nimmt.

Vera: Ja.

Auf der anderen Seite haben Tiere natürlich auch einen sehr positiven Effekt.

Ich denke da z. B. auch an ältere Menschen, die sonst vielleicht niemand mehr haben.

Dann haben sie eine Aufgabe, dann haben sie etwas, worum sie sich kümmern können.

Sie haben jemand, dem sie Zuwendung geben können und bekommen ja auch etwas zurück.

Und ich denke gerade für ältere Menschen, die sonst nicht so sehr viele soziale Kontakte haben, kann ein Tier sehr wertvoll sein.

Jolanda: Jein.

Also ja und nein.

Auf der einen Seite ja, das kann ich sehen.

Auf der anderen Seite, es gibt so viele Menschen, die sich alleine fühlen, es gibt so viele Menschen, die eigentlich Zuwendung nötig hätten, und dann gibt es auf der anderen Seite Menschen, die ihre Zuwendung Tieren geben und übersehen den Nachbarn, der vielleicht eher Zuwendung nötig hätte.

Vera: Ja ideal ist natürlich, wenn dann beides zusammentrifft.

Jolanda: Ja, ja, das schon.

Vera: Es gibt aber auch Studien z. B., dass Tiere einen sehr positiven Effekt haben auf Menschen in Altenheimen.

Wenn die regelmäßig Kontakt zu Tieren haben, geht es denen oft besser.

Jolanda: Ja.

Vera: Ja, da gibt es wirklich Untersuchungen und da wurde ein positiver Effekt nachgewiesen.

Das die da auch Freude daran haben und Spaß damit haben.

Jolanda: Ja.

Mir kommt gerade etwas in den Sinn.

Als ich vor einiger Zeit mal in England war, da war mein Schulweg durch einen großen Park und jeweils am Morgen traf ich dort verschiedene Leute an, mit mehreren Hunden, oft nicht nur einen, sondern mehrere, aber jeder war allein mit seinen Hunden.

Niemand hat mit dem anderen gesprochen.

Und das hat mich irgendwie so schockiert.

Da ist jeder einsam mit seinen Hunden und da dachte ich, nein, das ist nichts für mich.

Vera: Da habe ich eigentlich ganz andere Erfahrungen gemacht.

Wenn ich mit unserem Hund unterwegs war, haben mich sogar öfter Leute angesprochen und auch gerade andere Hunde kommen ja dann mal um zu schnuppern und dadurch habe ich auch manchmal Gespräche gehabt – mit dem Hund.

Also das ist dann vielleicht auch eine Frage der Kultur oder der Gegend in der man lebt.

Jolanda: Ja.

Vera: Ja, da habe ich genau gegenteilige Erfahrungen gemacht.

Wenn man mit einem Hund geht, geht man nie lange allein, sondern dann hat man doch schnell jemanden, der mit einem spricht.

Jolanda: Sollen wir hier mal unterbrechen, dass wir nicht einen zu langen Teil haben?

Was meinst du?

Vera: Ja, wir haben jetzt auch schon deutlich über 10 Minuten und dann können wir es auch dabei belassen.

Wenn unsere Hörer vielleicht gerne noch etwas zu diesem Thema hören wollen, können Sie uns ja gerne schreiben.

Den Podcast stellen wir wieder bei LingQ ein, also auf http://www.LingQ.com und dort steht dann auch das Transkript und im Forum dort kann man gerne Nachrichten für uns hinterlassen.

Wir freuen uns sehr, wenn wir Nachrichten bekommen, nicht wahr?

Jolanda: Klar!

Vera: Ja.

Gut.

Dann sage ich Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Jolanda: Bis zum nächsten Mal Vera.

Jolanda and Vera – Conversations with tutors

Study the transcript of this episode as a lesson on LingQ, saving the words and phrases you don’t know to your database. Here it is!

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und heute ist Jolanda wieder bei mir.

Guten Morgen, Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Wir haben uns für heute ein Thema überlegt und zwar wollen wir mal wieder über das Tutoring bei LingQ sprechen, also über die Betreuer bei LingQ.

Man kann ja mit denen sprechen oder man kann Schreibarbeiten einreichen und heute wollen wir mal darüber reden, wie so Gespräche verlaufen können, wenn man mit einem Tutor spricht.

Hast du da Erfahrungen gemacht, Jolanda, von denen du berichten kannst?

JOLANDA: Ja, also ich habe für Spanisch mit verschiedenen Tutoren gesprochen und neuerdings auch für Französisch.

Für Englisch ganz wenig, weil ich da … ja, mein Englisch ist noch nicht so gut.

VERA: Du bist da ja ganz untypisch.

Die meisten Europäer lernen ja als Fremdsprache zunächst Englisch und dann kommen andere Sprachen dazu, aber du hast nicht Englisch gelernt, sondern du hast Französisch und Spanisch zuerst gelernt, richtig?

JOLANDA: Ja.

Also in meiner Schulzeit war es obligatorisch, dass ich drei Jahre Französisch hatte, und zu dieser Zeit war ich davon überzeugt, dass ich sprachlich überhaupt nicht begabt bin.

Es war so meine fixe Überzeugung.

Ich habe dem damaligen Lehrer einfach geglaubt und habe darum Englisch einfach so von mir weg geschoben.

Dann irgendwann bekam ich Freude am Spanisch und je länger ich hier bei LingQ bin, hat mich das Forum interessiert und so vieles war auf Englisch, und da musste ich einfach mein Englisch irgendwie nachholen.

Und, ja, darum spreche ich nun … also nicht … ich spreche besser, als dass ich schreibe.

Darum schreibe ich so selten im Forum.

Ich schreibe nicht gern.

VERA: Das ist ein guter Grund.

Und sprichst du immer mit dem selbem Tutor dann in einer Sprache, mit demselben Betreuer, oder wechselst du das?

JOLANDA: Ich wechsele.

VERA: Ja.

Und wie oft sprichst du?

JOLANDA: Das ist bei mir ganz unregelmäßig.

Also das kommt auch immer wieder darauf an, wie viel Punkte ich gerade habe.

Da gibt’s Zeiten, die dann sehr intensiv sind.

Da kann’s schon mal vorkommen, dass ich zweimal pro Woche spreche.

VERA: Ja vielleicht erklären wir das mit den Punkten ganz kurz.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also bei LingQ kann man Punkte erwerben, entweder indem man sie kauft oder indem man verschiedene Aktivitäten durchführt, für die es Punkte gibt, z. B. indem man selber auch Gespräche hält, für Leute, die die eigene Sprache dann lernen wollen, oder indem man Schreibarbeiten korrigiert und diese Punkte, die kann man dann einsetzen um dafür wiederum Gespräche in den Sprachen zu führen, die man lernt.

Und ein Gespräch kostet z. B.

15 Minuten 500 Punkte und das entspricht 5 Dollar oder man kann wie gesagt diese Punkte sich verdienen und kann dadurch seine eigenen Studien quasi finanzieren.

Und wenn du also Punkte hast, dann sprichst du mehr?

JOLANDA: Ja, weil die Punkte ja innerhalb von 3 Monaten verfallen und, ja, da nutze ich natürlich diese Zeit, dass ich in dieser gegebenen Zeit dann auch wirklich diese Punkte wieder aufbrauche, die ich habe.

VERA: Ja, das mit dem Verfallen, das hat man ja auch bewusst gemacht, um die Leute zu motivieren, die Punkte auch zu nutzen, das ein bestimmter Druck dahinter ist, dass man sie nicht hortet, sondern letztlich sind die Punkte ja auch dazu da, dass man sie gebraucht und nicht zu lange aufhebt.

Also für mich ist das auch immer ein Grund, dann schon regelmäßig zu sprechen.

JOLANDA: Ja, also das ist ein Punkt, da bin ich nicht so ganz gleicher Meinung wie LingQ, weil bei mir gibt es manchmal Zeiten, da möchte ich wirklich fast täglich in dieser Sprache sprechen und dann gibt es wieder eine Ruhephase, wo ich eigentlich mehr Input brauche.

Und durch diese Punkte wird mir mein persönlicher Rhythmus gestört.

Aber es ist so und da lässt sich nichts ändern und ja, darum habe ich jetzt natürlich auch noch die zusätzliche Sprache jetzt mit Französisch.

Wenn z. B. meine Spanisch-Tutoren keine Zeit haben oder keine Gespräche anbieten, dann weiche ich aus auf Französisch oder natürlich Arabisch.

Das ist ja jetzt auch noch aktuell geworden.

VERA: Und hast du gute oder schlechte Erfahrungen mit den Tutoren gemacht?

Lohnen sich die Gespräche oder lohnen sie sich nicht?

Ich nehme an, sie lohnen sich, sonst würdest du es nicht machen.

JOLANDA: Genau, genau.

Was ich persönlich ganz wichtig finde ist, dass man sich selber im Klaren ist, was man möchte.

Also z. B. für mich ist in Spanisch und Französisch vor allem ganz wichtig, dass ich spreche, dass ich ein Gespräch halten kann, dass wir uns verständigen und mir ist dann in diesem Moment die Grammatik nicht so wichtig.

Klar bin ich froh, wenn ich nachher zwei, drei Hinweise bekomme, aber ich merke, die Freude, dass mich der Tutor versteht, und dass wir miteinander ein Gespräch über ein Thema, manchmal über einen Podcast oder über einen Text oder übers Wetter oder einfach über verschiedene Dinge, einfach dass das Gespräch läuft, das ist für mich schon so ein freudiges Ereignis, dass mir dann eigentlich, ja, der grammatische Hintergrund nicht mehr so wichtig ist.

VERA: Ja, aber die Erfahrung habe ich generell bei LingQ gemacht, dass eigentlich die Gespräche richtige Gespräche sind, und im Gespräch ja auch nicht korrigiert wird, so dass der Gesprächsfluss nicht gestört ist und die Hinweise, die erhalte ich ja in der Regel erst hinterher in dem Gesprächsbericht.

Also ich habe bis jetzt immer das Gefühl gehabt, dass der Tutor mich nicht während des Gespräches unterbricht und mir dann die Hinweise gibt, sondern erst hinterher.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und das finde ich schon sehr gut, dass ich hinterher schon erfahre, was vielleicht nicht so gut war und wo ich noch meine Schwächen habe.

JOLANDA: Ja.

Also zum Beispiel im Englisch, da war mein erstes Gespräch mit Steve, da war ich noch ganz scheu und wirklich Beginner und er hat mir so das Gefühl gegeben, ich verstehe dich und für mich war das so … also ich war völlig happy nachher.

Dann hatte ich aber ein anderes Gespräch mit einem anderen Tutor, wo ich mich dann völlig gestresst gefühlt habe.

Weil ich merkte, mein Wortschatz ist zu klein und die, sagen wir mal die Hausaufgabe, die ich bekommen habe, ist ja freiwillig das zu machen oder nicht, aber einfach die Hausaufgaben waren einfach drei Stufen zu hoch für mich.

Und das hat mich dann gestoppt dort weitere Gespräche zu buchen und ich habe mir gesagt, ich muss zuerst meinen Wortschatz vergrößern, ich muss mehr Erfahrung haben um wirklich in diesem Tempo und so strukturiert vorwärts zu gehen.

Ich habe dann in der Zwischenzeit aber mit Freunden auf Englisch gesprochen.

Da war natürlich wieder kein Stress, kein Schulmeistern, sondern man war einfach froh, wenn man sich verstehen konnte und manchmal wurden die Wörter auch umschrieben, ja, dass man sich verstehen konnte.

VERA: Diese Erfahrung habe ich jetzt noch gar nicht gemacht.

Ich habe auch noch nie Hausaufgaben aufbekommen, muss ich sagen.

Das ist für mich jetzt ganz neu, also ich versuche auch in der Regel das Thema vorzugeben, wenn ich als Schüler quasi mit einem Betreuer spreche und dann habe ich auch die Chance über ein Thema zu sprechen, wo ich die Vokabeln dann wenigstens so ungefähr weiß.

Ich suche ja das Thema selber aus.

Ich denke gerade in diesem Beginnerstadium oder wenn man noch nicht so einen großen Wortschatz hat, ist es wichtig, dass man erstmal Themen wählt, mit denen man vertraut ist.

Wo man schon mal was darüber gelesen hat und ein paar Wörter kennt.

Und da war vielleicht dieser Betreuer ein bisschen unsensibel oder hatte nicht so viel Erfahrung mit Leuten, die noch nicht so häufig gesprochen haben.

Aber die Erfahrung habe ich jetzt eher selten gemacht, aber das liegt auch daran, dass ich auch eine sehr gute Tutorin am Anfang bei LingQ hatte, die mir auch die Angst genommen hatte mit Englisch, weil ich hatte auch nicht so einen großen Wortschatz, als ich die ersten Gespräche geführt hatte, und sie hat das auch ganz toll und sehr sensibel gemacht.

Und so habe ich dann auch mehr Selbstvertrauen mit der Zeit auch aufgebaut und dann auch Selbstvertrauen mit anderen Tutoren zu sprechen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Aber am Anfang habe ich mich immer total vorbereitet, habe mir das Thema überlegt, so dass ich dann immer das Gefühl hatte, wir sprechen über etwas, zu dem ich auch was sagen kann, weil ich die Wörter kenne.

JOLANDA: Ja.

Ich glaube, man muss auch wirklich wissen, nicht jeder Mensch, nicht jede Person braucht den gleichen Tutor.

VERA: Genau.

JOLANDA: Für den einen ist die Person super, und für die andere Person, da stimmt’s einfach nicht, da irgendwie die Chemie geht nicht auf.

VERA: Genau.

Man sollte unbedingt den Mut haben auch mal mehrere Tutoren auszuprobieren und dann sich zu entscheiden, mit wem möchte ich jetzt öfter sprechen.

Wer gefällt mir, wessen Stil mag ich und welche Art liegt mir?

Mit wem habe ich vielleicht etwas gemeinsam?

Also ich habe glaube ich im Englischen mit mindestens 10 oder vielleicht sogar 20 verschiedenen Tutoren schon Gespräche geführt und habe mir dann die ausgesucht, die mir angenehm waren.

Einige Tutoren habe ich leider verloren, weil sie keine Stunden mehr geben, mit denen ich auch sehr zufrieden war, so dass ich dann wieder jemand Neues mir suchen musste und mich an jemand Neuen gewöhnen musste, aber ich mache es auch jetzt noch so, dass ich in der Regel drei Gespräche pro Woche führe und die mit verschiedenen Tutoren.

JOLANDA: Aha.

Und sind das jeweils Einzelgespräche oder Gruppengespräche oder wechselst du da ab?

VERA: Ich habe mindestens ein Einzelgespräch pro Woche und ein Gruppengespräch pro Woche und das dritte Gespräch, das ist unterschiedlich.

Mal spreche ich alleine oder mal mit einem anderen langjährigen LingQ-Mitglied zusammen habe ich so eine Mini-Gruppe.

Wir sprechen also immer zu zweit dann mit einem Tutor und das machen wir schon seit, ich glaube, zwei oder zweieinhalb Jahren so.

JOLANDA: Wow, schön!

VERA: Ja.

JOLANDA: Ja, apropos Mini-Gruppe.

Das finde ich wirklich etwas tolles.

Weil wenn manchmal dann wirklich vier Schüler sind und ein Tutor, also fünf Personen, je nach Zusammensetzung kann das echt mühsam sein.

VERA: Das finde ich auch.

JOLANDA: Findest du auch?

VERA: Ja.

JOLANDA: Und da glaube ich, da muss man einfach den Mut haben und dem Tutor das mitteilen, dass man vielleicht eine Kleingruppe bevorzugen würde.

VERA: Also es hängt halt unheimlich von den Gruppenmitgliedern ab.

Ich finde es ist sehr wichtig, dass man ungefähr auf einem Sprachniveau ist.

Denn sonst ist es für die einen zu langweilig, die die Sprache vielleicht schon besser beherrschen und die anderen fühlen sich überfordert, die vielleicht noch nicht so viel können.

Also wenn jetzt mehrere Anfänger zusammen sind, das ist okay, oder mehrere Fortgeschrittene, aber wenn man in einer Fortgeschrittenengruppe einen Anfänger dabei hat, dann ist das für alle stressig.

Sowohl für denjenigen, der die Sprache noch nicht so gut kann, als auch für diejenigen, die schon fortgeschrittenere Konversationen führen können.

Also ich finde eine Gruppe muss schon homogen sein.

Sonst wird es schwierig.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Und dann ist noch ein Zeitproblem.

Das ist manchmal gar nicht so einfach zu lösen: mit den Zeitverschiebungen.

Also mit Leuten aus Amerika, ja, Süd- oder Nordamerika, die bieten dann manchmal Zeiten an, die für uns einfach Schlafzeiten sind.

VERA: Ja, das ist wirklich schwierig.

Ich meine, ich gehe ja auch arbeiten und biete ja von Zeit zu Zeit auch Gespräche auf Deutsch an und es war für mich zum Beispiel unmöglich Zeiten anzubieten, zu denen Mitglieder aus Japan mit mir sprechen können, weil einfach unsere Schlafenszeiten und meine Arbeits- und Schlafenszeiten nicht zusammengepasst haben.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also entweder habe ich gearbeitet, wenn die Zeit hatten oder ich habe geschlafen, wenn die Zeit hatten oder umgedreht.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also es war wirklich problematisch da Zeiten zu finden und es ging eigentlich nur Samstag- oder Sonntagvormittag, nur da ist für mich Familienzeit und da biete ich normal auch keine Gespräche an, weil ich sonst Probleme mit meinem Lebensgefährten und meiner Tochter bekomme.

Am Wochenende habe ich für die da zu sein und das möchte ich auch mit ihnen dann verbringen, das Wochenende.

JOLANDA: Klar, das soll ja auch Priorität haben.

VERA: Ja, das kann schon echt schwierig sein.

Oder mit den Amerikanern ist es ja so, je nachdem wo sie leben, können es ja bis zu 9 Stunden Zeitdifferenz sein.

JOLANDA: Ja.

VERA: Das ist auch nicht so einfach.

Ja.

JOLANDA: Du, ich glaube, wir sind schon wieder am Zeitlimit.

Wir haben wieder länger gesprochen, als wir sollten.

VERA: Das glaube ich ja gar nicht.

Ja, das stimmt.

Ich will vielleicht noch mal darauf hinweisen, dass ich bei YouTube einen Kanal habe.

Einen Link dazu findet man auf meinem Profil bei LingQ.

Und dort habe ich auch über Gespräche mit Betreuern etwas erzählt, was vielleicht bei einem Gespräch wichtig sein kann, wie man sich vorbereiten kann und was vielleicht zu beachten ist, was man bedenken sollte, wenn man ein Gespräch führt.

Vielleicht ist das auch für den einen oder anderen interessant.

Ich weiß nicht Jolanda, hast du die schon gesehen?

JOLANDA: Ja, als du das gerade veröffentlicht hast, aber das ist jetzt schon ‘ne Weile her, glaube ich.

VERA: Ja, das stimmt.

JOLANDA: So ein Jahr?

VERA: Mindestens.

Ich glaube länger.

JOLANDA: Ja.

VERA: Ja.

Aber ich glaube, das hat nichts von seiner Aktualität verloren und auch für Leute, die vielleicht überlegen, mal Gespräche anzubieten, bietet das ein paar Ideen, wie man das organisieren kann und wie man das machen kann, ja.

Aber da freue ich mich auch über Rückmeldungen.

Dann sage ich an dieser Stelle erstmal Tschüss.

Und bedanke mich bei dir Jolanda für das Gespräch.

JOLANDA: Gern geschehen.

Bis zum nächsten Mal.

VERA: Ja, bis zum nächsten Mal.

Audio und Transkript findet man wie immer auf http://www.LingQ.com.

Tschüss.

JOLANDA: Tschüss.

Jolanda and Vera – Cataracts

Study this episode and any others from the LingQ German Podcast on LingQ! Check it out.

Jolanda and Vera talk about cataracts, an eye disease. Jolanda speaks about her surgery. Jolanda und Vera sprechen über den Grauen Star, eine Augenerkrankung. Wie ist Jolandas Operation verlaufen?

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und ich begrüße Jolanda.

Hallo Jolanda, guten Morgen.

JOLANDA: Guten Morgen, Vera.

VERA: Ja, ich hoffe, du bist schon munter und wach für unser Gespräch heute.

JOLANDA: Jawohl, bin ich.

Habe meinen Kaffee getrunken und bin bereit.

VERA: Ich auch schon.

Ich habe auch schon ein bisschen was gefrühstückt, dass ich was im Magen habe.

Und du hast einen Themenvorschlag für heute.

JOLANDA: Ja und zwar so am Ende des Jahres, der Rückblick, was das größte oder beste Ereignis für mich war, und das war meine Augenoperation.

Darüber möchte ich gerne etwas erzählen.

VERA: Ja, erzähl mal.

Das interessiert mich auch.

JOLANDA: Also ich trage ja schon lange eine Brille, ich glaube so seit ich 12 Jahre alt bin.

Ich bin kurzsichtig und das war eigentlich ganz okay bis vor etwa 3 Jahren.

Da bekam ich dann die Nachricht, dass ich den Grauen Star hätte und zwar den frühen Grauen Star und der geht am Anfang ganz langsam und dann plötzlich ganz schnell.

VERA: Wie wurde das festgestellt?

JOLANDA: Bei einer Untersuchung.

* Also ich ging zum Optiker, weil ich nicht mehr so gut sah und dachte, ja, wieder mal eine neue Brille und dann hat der gesagt: “Ich verkaufe Ihnen im Moment keine neue Brille, gehen Sie erstmal zum Augenarzt.”

Und dann sagte ich noch so: “Ja, das können Sie auch.

Eine neue Brille bestimmen ist doch nicht so ein Ding.”

Und dann sagte er: “Nein, nein.

Nein, nein.

Gehen Sie zum Augenarzt.”

Okay, ich ging dahin und der hat dann eben diese Diagnose gestellt.

Das es nicht nur die Hornhautverkrümmung ist, sondern wirklich eine Trübung der Linse.

VERA: Und das hat der Optiker also quasi schon gesehen oder erahnt bei der Untersuchung?

JOLANDA: Genau.

Aber er darf das nicht sagen.

Weil er kein Arzt ist.

Aber er hat mir den Tipp gegeben zum Augenarzt zu gehen und der Tipp, der war gut.

Und der Augenarzt hat dann gesagt: “Ja, warten Sie mal ab.

Das hat noch Zeit zum operieren.

Sie werden es dann schon merken, wenn es soweit ist.”

Und das ging dann wirklich langsam vorwärts, aber so ein halbes Jahr vor der Operation, da ging es wirklich rapide.

VERA: Wie hast du das gemerkt?

War das dann ein getrübtes Bild oder war das ‘ne Einschränkung, dass du ein kleineres Sehfeld hattest oder wie merkt man das?

JOLANDA: Nein.

Das Sehfeld bleibt gleich, aber es ist einfach immer nebliger.

Es wird alles immer verschwommener und weil das am Anfang so langsam kommt, merkt man den Unterschied wirklich lange gar nicht.

Und dann plötzlich, also innerhalb von einem Monat, war ich von 50 Prozent auf 30 Prozent und dann waren noch die Sommerferien.

Dann war zuerst der eine Augenarzt weg, dann der andere, der mich operiert hat.

Also die Wartezeit war dann wirklich schlimm.

Also ich hab dann … wirklich von diesen 30 Prozent, sage ich jetzt, bis dann einen Monat später dann zur Operation, da habe ich wirklich fast nichts mehr gesehen.

Das ging dann auch wirklich ganz schnell.

VERA: Das ist ja schrecklich.

Dann konntest du dann auch nicht lesen oder im Internet … JOLANDA: Da habe ich alles ganz groß gestellt und Internet, das ging eigentlich noch am besten.

Das ging noch besser als Bücher lesen oder irgendwie auf der Straße.

Ich habe die Leute nicht mehr erkannt.

Also das war ganz schlimm.

Weil die Leute waren oft beleidigt, wenn ich sie im Bus nicht erkannt habe, dabei habe ich es einfach nicht gesehen.

Ich hab’s wirklich nicht gesehen.

VERA: Ja, ja.

JOLANDA: Und ich hatte ja Panik.

Ich wollte die Operation erst gar nicht.

Bis es dann wirklich so schlimm war, dass ich aufgegeben habe und gesagt habe, okay, ich lasse es machen.

VERA: Na gut, wer lässt sich schon gerne operieren.

Ich meine, da hat man schon immer ein ungutes Gefühl dabei.

JOLANDA: Ja, ja, und … VERA: Und ist das dann unter Narkose, Vollnarkose, gemacht worden oder nur örtlich betäubt?

JOLANDA: Also das wurde ambulant gemacht und zwar habe ich zuerst nur ein Auge * und da kommt man in die Tagesklinik und innerhalb von zwei Stunden ist das Ganze erledigt.

VERA: Zwei Stunden?

JOLANDA: Ja.

Zwei Stunden.

Also man kommt.

Dann kriegt man Tropfen ins Auge, das operiert wird.

Dann muss man etwa eine Stunde warten, bis die wirken.

Nachher kommt man in ein Vorzimmer.

Dort muss man sich umziehen, wie für eine Operation.

Und dann kommt man in den Operationsraum.

Dort kommt der Narkosearzt, der einem eine Infusion steckt und ein leichtes Beruhigungsmittel gibt.

Und die Herztätigkeit, Sauerstoffzufuhr und einfach alles wird ganz genau kontrolliert.

Und dann ist man aber wach.

Man ist völlig bei Bewusstsein.

Man kriegt dann im Operationszimmer noch andere Tropfen, dass das Auge wirklich total unempfindlich wird.

Dann wird einem so ein Tuch über den Kopf geklebt, damit nur noch das zu operierende Auge offen ist und dann beginnt das Ganze und die Operation an und für sich geht etwa 20 Minuten.

Da wird ein Schnitt gemacht beim Auge, die alte Linse wird abgesaugt und beim ersten Auge habe ich dann immer auf dieses Geräusch gewartet, ich habe mir vorgestellt, das Absaugen, das würde so tönen * wie beim Zahnarzt irgendwie.

Und dieses Geräusch kam nie und nie und plötzlich war alles vorbei.

VERA: Also es war schon erledigt und du hast es praktisch gar nicht mitbekommen, den entscheidenden Moment.

JOLANDA: Genau.

Also das wird abgesaugt und er hat dann auch noch gesagt, er müsse da noch etwas abkratzen von Hand und dann wird die neue Linse eingefügt.

Die wird zusammengefaltet und eingefügt und dann muss sie sich wieder öffnen.

Und, ja, dann kommt man wieder so in einen anderen Stuhl, wo man noch etwas ruhen darf, ja vielleicht 10, 20 Minuten.

Und beim ersten Mal war ich quicklebendig, da war’s mir gut, und beim zweiten Mal hatte ich da so einen kurzen Schwindel.

VERA: Das war wahrscheinlich von der Narkose, denke ich, oder?

JOLANDA: Es war nicht ‘ne richtige Narkose, es war nur ein Beruhigungsmittel.

Man ist voll da.

Also ich habe während der Operation mit dem Arzt gesprochen, also, da … VERA: Es war eine örtliche Betäubung, denke ich.

JOLANDA: Ja, also wirklich nur das Auge.

Ja, ja.

VERA: Also hast du auch keine Schmerzen während der Operation gehabt.

JOLANDA: Nein, nein.

Absolut nicht.

VERA: Und danach?

JOLANDA: Eigentlich auch nicht.

Nein.

Es ist einfach ein … wenn du die Augen schließt und wieder öffnest hast du das Gefühl, du hättest einen Fremdkörper drin.

Und zwar, habe ich mir dann erklären lassen, ist das der Schnitt.

Der Schnitt ist ja eine Wunde und das geht etwa einen Monat.

Als ich zur Kontrolle ging, da sagte ich, ah, ich habe sicher ‘ne Wimper im Auge oder irgendsowas und dann sagte er: “Nein, nein.

Das ist nur das Gefühl, es wäre was drin.”

Und jetzt ist das wirklich vorbei.

Also ich spür das nicht mehr.

VERA: Ja schön.

Und wie hat sich das Sehvermögen verbessert?

Kannst du jetzt wieder genauso sehen wie vorher oder vielleicht sogar besser?

JOLANDA: Also das ist … Ich muss vielleicht zuerst sagen, beim ersten Auge, also den ersten Tag hat man ja einen Verband drauf und dann wird das am nächsten Tag abgenommen und für mich war das wie ein Wunder.

Ich stand da und habe einfach nur geschaut, weil ich plötzlich Dinge sah, die ich nicht mehr erkennen konnte: viele Strukturen, Farben, Formen.

Also für mich war das … Ich war irgendwie fast schockiert.

Also als ich zum ersten Mal dann wieder im Supermarkt war, ich stand einfach da und habe nur geschaut.

VERA: Das ist schön.

Also das war ein voller Erfolg für dich!

JOLANDA: Ja und als ich zum ersten Mal beim Bankomat Geld raus ließ hatte ich so eine Hundert-Frankennote in den Händen und habe das angeschaut und habe gedacht: “Uh, hoffentlich ist die echt!”

Weil das sah so anders aus.

Weißt du, die Noten, die Banknoten, die haben ja so viele Strukturen, so viele kleine Dinge, damit sie nicht so leicht gefälscht werden können und das habe ich alles nie gesehen vorher.

VERA: Also ich kann es mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast, als du dann auf einmal diese Farben gesehen hast.

Ich sehe ja auch schlecht.

Ich trage ja auch schon seit 35 Jahren eine Brille und das ist für mich zum Beispiel auch ein Unterschied wie Tag und Nacht, wenn ich die Brille absetze oder wenn ich sie aufhabe.

Wenn ich sie absetze bin ich ja auch blind wie ein Maulwurf, würde ich mal sagen.

Also da würde es mir wahrscheinlich gehen wie dir.

Da würde ich auch im Bus sitzen und würde die Leute nicht erkennen, ja.

Und deswegen kann ich das vielleicht ein bisschen nachempfinden, wie es dir dann jetzt geht, nur das ich das durch eine Brille einfach bewerkstellige.

JOLANDA: Ja.

VERA: Noch bewerkstellige.

JOLANDA: Ja.

Ja.

VERA: Das ist schön, dass du mir das erzählt hast, weil wenn das bei mir mal der Fall sein sollte, dann habe ich jetzt nicht solche Angst davor.

JOLANDA: Ja, also das ist auch der Grund warum … Zuerst dachte ich, ja, das geht niemand etwas an, aber ich denke, wenn ich einige Leute ermuntert kann oder die Angst nehmen kann vor dieser Operation, dann ist dieser Podcast wirklich … dann hat er für mich eine zusätzliche Aufgabe erfüllt.

Und beim zweiten Auge, da hatte ich etwas mehr Komplikation, also Komplikation ist übertrieben, aber da hatte ich einen Blut … wie sagt man, … es war ganz rot nach der Operation.

Das war … VERA: Ein Bluterguss?

JOLANDA: Ja, nicht richtig Bluterguss, aber einfach das Weiße vom Auge war bei der ersten Operation weiß geblieben, und beim zweiten Auge war das dann ganz rot.

Aber das ist dann wieder vergangen und hatte keine negativen Auswirkungen.

Und nach der Operation des zweiten Auges war dann das Blickfeld größer, viel größer.

Die Sehqualität war dann nicht mehr so unterschiedlich, weil vom ersten Auge war ich ja schon gewöhnt, aber das Blickfeld, das ist jetzt natürlich viel größer.

VERA: Und wie es jetzt mit der Brille?

JOLANDA: Ja, das ist jetzt nochmals ein anderes Thema.

Also für mich war es natürlich schon mal gut so wieder gut zu sehen.

Und jetzt, also die ersten sechs Wochen soll man ja noch keine Brille anpassen, weil sich das Auge ja nochmals verändert.

Und ich habe eigentlich das Gefühl, ich sehe recht gut, aber mit einer Brille sehe ich natürlich besser.

Ich habe jetzt eine neue Brille und zwar eine für die Weite und eine Lesebrille, aber da habe ich mich noch nicht so richtig daran gewöhnt.

Also mir ist eigentlich … ich fühle mich wohler ohne Brille.

Aber um zum Beispiel einen Kinofilm gut zu sehen, ist es besser, wenn ich mir die Brille aufsetze.

Oder wenn ich lange lese, dann ziehe ich auch die Lesebrille an.

VERA: Also hat sich auch die Sehstärke verändert und die Brille muss neu angepasst werden jetzt.

JOLANDA: Auf jeden Fall.

VERA: Du brauchst also jetzt nicht mehr so eine starke Brille wie vorher?

JOLANDA: Ja, ja.

Also die Hornhautverkrümmung, die ich vorher hatte, die ist natürlich geblieben.

Aber es gibt ja auch Leute, die nur den Grauen Star haben, und die brauchen natürlich nachher keine Brille mehr.

Weil das sind wie zwei verschiedene Paar Schuhe.

VERA: Ja.

Also ich kann dann nicht hoffen, dass ich dann keine Brille mehr brauche, weil meine Kurzsichtigkeit dann wahrscheinlich nicht verschwinden wird.

JOLANDA: Ja, das kann sein.

Aber das ist ja die Forschung noch dran.

Es gibt Leute, die sich dann eine entsprechende Linse einsetzen lassen.

Ich denke in einigen Jahren wird man da auch wieder andere Linsen noch einsetzen.

VERA: Ach so.

Die dann dieses Problem gleich mit ausgleichen.

Das ist natürlich eine interessante Idee.

JOLANDA: Ja, ja.

Aber die Forschung ist ja da so schnell und ich denke, bis in zwei, drei Jahren sieht das schon wieder ganz anders aus.

VERA: Ja, da werde ich mich dann einmal auf dem Laufenden halten, falls ich auch irgendwann einmal dieses Problem bekomme.

Jolanda, das war superinteressant, was du da erzählt hast.

Also das hat mich sehr gefreut, dass du dieses Thema zur Sprache gebracht hast, weil wir doch alle älter werden und vielleicht alle mal dieses Problem haben werden.

Grauer Star ist ja nicht so selten.

JOLANDA: Sehr häufig.

VERA: Das kommt ja doch häufig vor und deswegen denke ich, da kann jeder von profitieren, wenn er da an deinen Erfahrungen teilhaben kann.

Hast du noch etwas, das du sagen möchtest oder wollen wir an dieser Stelle Schluss machen?

JOLANDA: Ich glaube, wir machen mal Schluss und falls jemand noch Fragen hat, also, man kann mich ja vielleicht auch direkt ansprechen, wenn irgendwas noch direkt zu klären wäre.

VERA: Genau.

Wir können das dann ja im Forum weiter diskutieren bei LingQ, ja?

Ja also Text und Audio werden wir auf jeden Fall in der deutschen Bibliothek von LingQ, einstellen, also auf http://www.LingQ.com, also LingQ.com.

Und dann sage ich erstmal Danke Jolanda und Tschüss.

JOLANDA: Und Tschüss.

Jolanda and Vera – Children and TV

Want to study this episode as a lesson on LingQ? Give it a try!

Jolanda and Vera talk about children and TV. Should children be allowed watching TV, and what should they watch or not. Jolanda und Vera sprechen über Kinder und Fernsehen. Sollten Kinder Fernsehschauen dürfen und was sollten sie schauen dürfen.

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und heute ist Jolanda bei mir.

Hallo Jolanda.

Guten Morgen. JOLANDA: Guten Morgen, Vera.

Ich sehe du bist noch grün gestellt.

Da werden dich verschiedene Leute anrufen. VERA: Danke für die Erinnerung.

Ich tue das gleich mal ändern, wobei ich nicht weiß, ob unter meinen Bekannten so viele Frühaufsteher sind. JOLANDA: Man kann nie wissen! VERA: Ja, also ich hatte schon meinen Kaffee.

Wie sieht’s bei dir aus? JOLANDA: Ich auch.

Ja, ja. VERA: Ja?

Also bist du fit? JOLANDA: Klar! VERA: Ja, super.

Ja, ich bin ja gewohnt *, früh aufzustehen.

Von daher ist das kein Problem für mich. JOLANDA: Ich stehe auch gerne früh auf. VERA: Ja. JOLANDA: Aber ich nehme es dann gern gemütlich *.

Wenn ich nicht gleich aus dem Haus muss, dann erledige ich noch dies und jenes.

Ja. VERA: Ja das mache ich auf jeden Fall auch.

Ich stehe immer so zeitig auf, dass ich mich in aller Ruhe fertig machen kann.

Wenn ich mich am Morgen schon hetzen muss, dann ist der ganze Tag ruiniert, habe ich das Gefühl. JOLANDA: Ja, das ist bei mir auch so. VERA: Wir wollten uns heute über Kinder unterhalten und zwar Kinder und Fernsehen schauen *.

Hast du da eine persönliche Meinung oder hast du da Erfahrungen? JOLANDA: Also, ich finde, dass die Kinder das auch lernen sollten und beim Lernen ist natürlich immer das Beispiel der Eltern das Beste und darum bin ich davon überzeugt, dass man mit kleinen Kindern, nur, ausschließlich, also wirklich nur gemeinsam Fernsehen schauen * sollte. VERA: Was meinst du jetzt mit kleinen Kindern?

Von welchem Alter redest du? JOLANDA: Ja, was soll ich sagen?

So drei.

Ab drei vielleicht, ja. VERA: Ja, das finde ich auch.

Da sollten Eltern eine sehr genaue Kontrolle haben, was die Kinder schauen und auch dabei sein um bei Fragen oder bei schwierigen Szenen dann unter Umständen dann einzugreifen und zu erläutern oder gegebenenfalls sogar das Programm abzuschalten, wenn es nicht passend ist.

Ich habe das bei Vanessa so gemacht, dass sie in diesem Alter überhaupt nur DVDs geschaut hat, die ich also vorher dann schon kannte, wo ich also wusste, was kommt, oder das Sandmännchen bei uns im deutschen Fernsehen.

Habt ihr das Sandmännchen auch?

Kennst du das? JOLANDA: Ja, ich glaube das … Also zu meiner Zeit gab’s das schon und ich glaube, das gibt’s immer noch. VERA: Ja, ich wusste nur nicht, ob es bei euch auch ausgestrahlt wird.

Ist das das deutsche Sandmännchen dann auch oder habt ihr ein eigenes? JOLANDA: Ja, also das ist mir ein Begriff.

Ja, ja, das Sandmännchen, ja.

Klar, wir haben auch andere Sendungen, aber heute mit dem Kabelfernsehen kriegt man ja wirklich fast alles. VERA: Vielleicht erklären wir mal kurz, was das Sandmännchen ist. JOLANDA: Also so wie ich es in Erinnerung habe ist das ‘ne Gutenacht-Geschichte, wirklich für Kinder, speziell für Kinder gemacht. VERA: Genau.

Das ist für Kinder im Vorschulalter, das heißt für Kinder von sagen wir mal ab zwei bis sechs Jahre.

Vorneweg kommt der Sandmann.

Der Sandmann ist derjenige, der den Schlaf bringen soll.

Wir sprechen ja davon, dass man Sand in den Augen hat, wenn man morgens aufwacht und die Idee, die zugrunde liegt ist, dass abends ein Sandmann, einem Sand in die Augen streut und dann schläft man ein.

Und diesen Sand hat man morgens noch in den Augen.

In Wirklichkeit ist das natürlich eingetrocknete Tränenflüssigkeit, sage ich jetzt mal … JOLANDA: Genau. VERA: Und der Sandmann kommt dann immer erst, das ist ganz witzig, finde ich, weil er kommt immer mit einem anderen Gefährt.

Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst.

Zum Beispiel manchmal kommt er mit dem Auto, manchmal mit dem Motorrad oder dem Fahrrad, oder einer Kutsche oder manchmal sogar mit einem U-Boot oder einem Weltraumschiff, so einer Art Space shuttle und der kommt dann zu irgendwelchen Kindern irgendwo auf der Welt und zeigt denen dann eine Gutenacht-Geschichte und das sind meistens Zeichentrickfilme, manchmal auch animierte Filme oder Puppentrickfilme.

Ganz süß, eigentlich. JOLANDA: So genau habe ich das nicht mehr in Erinnerung. VERA: Ich kann mich sehr gut erinnern. JOLANDA: Ja, ja. VERA: Mittlerweile ist Vanessa ja etwas älter und sie schaut auch etwas mehr Fernsehen.

Was für mich das größte Problem ist, ist dass gerade bei den Privatsendern sehr viel Werbung dazwischen kommt und deswegen gibt es bei uns die Regel, sie darf nur DVDs schauen oder den Kinderkanal, den es hier gibt, weil der ohne Werbung ist.

Siehst du die Werbung auch als gefährlich für Kinder an? JOLANDA: Jein.

Jein.

Also ich glaube es gibt zum Teil einfach grundsätzlich Filme schon, die nicht für Kinder geeignet sind.

Und die Werbung ist einfach ein Aspekt davon. VERA: Ich weiß nicht, ob du schon mal Super-RTL geschaut hast oder – wie nennt sich das – Nickelodeon.

Das ist ein anderer Kinderkanal.

Und dort kommt halt zwischen den Sendungen extrem viel Werbung für Spielsachen zum Beispiel. JOLANDA: Ah, ja. VERA: Und die ist furchtbar penetrant in meinen Augen und ich denke einfach, dass man Kinder nicht von klein auf dazu erziehen sollte oder dazu bringen sollte, dass sie alles Mögliche sich wünschen.

Und das versucht ja diese Werbung zu erreichen. JOLANDA: Ja. VERA: Und dem wollte ich Vanessa einfach nicht aussetzen. JOLANDA: Ja. VERA: Aber du hast natürlich recht mit den Inhalten.

Also gerade bei manchen Kinderprogrammen fragt man sich, was sich die Entwickler dabei gedacht haben, weil dann den Helden oder den Figuren doch unglaubliche Dinge zustoßen teilweise und die halte ich auch nicht immer für kindergeeignet. JOLANDA: Ja.

Also ich hatte kürzlich so ‘ne Erfahrung.

Ich war beim Kinderhüten und … Also es war abgemacht, dass sie um 7 Uhr eine Kindersendung sehen dürfen.

Das war auch auf dem Kinderkanal glaube ich.

Also die Eltern wussten, welche Sendung wir sehen und ich habe sie dann gemeinsam mit den Kindern angeschaut.

Und die Kleine, die ist jetzt in der ersten Klasse, also die hat sich mir auf den Schoss gesetzt und hat richtig Angst gekriegt und da haben wir drüber gesprochen und haben dann schlussendlich die Sendung abgestellt *.

Die haben gestritten miteinander und also es war kein Vergnügen.

Und zum Glück, also ich bin natürlich froh gewesen, der Größere hat auch gefunden, ach die, also auch das ist dann doof und so und die Kleine, die hat richtig Angst gekriegt. VERA: Und was war das für eine Sendung? JOLANDA: Ich weiß nicht mehr so genau.

Also ich habe mich dann mehr damit beschäftigt, dass wir was anderes gemacht haben.

Wir haben dann Karten gespielt und Gute-Nacht-Geschichten erzählt.

Also der Abend war eins-zwei um *.

Und manchmal ist es auch so, dass ich wirklich, wenn ich komme, dann spielen wir und wir haben gar keine Zeit fürs Fernsehschauen. VERA: Also ist dort auch auf jeden Fall das Fernsehschauen reglementiert und limitiert.

Sie dürfen also nicht … JOLANDA: Auf jeden Fall!

Ja.

Also höchstens diese Sendung und meistens ist es sogar so, eben auch nur Videos, die die Eltern schon kennen und … Klar, das ist, gerade wenn ich längere Zeit am Hüten bin, ist das natürlich praktisch, wenn man so als Notreserve ein Video hat, wenn es einfach wirklich regnet und man schon alle Spiele mal durchgespielt hat und dann zwischendurch mal ‘ne Abwechslung hat.

Oder wenn ich am Kochen bin oder irgendwie so, dass ich nicht 24 Stunden quasi mich mit den Kindern beschäftigen muss oder … Ist ja kein Müssen, ist eigentlich ein Dürfen. VERA: Ja.

Das finde ich auch in Ordnung, wenn die Kinder eine begrenzte Zeit etwas sich anschauen.

Das hilft ja auch manchmal, dass die Kinder runterkommen, wenn sie sehr aufgedreht sind, weil sie vielleicht sehr aktiv waren, dann kann das dann auch wieder helfen, dass sie sich ruhig hinsetzen und entspannen. JOLANDA: Ja. VERA: Die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass das hilfreich sein kann.

Aber ich habe auch immer genau darauf geachtet, was Vanessa sich anschaut.

Das Schöne ist, die Auswahl, die sie jetzt selber für sich trifft.

Sie ist jetzt natürlich etwas älter.

Ich bekomme jetzt auch mit, was ihr gefällt und sie schaut am liebsten, man glaubt es nicht, Wissenssendungen, ja. JOLANDA: Schön.

Wow. VERA: Also um zwanzig nach sieben (7:20 Uhr) kommt in der Regel ein Wissensprogramm.

Das ist zum Beispiel “Wissen macht ah!”

oder “Pur plus” oder eine Sendung in dieser Art.

Das sind Sendungen, die sind sehr kindgerecht und dort werden bestimmte Dinge gut erklärt.

Und diese Sendungen liebt sie.

Man muss natürlich auch sagen, die Moderatoren machen das dort sehr gut oder das pädagogische Konzept dahinter ist sehr gut, dass es die Kinder auch wirklich anspricht und interessiert, ja. JOLANDA: Ja. VERA: Und um zehn vor acht (7:50 Uhr) schaut sie in der Regel noch “Logo”, das sind die Kindernachrichten im Kinderkanal.

Und dort werden aktuelle Ereignisse wirklich gut für Kinder erklärt.

Ich habe das auch schon oft Deutschlernenden empfohlen, sich diese Kindernachrichten anzuschauen, weil die auch sehr deutlich und langsam gesprochen sind, damit die Kinder dem Inhalt auch folgen können. JOLANDA: Gut.

Ja.

Das finde ich sehr gut.

Ich hatte kürzlich eine Diskussion mit zwei Großmüttern.

Die haben mir erzählt, dass ihre Enkel Pornos und Brutalos angeschaut hätten.

Und so im Laufe der Diskussion habe ich dann gesagt, ja ich finde Kinder sollten auch lernen “Nein” zu sagen.

Also wenn sie eine Sendung nicht sehen möchten oder wenn ihnen das Angst macht oder wenn sie das nicht gut finden oder auch wenn sie wissen, das finden meine Eltern nicht gut, das ein Kind lernt “Nein” zu sagen.

Und vielleicht für einen gewissen Moment von den Klassenkameraden als Außenseiter betrachtet wird, aber ich finde es sollte lernen, dass dieser Moment vermutlich nur kurze Zeit ist.

Weil sich dann wieder eine neue Gruppe gründet, die diese Art von Filmen nicht gut heißt. VERA: Das finde ich auch.

Man muss den Kindern genug Kompetenz geben, dass sie selber entscheiden können in der Situation.

Das heißt man muss zum Beispiel auch vorbereitend mit den Kindern vielleicht über solche Situationen sprechen, dass so etwas passieren könnte.

Ich kann ja mein Kind nicht vor allem bewahren im Leben. JOLANDA: Ja, genau.

Darum muss es lernen, sich selber zu entscheiden und auch selber sich durchzusetzen. VERA: Ja, das finde ich auch.

Das ist im Internet ja auch dasselbe, ja.

Ich kann mich nicht immer daneben setzen, wenn Vanessa im Internet surft. JOLANDA: Ja. VERA: Aber ich kann ihr erklären, dass es auf YouTube vielleicht nicht nur nette Filme gibt, sondern es auch mal schlechte Filme geben kann, … JOLANDA: Genau. VERA: …, die sie nicht gucken * sollte.

Und dann kann ich aber doch nur ihr sagen, wie sie in solchen Momenten reagieren soll, ja.

Und dass so etwas passieren kann.

Das sie darauf vorbereitet ist, JOLANDA: Ja. VERA: Aber ich kann ihr doch nicht generell das Internet verbieten.

Das halte ich in der heutigen Zeit nicht für sinnvoll. JOLANDA: Ja.

Also diese beiden Großmütter, die haben natürlich gesagt: “Ja, das verstehst du nicht.

Und heute ist die Zeit anders.

Und die müssen einfach mitmachen, sonst werden sie ausgeschlossen.”

Und da hatten wir grundverschiedene Meinungen.

Weil ich finde, schon früher war es doch so, man möchte geliebt werden, man möchte akzeptiert werden von den Klassenkameraden, aber man muss deswegen nicht alles mitmachen.

Früher ging es vielleicht ums Rauchen oder um .. ja .. einfach es gibt ja verschiedene Themen, wo man ausgeschlossen ist oder einfach mitmacht.

Und das Nein-Sagen, das kann man an verschiedenen Themen lernen und üben. VERA: Ich glaube, da ist das Elternhaus aber auch sehr stark gefordert.

Schau mal, das fängt schon bei der Mode an.

Ja.

Mache ich jeden Modetrend mit oder kleide ich mich so, wie es mir und meinem persönlichen Stil entspricht.

Ja. JOLANDA: Ja. VERA: Das ist schon enormer Gruppenzwang oft da und dann muss das Kind eben über ausreichend Selbstvertrauen verfügen, dass es sagt, das ist mir egal.

Das interessiert mich nicht.

Ja. JOLANDA: Genau. VERA: Und was man natürlich nicht unterschätzen darf, ist die kindliche Neugier.

Vielleicht waren diese Jungen wirklich neugierig auch darauf und wollten das mal mitmachen.

Entscheidend wäre jetzt, wie ist es in der Zukunft.

Wie verhalten sie sich jetzt? JOLANDA: Genau. VERA: Haben sie eine Meinung sich gebildet und sagen, das will ich nicht, das interessiert mich nicht oder sind sie weiter neugierig.

Also ich denke, man sollte mit den Jungen halt darüber sprechen. JOLANDA: Ja. VERA: Ohne sie zu verurteilen. JOLANDA: Ja. VERA: Ja.

Das denke ich, ist auch immer wichtig, das die Kinder nicht das Gefühl bekommen, wir Erwachsenen wollen ihnen das alles nur vorschreiben und wir wollen Bestimmer * sein, sondern dass wir ihnen auch klar machen, dass es dafür Gründe gibt.

Ich glaube, wenn man etwas gut begründen kann, dann ist das sehr, sehr hilfreich. JOLANDA: Das ist ganz wichtig.

Also nicht nur verbieten oder sagen, das ist schlecht, sondern wirklich auch mitteilen, warum ich das schlecht finde oder warum ich eigentlich dagegen bin, dass man das macht.

Dann ist’s logisch, auch für das Kind, oder? VERA: Ja, und da sollte man Kinder auch nicht unterschätzen. JOLANDA: Ja, auf jeden Fall.

Ja, ja.

Die sind nämlich sehr clever, zum Teil.

Also die verstehen oft mehr als Erwachsene denken. VERA: Ja, das ist richtig.

Jolanda, ich bin ganz erschrocken, wenn ich hier auf die Uhr schaue.

Ich glaube, wir sollten das jetzt hierbei belassen und ich denke … JOLANDA: Ui, ui, ui.

Ja. VERA: Ich denke wir haben eigentlich ein paar schöne Aspekte herausgearbeitet und darüber gesprochen und das sollte jetzt mal reichen hier, oder? JOLANDA: Gut. VERA: Dann sage ich jetzt mal Tschüss an dieser Stelle und denkt daran: Text und Audio gibt es in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com.

Tschüss Jolanda. JOLANDA: Tschau * Vera.

Jolanda and Vera – Autofahren

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Jolanda and Vera talk about driving a car. Jolanda und Vera sprechen über das Autofahren.

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

Über was sollen wir denn heute sprechen?

Was meinst du?

VERA: Ich habe mir neulich als ich zur Arbeit gefahren bin überlegt, dass wir mal über das Autofahren als solches sprechen können.

Ich habe zum Beispiel mit 18 Jahren meinen Führerschein gemacht und ich habe das sehnlichst erwartet, weil ich auf einem Dorf lebe und die Busse hier doch sehr spärlich fahren.

Und das Auto hat mir einfach Unabhängigkeit beschert.

Deswegen fand ich das ganz toll, den Führerschein zu machen.

Wie war das bei dir?

JOLANDA: Bei mir war das ganz anders.

Ich habe den Führerschein erst mit 25 gemacht.

Und zwar, also ich ging bis 22 zur Schule.

Da war es sowieso kein Thema.

Und nachher, ja, musste ich mir das zuerst mal selber verdienen und hatte zuerst andere Dinge.

Es war für mich auch nicht so wichtig.

Ich habe mich immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln arrangiert.

VERA: Hast du zu der Zeit schon in einer Stadt gewohnt oder auch auf dem Land.

JOLANDA: Eigentlich auch auf dem Land.

Und ich habe sehr viel Zeit für meinen Schulweg gebraucht.

Das war schon sehr mühsam eigentlich.

Aber, ja, es war einfach so.

VERA: Ja, ich hatte halt den Drang, selber auch fahren zu können um zum Beispiel auch abends weggehen zu können, weil abends sind bei uns überhaupt keine Busse mehr gefahren.

Also da war man dann immer angewiesen auf Bekannte oder Freunde, die einen mitgenommen haben und ich habe mich einfach danach gesehnt, selber fahren zu können und selber bestimmen zu können, wo ich abends hin möchte und das war mir dann schon sehr, sehr wichtig dann, der Führerschein.

Und ich habe deshalb auch sehr früh begonnen, dafür zu sparen.

Ich habe Ferienjobs immer gemacht und ich habe auch Zeitungen ausgetragen und Babysitter gemacht und habe das Geld dann auch wirklich lange gespart um mir das nachher leisten zu können.

JOLANDA: Ja, es gibt schon eine gewisse Unabhängigkeit, wenn man auf dem Land wohnt.

Das kann ich schon mitempfinden.

VERA: Ja.

JOLANDA: Aber ich war nie ein Fan vom Autofahren.

Lange hatte ich gar kein Auto und dann kurze Zeit hatte ich mal eins, aber da war ich irgendwie trotzdem so grün, dass ich trotzdem immer die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt habe und habe dann nach kurzer Zeit das Auto wieder abgegeben.

Es ist nicht mein Ding.

Ich fahre nicht gern.

Ich bin nur eigentlich gefahren, wenn ich dachte, ich muss jetzt wirklich, aber ich habe es mir wieder anders organisiert.

Ich habe jetzt das Generalabonnement.

Da zahle ich einfach einmal pro Jahr und dann kann ich in der ganzen Schweiz mit fast allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

VERA: Oh, das hört sich gut an.

Und was bezahlt man für so etwas?

JOLANDA: Ach, etwa 3.400 glaube ich.

Ich bin nicht ganz sicher.

VERA: Franken?

JOLANDA: Ja.

VERA: Das ist natürlich schon eine Menge Geld.

JOLANDA: Ja, aber ein Auto kostet auch, ja.

VERA: Ein Auto kostet auch, ja.

Es sind glaube ich, so ungefähr 4.000 Euro schätze ich dann mal oder sogar noch mehr.

JOLANDA: Hm.

VERA: Ja.

Das stimmt.

Ein Auto kostet auch.

Ich muss Kfz-Steuer bezahlen.

Ich muss die Versicherung vor allem bezahlen, das ist noch wesentlich mehr, wobei das so ist, wenn man sehr lange unfallfrei fährt, wird das ja deutlich billiger und dadurch bezahle ich nicht mehr ganz so viel und natürlich dann die Anschaffung und die ganzen laufenden Kosten.

Das Benzin und … JOLANDA: Parkplatzgebühren.

VERA: Gut, das zahle ich selten, weil ich ja auf dem Land lebe.

Da steht mein Auto hier vor der Tür und am Arbeitsplatz, da muss ich auch nichts bezahlen.

JOLANDA: Ah.

Da hast du Glück.

Da hast du Glück.

VERA: Ja, aber das hat man hier in der Gegend meistens, wenn man nicht direkt in der Innenstadt arbeitet, dass die Firmen dann auch entsprechende Parkplätze zur Verfügung stellen für ihre Mitarbeiter.

Sonst bekommt man ja gar keine Baugenehmigung, wenn man keine Parkplätze vorweisen kann.

JOLANDA: Gut ich wohne jetzt natürlich in der Stadt.

Da kann ich es mir gut einrichten ohne eigenes Auto.

Und ich muss ehrlich zugeben, für den Großeinkauf, da bin ich froh, wenn ich mit meiner Freundin mal mit dem Auto mitfahren kann.

Oder Wein einkaufen.

Da organisiere ich mir dann ‘ne * Mitfahrgelegenheit.

Also so ehrlich muss ich sein.

Also … Ganz ohne Auto wäre das Leben schon noch etwas komplizierter.

VERA: Ja, ich habe Freunde, die auch in der Stadt wohnen und die haben teilweise auch kein Auto, weil sie einfach sagen, sie finden sowieso keinen Parkplatz und die öffentlichen Verkehrsmittel sind so gut verfügbar und sie brauchen dann einfach kein Auto.

Aber die gehen dann halt zum Beispiel auch öfter einkaufen, weil sie auch das Problem haben, dass sie ja nicht soviel tragen können.

JOLANDA: Ja.

VERA: Ich gehe in der Regel ein- oder zweimal in der Woche einkaufen und kaufe dann alles für die laufende Woche.

JOLANDA: Ja.

VERA: Das ist natürlich auch eine Zeitersparnis, die ich dann habe.

JOLANDA: Auf jeden Fall.

Auf jeden Fall, ja.

VERA: Und bist du schon mal im Ausland gefahren?

Wenn du so wenig Fahrerfahrung hast wahrscheinlich nicht.

JOLANDA: Nur in Italien, Österreich, Deutschland mal noch kurz.

Aber wirklich wenig.

Ah!

Du denkst wegen dem Linksverkehr!

In England.

Da bin ich nie selber gefahren.

In England oder ja … VERA: Ja, also ich bin grundsätzlich ein bisschen aufgeregt, wenn ich im Ausland fahre, vor allem im nicht deutschsprachigen Ausland, weil doch dann einige Hinweisschilder nicht auf Deutsch sind natürlich, sondern in einer anderen Sprache und dann überlege ich immer “Verstehst du jetzt alles richtig, fährst du denn auch richtig?”

und auch das Fahrverhalten ist ja unterschiedlich.

Wobei, das ist ja auch schon unterschiedlich, wenn man hier auf dem Dorf fährt oder in einer Großstadt.

Also die Frankfurter fahren ganz anders als die Leute hier, wo ich lebe oder in Berlin.

Da ist es auch wieder anders.

Das merkt man hier natürlich dann auch, ob man in der Großstadt fährt oder auf dem Dorf.

Und da bin ich dann schon immer sehr konzentriert, wenn ich dann in Großstädten fahre oder wenn ich in Gegenden fahre, die ich nicht kenne, wo ich mich nicht auskenne.

Und dann muss man natürlich sehr viel mehr aufpassen.

Und du hast Irland angesprochen.

Dort waren wir.

Dort ist Linksverkehr und ich muss sagen, ich war zu feige, dort zu fahren.

Ich habe Jürgen fahren lassen.

Ich hatte panische Angst davor, dass ich das dann irgendwann mal verwechsele und auf die andere Seite fahren will und habe mich da dann darauf beschränkt Beifahrer zu sein.

Und das war ein ganz komisches Gefühl auf der Fahrerseite zu sitzen, wo man in Deutschland normalerweise die Fahrerseite hat, und dann Beifahrer zu sein.

Das war wirklich ein ganz, ganz merkwürdiges Gefühl.

JOLANDA: Das glaube ich.

VERA: Und Jürgen hat mir dann noch berichtet, das Schwierigste war mit der linken Hand die Gangschaltung zu betätigen.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also da ist dann ja alles seitenverkehrt, also die Gangschaltung hast du dann links und bei uns ist sie ja üblicherweise rechts … JOLANDA: Rechts, ja.

VERA: … und links ist man ja motorisch als Rechtshänder eh schlechter und dann mit Links schalten zu müssen, das war wohl eine echte Herausforderung, hat er mir erzählt.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Und wenn du kein Auto fährst oder selten Auto fährst, wie fährst du dann in den Urlaub?

Auch mit der Bahn?

JOLANDA: Ja.

Mit der Bahn oder mit dem Reisebus oder manchmal sogar mit dem Flugzeug.

VERA: Ihr habt Flugzeuge in der Schweiz?

JOLANDA: Ja, stell dir vor!

VERA: Musst du weit fahren zum nächsten Flughafen oder habt ihr einen in der Nähe?

JOLANDA: Also mit der Bahn ‘ne gute Stunde.

VERA: Also so wie ich auch.

Ich muss auch ungefähr eine Stunde mit der Bahn fahren.

JOLANDA: Ja.

VERA: Ja.

Und fliegst du lieber oder fährst du lieber mit dem Bus oder der Bahn?

Oder macht dir das Fliegen nix * aus.

JOLANDA: Das kommt darauf an, wohin ich gehe.

Und ob ich allein reise oder ob ich mit Freundinnen oder Bekannten oder…. Ja, es kommt immer darauf an, mit wem ich reise.

Und wohin, ja.

VERA: Und bist du überhaupt schon mal mit dem Auto in den Urlaub gefahren?

JOLANDA: Ja, ja, schon.

Doch, doch.

Eben Italien ist so ein Land.

Oder wir fuhren auch mal in die Slowakei mit dem Auto.

Tschechei, Slowakei.

Und haben da auch, da sind wir wieder beim Thema Camping, also wir haben da zum Teil auch einfach in unserem Auto dann übernachtet.

Oder wenn’s die Umgebung zugelassen hat auch mal unser kleines Zelt aufgestellt.

VERA: Ja, aber wirklich gemütlich ist es im Auto nicht oder habt ihr so ein großes Auto gehabt?

JOLANDA: Am Anfang hatten wir ein ganz kleines Auto, aber … es, ja es … es ging.

Es war so!

VERA: Ihr habt dann auf den Sitzen geschlafen?

JOLANDA: Ja, die konnte man runterklappen.

VERA: Aha.

JOLANDA: Und, ja, es war gar nicht so übel.

Aber da war ich noch viel jünger.

VERA: Okay.

Gut.

Ich bin verwöhnt.

Ich glaube, ich hätte das nicht machen wollen.

Wir haben uns immer irgendwo eine günstige Übernachtungsmöglichkeit gesucht und … ja, gut ich bin halt verwöhnt.

JOLANDA: Ja.

Man setzt Prioritäten, oder?

Also für uns hat es damals so gestimmt.

Es war auch wegen den Kindern von meinem Freund, die waren da noch sehr klein und … Ja, es war für uns einfacher so, als wenn wir irgendwo in einem Hotel wären oder ja.

Für uns hat’s damals gestimmt.

* VERA: Das Schöne, wenn man mit dem Auto in Urlaub fährt, ist dass man das Gepäck halt gut unterbringen kann.

Das ist natürlich sehr bequem.

Wenn ich jetzt mit dem Flugzeug in den Urlaub fliege oder wenn ich mit der Bahn fahre, dann muss ich mir schon sehr gut überlegen, wie ich das alles packe, weil ich muss es ja auch transportieren können unterwegs von einer Station zur anderen.

Meinetwegen von der Bahn dann zur S-Bahn, wenn ich dann mit der S-Bahn weiter fahren will.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Das Problem habe ich natürlich mit dem Auto nicht.

Von daher ist es dann ganz bequem.

Auf der anderen Seite finde ich beim Bahn fahren schön, dass ich mich entspannen kann.

Ich muss nicht dauernd aufpassen, sondern ich kann zwischendurch sogar mal ein Nickerchen machen ohne dass es deswegen einen Unfall gibt.

Das geht beim Autofahren nicht.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und deswegen muss ich sagen, ich fahre Auto auch nicht so gerne.

Ich benutze das, weil es praktisch ist und weil ich gut von einem Ort zum anderen komme, aber wenn ich Leute dabei habe, die gerne fahren, dann lasse ich die auch gerne fahren.

Dann verzichte ich freiwillig aufs fahren und entspanne mich lieber, muss ich sagen.

Also es gibt ja Leute, die fahren total gerne Auto und fahren auch einfach nur mal zum Spaß Auto und das würde ich zum Beispiel nie machen – einfach zum Spaß Auto fahren.

JOLANDA: Ja, ich auch nicht.

Aber da war mein Freund ganz anders.

Der hat das über alles geliebt.

Und dann, klar, zwischendurch war er auch mal froh, wenn ich ans Steuer ging, damit er etwas ausruhen konnte, aber in der Regel ist einfach er gefahren.

Oder ich musste mal.

Einmal da ist er mit den Kindern bei einem Fluss mit einem Gummiboot eine Strecke runter gefahren und ich musste dann das Auto transportieren von A nach B, dass sei dann wieder einsteigen konnten.

Das war echt unheimlich.

Also ich kannte den Weg nicht, und ja …, aber wir haben’s geschafft.

VERA: Ich meine, das geht heute alles noch im Zeitalter von Mobiltelefonen.

Da kann man dann unterwegs sich anrufen und sagen, ja, ich bin jetzt da, hole mich dort mal ab.

Aber früher war das ja auch alles wesentlich komplizierter.

Man musste sich schon sehr genau absprechen, wo man sich dann letztlich trifft und heute hat man ja auch Navis.

* JOLANDA: Ja, also ich muss dir gestehen, zu jener Zeit hatte ich noch kein Mobiltelefon.

VERA: Ja, ja.

Das habe ich mir gedacht.

JOLANDA: Wir mussten uns sonst organisieren, aber wir haben uns wiedergefunden.

VERA: Ja, das ist heute halt wesentlich einfacher, aber ich kann mich erinnern, wir haben uns auch mal irgendwann getrennt und wollten uns dann woanders wiedertreffen und das Dumme war nur, dort gab es keinen Empfang.

JOLANDA: Uff.

VERA: Und wir hatten uns so genau nicht verabredet und da habe ich dann ganz schön gesucht, bis ich Jürgen und Vanessa wiedergefunden habe.

Daran kann ich mich noch ganz gut erinnern.

Jolanda ich würde sagen, wir beenden das mal an der Stelle.

Wir sind schon wieder fast bei 15 Minuten.

JOLANDA: Hm.

VERA: So lange wollten wir eigentlich gar nicht reden, glaube ich.

JOLANDA: Nein.

VERA: Dann vielen Dank fürs Zuhören.

Text und Audio findet ihr bei LingQ unter http://www.LingQ.com und es würde uns freuen, wenn Ihr wieder reinhört.

Mach’s gut Jolanda, bis zum nächsten Mal.

JOLANDA: Bis zum nächsten Mal.

Jolanda and Vera – Camping and Vacations

This and all episodes of this podcast are available to study as a lesson on LingQ. Try it here.

Jolanda and Vera talk about camping and vacation in general. Jolanda und Vera sprechen über Camping und Urlaub im Allgemeinen.

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Ich bin Vera und Jolanda ist wieder bei mir.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Heute wollen wir mal über Camping sprechen, Jolanda.

Hast du denn schon mal Camping gemacht?

JOLANDA: Ja, das habe ich.

Aber als ich das erste Mal campiert habe, war ich schon erwachsen *.

Also ich habe nicht die Erfahrung als Kind und darum ist es für mich, glaube ich, … es war dann etwas ganz Spezielles.

Also ich hab so irgendwie zum Teil wie meine Kindheit nachgeholt – nein, kann man nicht sagen – aber einfach so … Doch, ich fühlte mich nochmals Kind.

VERA: Also es war eine schöne Erfahrung für dich?

JOLANDA: Ja, zu dieser Zeit war das total gut.

Das war mit meinem damaligen Freund und seinen zwei kleinen Kindern und wir hatten ein … wirklich ein ganz kleines Zelt und manchmal gingen wir gar nicht weit und haben irgendwo am Waldrand campiert.

Einfach so wild.

Einfach wirklich wild.

Einfach so … jetzt übernachten wir mal hier und am nächsten Tag wieder weg.

Ich weiß nicht, ob man das heute noch könnte, aber damals ging das.

VERA: Also ihr wart nicht auf einem Zeltplatz, sondern habt Euch ein schönes Fleckchen gesucht und Euch dann dort häuslich niedergelassen.

JOLANDA: Genau.

Ja.

Also einmal waren wir auf einem Zeltplatz.

Aber nur kurz.

Ja.

Dort hat mir die Atmosphäre nicht so gefallen, muss ich sagen.

Da war’s nicht so romantisch

VERA: Es war zuviel Trubel.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Und das brauche ich eigentlich… ich persönlich brauche das in den Ferien nicht.

Dass man da so wirklich Mensch auf Mensch ist … Ja ich bin da lieber mehr in der Natur.

Wenn ich schon campiere, dann will ich wirklich Natur pur.

VERA: Ja, das kann ich teilen, wobei ich persönlich überhaupt nicht gerne campe.

Und ich erinnere mich, vor drei oder vier Jahren hatte meine Tochter den Wunsch mal in einem Zelt zu schlafen und meine Eltern, die haben eine Wiese oder ein Grundstück etwas außerhalb vom Ort hier und dann haben wir auf dieser Wiese gezeltet.

Und das Schlimme war oder was ich schlimm fand war, als ich ins Zelt gegangen bin um zu schlafen, war es erst furchtbar heiß.

Ich habe geschwitzt.

Dann bin ich aus dem Schlafsack raus und habe mich halt so hingelegt.

Dann aber auf einmal wurde es in der Nacht extrem kalt.

Das Zelt hat natürlich ganz dünne Wände.

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: Und morgens um vier oder fünf kam die Sonne raus und es wurde wieder furchtbar heiß.

Das heißt ich habe in dieser Nacht irgendwie ganz schlecht geschlafen, weil – mir war es abwechselnd entweder zu kalt oder zu heiß.

Es war irgendwie nie richtig.

Das liegt vielleicht auch an dem Schlafsack, den ich hatte, dass der vielleicht nicht so gut temperiert ist.

Aber ich glaube, es war dann nachher so warm, da nützt der beste Schlafsack auch nix mehr.

Da würde man schwitzen.

Und was mich auch gestört hat ist, die Zeltwand hält ja überhaupt keine Geräusche ab und du glaubst gar nicht, wie laut es auf so einer Wiese sein kann, wenn die Vögel morgens um vier oder um fünf anfangen zu zwitschern.

Und das hat mir dann gereicht.

Ich hatte dann echt keine Lust mehr, noch mal in dem Zelt zu schlafen.

Aber Jürgen und Vanessa, die machen das gerne und die wollen das auch demnächst wieder machen.

JOLANDA: Ja.

Doch ich genieß dann am Morgen dieses Vogelkonzert, das finde ich dann schön.

Finde ich dann schöner als eben auf dem Zeltplatz, wo die Nachbarn dann schon die nächste Party feiern.

VERA: Ja, ich höre das Vogelzwitschern auch sehr, sehr gerne, aber das war wirklich so laut, dass ich halt um vier Uhr morgens hellwach war.

Das habe ich allerdings auch bei uns zuhause oft, weil wir mit offenem Fenster schlafen und hier rund um unser Haus ist ein Garten und auch alle Nachbarn haben Gärten mit sehr vielen Bäumen und wir haben extrem viele Vögel hier.

Also das ist wunderschön.

Ich liebe das ja.

Im Winter haben wir auch ein Vogelhäuschen, um sie durch den Winter zu füttern, aber die machen mich oft auch sehr, sehr früh wach und da ich ja spät ins Bett gehe, dann bin ich nach vier Stunden Schlaf dann schon mal ein bisschen grantig, wenn die mich um vier Uhr schon wecken und ich nicht mehr schlafen kann.

JOLANDA: Ja.

Und wenn du dann die Fenster schließt.

Kannst du dann nicht wieder einschlafen?

VERA: Ja, das habe ich auch schon gemacht.

Manchmal kann ich dann einschlafen, aber manchmal auch nicht.

Aber es ist dann auch oft so warm und ich mag dieses Gefühl des eingesperrt seins nicht und wir schlafen auch im Winter mit offenem Fenster.

Das ist für mich auch sehr ungewohnt.

Du merkst, ich bin ein Gewohnheitsmensch.

JOLANDA: Ja, ich glaube, wir haben alle unsere Gewohnheiten.

Also … Ich hasse es zum Beispiel, wenn es dunkel, ganz dunkel in einem Raum ist.

Also ich kann die Fensterläden nicht schließen.

Da krieg ich wie Platzangst.

Und ich muss auch die Tür offen haben, also … Ja, ich muss auch … es muss auch irgendwie offen sein.

Gut, die Fenster, die schließe ich oft.

Aber dann habe ich die Tür offen, damit ich genug Luft kriege.

VERA: Also haben wir alle so unsere Gewohnheiten.

JOLANDA: Ja.

Ich glaub, das hat jeder.

Und manchmal passen die dann zu den Menschen, die gerade bei uns sind und manchmal halt nicht und dann muss man Wege suchen.

Wie du jetzt mit diesem Zelten.

Da wird Vanessa sich andere Partner suchen müssen.

Das wird sie nicht mit dir weiterhin teilen können.

VERA: Nein.

Zum Glück macht Jürgen es gerne und er ist auch gerade jetzt bei einem Treffen mit anderen Funkern, er ist ja Amateurfunker, und dort zeltet er auch und ihm macht das riesigen Spaß.

Aber für mich ist das einfach extrem unbequem auch.

Also ich finde, man schläft nicht gut auf dem Boden, die Temperatur habe ich ja schon gesagt und von den ganzen Insekten will ich ja gar nicht reden … Angefangen bei den Mücken über die Käfer und die Spinnen.

Also ich brauche das wirklich nicht.

JOLANDA: Ja, also jetzt werde ich es auch nicht mehr freiwillig wählen.

Also die Kinder, die sind groß und … Ja das ist eine andere Ausgangssituation.

Aber damals hat es für mich gestimmt.

Aber heute ziehe ich natürlich Urlaub in … oder Ferien, wie wir sagen, ziehe ich vor in einer Pension oder in einem Hotel oder Ferienwohnung.

VERA: Ihr sagt, wir machen Ferien …

JOLANDA: Ja.

VERA: … wenn ihr wegfahrt?

Das ist interessant.

Wir sagen, wir fahren in den Urlaub.

JOLANDA: Ja, genau.

Ich übernehme das manchmal, wenn ich mit dir spreche oder mit Leuten aus Deutschland, und merke dann selber, ach, ich sage etwas, das ich eigentlich gar nicht sage.

VERA: Ich sage, die Kinder haben Ferien, wenn sie keine Schule haben.

Das sagen wir.

Aber dann wenn wir wegfahren, sagen wir, wir fahren in den Urlaub.

JOLANDA: Wir fahren in die Ferien.

VERA: Gut.

JOLANDA: Oder “Ich mache Ferien in Italien. “

VERA: Und ich mache Urlaub in Italien.

JOLANDA: Ja.

VERA: Was dieses Jahr sogar stimmt.

JOLANDA: Bei mir auch.

VERA: Ja.

Aber du fährst in eine andere Region.

JOLANDA: In die Nähe von Rimini.

VERA: Ja.

Wir fahren nach Südtirol in die Nähe von Bozen.

JOLANDA: Ah ja.

Da war ich auch schon.

Schön zum wandern dort.

VERA: Ja.

Man kann sehr viele Sachen von dort aus machen und es ist auch, glaube ich, ein ganz guter Ausgangspunkt um sehr unterschiedliche Sachen zu machen.

JOLANDA: Ich fahre ans Meer.

VERA: Ja, ich weiß.

Ich war auch schon mal in Rimini und es hat mir auch sehr gut gefallen.

Und ihr habt eine Ferienwohnung, ja?

JOLANDA: Nein.

Diesmal in einem einfachen Hotel.

VERA: Ja.

JOLANDA: Mit super Küche.

Ach.

So ein Familienbetrieb.

Ja, da wird so fein gekocht.

Am Morgen geht er auf den Markt.

Kauft frische Dinge ein und dann wird das gekocht.

VERA: Also du warst schon in dieser Pension oder diesem Hotel?

JOLANDA: Ja.

Da war ich schon.

Ja.

VERA: Ja schön.

Und das ist jetzt dein bevorzugter Urlaub, also irgendwohin gehen, wo du bekocht wirst und es nett hast.

JOLANDA: Ja.

Aber es gibt natürlich auch die andere Art von Ferien, also so Kulturreisen.

Das ist auch etwas, dass ich liebe.

Mit Konzert, Museumsbesuch und .. ja.

VERA: Ja das ist bei uns immer dabei auch.

Wir machen einen immer sehr abwechslungsreichen und gemischten Urlaub.

Also wir haben immer Kultur auch dabei.

Wir haben immer auch etwas mit Wandern oder Laufen und Natur dabei.

Also wir versuchen das schon abwechslungsreich zu machen.

Aber wir bevorzugen Ferienwohnungen oder Ferienhäuser, weil ich einfach finde, dass es für ein Kind schöner ist, wenn man mehr als ein oder zwei Zimmer zur Verfügung hat.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Aber dann hast du natürlich weniger Ferien, wenn du dann trotzdem kochen musst.

VERA: Ich muss ja nicht kochen.

Wir können ja essen gehen.

JOLANDA: Ah.

VERA: Das machen wir ja dann auch manchmal.

Also manchmal koche ich oder wir kaufen uns etwas, was ganz bequem zu machen ist, zum Beispiel eine Tiefkühlpizza, die ich dann nur im Backofen noch aufbacke.

Und an anderen Tagen gehen wir essen.

Ja.

JOLANDA: Ja.

VERA: Aber ich koche da keine aufwändigen Gerichte.

Um Gottes willen.

Das mache ich nicht.

JOLANDA: Ja, ja, ja.

VERA: Oder wenn wir in eine Stadt fahren, nehmen wir auch manchmal eine Ferienwohnung und dann gehen wir dort irgendwo in ein Café und frühstücken dort und abends gehen wir in irgendwelche kleinen Restaurants und essen dort was.

Also das heißt ja nicht zwingend, dass ich selber kochen muss, wenn ich eine Ferienwohnung haben.

JOLANDA: Ja.

Ja.

Bei mir kommt’s auch darauf an, mit wem ich reise.

Wenn ich allein reise, dann nehme ich nie eine Ferienwohnung.

Also da lasse ich mich grundsätzlich bekochen.

Aber wenn mehrere Leute zusammen sind oder wenn ich mit meiner Freundin, die auch Kinder hat – da waren wir auch schon in einer Ferienwohnung.

Ich glaube es kommt immer wieder auf die aktuelle Situation an.

VERA: Genau, da hast du recht.

Du, ich glaube, wir müssen an dieser Stelle mal aufhören.

JOLANDA: Wow.

Oh ja.

VERA: Wir haben schon über 10 Minuten geredet.

Und dann will ich noch mal darauf hinweisen: Text und Audio findet ihr wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ, also auf http://www.LingQ.com.

Danke Jolanda, dass du dir wieder Zeit für mich genommen hast.

JOLANDA: Gleichfalls.

VERA: Und ich sage Tschüss bis zum nächsten Mal.

JOLANDA: Bis zum nächsten Mal.

Jolanda and Vera – A Very Special Library

Study the transcript of this episode as a lesson on LingQ, saving the words and phrases you don’t know to your database. Here it is!

Jolanda and Vera talk about a very special library. Jolanda und Vera sprechen über eine ganz besondere Bibliothek.

VERA: Hallo und herzlich Willkommen zum deutschen Podcast von LingQ.

Hier sind wieder Vera und Jolanda.

Hallo Jolanda.

JOLANDA: Hallo Vera.

VERA: Wie geht es dir, Jolanda?

JOLANDA: Gut, danke.

Und dir?

VERA: Mir geht es auch gut.

Ich bin schon seit zwei Stunden wach und hab’ gefrühstückt und geduscht und fühle mich ganz wohl.

Wir haben einige Zeit nicht miteinander gesprochen, aber du hattest noch ein Thema für uns.

JOLANDA: Ja, ich hab’ letztes Mal kurz angetönt [siehe Anmerkungen] von unserer Bibliothek.

Die hat ganz interessante Bücher, vor allem für Kinder.

Und das super-spezielle befinde ich, dass einmal pro Monat in acht verschiedenen Sprachen Märchen oder Geschichten erzählt werden.

VERA: Acht verschiedene Sprachen?

JOLANDA: … werden Märchen erzählt, ja.

Es waren schon mehr, aber zurzeit, ich habe extra noch die aktuellen Zahlen angeschaut, im Moment ist [richtig: sind] es Albanisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch und teilweise auch Russisch.

VERA: Das ist ja toll.

Und wird das gut angenommen?

JOLANDA: Ja, ja.

Und es hat [Deutschland: gibt] zum Teil, also gerade in Sprachen wie Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, da hat’s [Deutschland: gibt es] auch Erwachsene, die diese Sprache lernen möchten und zum Teil dann auch gehen [besser: hingehen].

Und natürlich Kinder von Eltern, die diese Muttersprache haben.

VERA: Das ist eine sehr interessante Idee.

Und das sind dann auch immer Muttersprachler, die die Märchen erzählen oder vorlesen?

JOLANDA: Ja, das sind immer Muttersprachler, ja.

Die natürlich zum Teil ihre eigenen Kinder dabei haben, dann ist schon mal ‘ne Grundbasis da, und dann kommen andere Kinder, die auch diese Muttersprache haben.

Und bei den Erwachsenen ist es gemischt.

Da hat [Deutschland: gibt] es Muttersprachler, die ihre Kinder oder Nachbarskinder begleiten oder solche, die diese Sprache lernen möchten.

VERA: Das ist ja dann auch eine schöne Gelegenheit um zusammenzukommen und sich mal auszutauschen und eine fremde Kultur mal zu erfahren.

JOLANDA: Genau.

Also ich finde es ist ein super Angebot.

Es wird auch rege genutzt.

Und wir haben auch – das finde ich ganz speziell – also wir haben Bücher in 16 verschiedenen Sprachen.

VERA: Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen.

Also ihr habt dann auch wirklich Bücher in ganz vielen Sprachen in eurer Bibliothek?

JOLANDA: Ja.

Und vorwiegend Kinderbücher.

Also in dieser speziellen Bibliothek ist [richtig: sind] die Hälfte der – sage ich mal – Kunden Kinder.

Laut Statistik.

VERA: Das ist toll.

Ich bin als Kind auch sehr, sehr gerne in die Bibliothek gegangen und habe mir dort immer stapelweise Bücher mitgenommen.

Ich habe mir manchmal 7 oder 8 Bücher geholt – auf einmal – und hab’ die dann ein oder zwei Wochen später wieder abgegeben.

Also ich war eine richtige Leseratte.

JOLANDA: Ja, ja.

Also zu meiner Zeit war natürlich das Angebot noch nicht so groß, aber es war schon damals, war es wirklich ein Traum und jetzt, also wenn ich es so sehe, also zum Beispiel für Englisch, da hast du einfach so viel Bücher, also unglaublich.

Aber auch Arabisch, also das sind nicht wenige.

Es ist wirklich erstaunlich.

VERA: Das ist ja dann auch für dich eine tolle Gelegenheit.

Du hast ja dann Zugang zu allen möglichen Materialien.

JOLANDA: Genau.

Ja, ja, ja.

VERA: Und ist die Bibliothek teuer?

Muss man viel bezahlen, wenn man dort Bücher ausleiht?

JOLANDA: Also für Kinder, die hier in der Stadt wohnen, ist es gratis.

VERA: Wow.

JOLANDA: Und Erwachsene [siehe Anmerkungen] zahlen einen Jahresbeitrag von 50 Franken.

VERA: Ja, das ist aber nicht zuviel, wenn man regelmäßig liest und es auch regelmäßig nutzt.

JOLANDA: Ja klar.

Wenn du zwei, drei Bücher geholt hast, dann hast du’s ja schon dir erspart, ja.

Und es ist natürlich so, mit diesem Geld, also das finde ich immer noch wichtig zu wissen, dieses Geld kommt voll umfänglich in die Kasse um neue Bücher zu kaufen.

VERA: Hm.

Also es dient der Erweiterung und Erhaltung der Bibliotheksbestände.

JOLANDA: Genau.

Weil die Stadt zahlt die Räumlichkeiten und das Personal.

Aber die Bücher werden von einem Verein finanziert und angeschafft und ja … das erledigt der Verein.

Aber die Stadt stellt die Infrastruktur zur Verfügung.

VERA: Hm.

Das ist sehr interessant, dass wir auf dieses Thema kommen, weil ich habe mich gerade diese Woche nach den Öffnungszeiten unserer Bibliothek hier im Ort erkundigt und will dort mal hingehen, die hat aber jetzt leider schon geschlossen, weil sie am renovieren sind.

Und erst nach den Ferien machen sie wieder auf.

Ich bin früher sehr viel in die Bibliothek gegangen, vor allem als ich in Thüringen wohnte.

Dort hatten sie eine ganz tolle Bibliothek in dem kleinen Ort in dem ich wohnte, weil dort die Kreisbibliothek war.

Das war ein Riesenglück für mich und nachdem ich dann wieder hierher zurückgezogen bin, bin ich nicht mehr in die Bibliothek gegangen, weil ich dann jedes Mal in die Stadt hätte fahren müssen und das hätte relativ viel Benzin- oder Busfahrtkosten dann nach sich gezogen und deshalb habe ich mir dann oft Bücher gekauft.

Es gibt ja immer die Remittenden.

Das habe ich dir, glaube ich, schon mal erzählt …

JOLANDA: Ja, ja.

VERA: … wo man sie dann für zwei oder drei Euro bekommt oder ich habe mir Bücher ersteigert bei eBay oder hab’ gebrauchte Bücher bei Amazon gekauft.

JOLANDA: Bei mir ist es im Moment so, dass ich vorwiegend im Internet lese.

Und zwar weil ich vorwiegend jetzt in fremden Sprachen lese und mir das dann in LingQ importiere, was möglich ist und so dann direkt übersetze, also was ich noch nicht kann.

Also ich werde ja von Tag zu Tag besser, oder?

VERA: Auf jeden Fall!

Ja, aber wenn ich jetzt längere Bücher lese, dann lese ich nicht so gerne am Bildschirm.

Aber ich muss dir noch erzählen, ich habe mir jetzt keinen eBook-Reader gekauft, aber ein kleines Android-Tablet und damit kann ich auch Bücher lesen und ich habe mir jetzt für den Urlaub schon ein paar ältere englische Bücher heruntergeladen, zum Beispiel Robinson Crusoe.

Das kennst du doch bestimmt auch?

JOLANDA: Ja, ja, ja.

VERA: Das habe ich als Kind gelesen.

Natürlich auf Deutsch.

Und ich habe mir gedacht, das Buch hat mir als Kind sehr gut gefallen und ich könnte doch probieren, das im Urlaub mal auf Englisch zu lesen.

JOLANDA: Ja, ja.

Gute Idee.

VERA: Ja.

Also ich kann dir dann nach dem Urlaub mal erzählen, wie die Leseerfahrung mit so einem Gerät ist.

Ich kann mir das noch gar nicht so richtig vorstellen, aber dort werde ich kein Internet haben.

Also mal zwei Wochen richtig entspannen und dann dachte ich, du kannst das dann mal probieren.

Dann hast du ja Zeit auch, wenn du nicht am Computer sitzt, mehr zu lesen und dann schaue ich mal, wie das damit klappt.

JOLANDA: Ja.

Ah, da bin ich gespannt, was du mir erzählst.

VERA: Ja, da können wir später drüber reden.

Leihst du dir auch noch deutsche Bücher aus oder liest du jetzt eigentlich bevorzugt Bücher in Fremdsprachen?

JOLANDA: Also im Moment, aber das kann sich wieder ändern, im Moment lese ich wirklich selten noch Bücher auf Deutsch.

Ja, meine Zeit ist im Moment für Fremdsprachen reserviert.

Aber in den Ferien werde ich mir dann natürlich auch dies und jenes noch auf Deutsch auslehnen.

VERA: Ja.

Ihr sagt auslehnen?

Wir sagen ausleihen.

JOLANDA: Aha.

Das kommt vielleicht vom Dialekt.

Im Dialekt sage ich “uslehne”.

VERA: Ja gut.

Das Wort “Lehen” gibt es ja schon auch im Deutschen.

Das hat man ja früher gesagt.

Ein Lehen war ja ein Stück Land, was der Gutsherr seinen Pächtern zur Verfügung gestellt hat.

JOLANDA: Ja.

VERA: Also es hat ja auch was mit leihen zu tun.

JOLANDA: Ja.

VERA: Aber ich bin kein Sprachwissenschaftler.

JOLANDA: Ja, ich auch nicht.

VERA: Besser weiß ich’s auch nicht.

Und liest du eher Sachbücher oder eher Romane?

JOLANDA: Eher Sachbücher.

Auf Deutsch sowieso.

Das sind eigentlich immer Sachbücher.

VERA: Ja?

Ach, ich genieße es auch, Romane zu lesen oder einfach nur zur Entspannung zu lesen.

JOLANDA: Ja.

Also jetzt auf meinen Geburtstag habe ich eine Biografie von Segantini geschenkt bekommen und die ist in Romanform.

Also ich habe schon früher mal ‘ne, ich sage jetzt mal ‘ne seriöse Biografie von ihm gelesen.

Jetzt freue ich mich auf diesen Roman.

Also Segantini kennst du, der Maler?

Er ist ursprünglich Italiener, aber hat in der Schweiz lange gelebt.

VERA: Also ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich kenne ihn nicht.

Aber ich bin was Maler und Kunst anbetrifft, auch nicht so bewandert.

JOLANDA: Ja.

VERA: Und ich kenne dann halt die großen Maler oder die großen Schulen, aber ich kenne wirklich nicht so viele Maler, also …

JOLANDA: Ja.

In St.

Moritz gibt es das Segantini-Museum und dort sind seine großen Bilder.

Der Umgang mit Farbe und Licht ist ganz speziell.

Ja.

VERA: Also ich war nur einmal in St.

Moritz und da war ich, glaube ich, 11 oder 12 Jahre alt und ich glaube, da habe ich mich nicht für Malerei interessiert.

Deswegen …

JOLANDA: Ja.

VERA: Und meine Eltern auch nicht und deswegen weiß ich da leider nix [Umgangssprache: nichts] drüber.

Aber ich habe jetzt gerade mal auf die Uhr geschaut.

Ich denke, wir sollten an dieser Stelle vielleicht eine Pause machen …

JOLANDA: Genau.

VERA: … und sagen dann schon mal Tschüss hier, oder.

JOLANDA: Also.

Tschüss für den Moment mal.

VERA: Ja, ich will noch mal darauf hinweisen, dass der Text und das Audio natürlich wie immer in der deutschen Bibliothek von LingQ zu finden sind, also auf http://www.LingQ.com.

Tschüss Jolanda.

JOLANDA: Tschüss Vera.